Bezirksliga kompakt: Rettungshubschrauber und Spielabbruch in Wagenfeld
Am achten Spieltag der Fußball-Bezirksliga geriet der Sport am Sonntagnachmittag in den Hintergrund. Torwart Nicolas Holzschneider vom TuS Wagenfeld verletzte sich schwer am Brustkorb, es kam sogar der Rettungshubschrauber - der aber dann wegen technischer Probleme nicht wieder starten konnte. Die übrigen Spiele hier jetzt in „Bezirksliga kompakt“.
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Stand: 27.09.2026, 19:25 Uhr
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Am achten Spieltag der Fußball-Bezirksliga geriet der Sport am Sonntagnachmittag in den Hintergrund. Torwart Nicolas Holzschneider vom TuS Wagenfeld verletzte sich schwer am Brustkorb, es kam sogar der Rettungshubschrauber - der aber dann wegen technischer Probleme nicht wieder starten konnte. Die übrigen Spiele hier jetzt in „Bezirksliga kompakt“.
SV Weyhe - TuS Leese 7:2 (0:2)
Das 0:2 zur Pause? Am Ende nur Makulatur. Die Fußballer des SV Weyhe haben das Kellerduell gegen Mitaufsteiger TuS Leese spektakulär gedreht und am Freitagabend noch mit 7:2 gewonnen. Nach einer ersten Hälfte, in der die Gastgeber zwei Fehler bestraft bekamen und eigene Chancen liegen ließen, nahm die Eröffnungspartie des achten Spieltags nach dem Seitenwechsel eine spektakuläre Wende.
Trainer Uwe Bischoff stellte das System um. Zudem bewies der 65-Jährige beim Dreifach-Wechsel in der 55. Minute ein glückliches Händchen: Torben Hellmuth, Eric Cohrs und Marius Witt kamen hinein. Witt und Cohrs drehten die Partie innerhalb weniger Minuten. Witt verkürzte auf 1:2 (57.), Cohrs glich zum 2:2 aus (60.), ehe Witt drei Minuten später das 3:2 erzielte. Weyhe hatte nun einen Lauf und setzte Leese unter Dauerstress. Nach dem 4:2 durch Matou Bier (72.) erhöhte Cohrs in der 77. Minute auf 5:2. Danach wurde Witt zum Mann des Abends: Der lange verletzte Angreifer traf in der 79. und 83. Minute zum 6:2 und 7:2. Witt und Cohrs steuerten damit gemeinsam sechs Treffer bei.
„Ich wusste, dass wir mit so einer starken Bank in der zweiten Halbzeit noch einiges auf die Beine stellen können“, sagte Bischoff. Die Höhe des Sieges sei allerdings „etwas zu hoch“ ausgefallen.⇥jdi
TV Neuenkirchen - STK Eilvese 0:3 (0:1)
Der STK Eilvese war für den TV Neuenkirchen am achten Spieltag eine Nummer zu groß. Der Zwangsabsteiger und Spitzenreiter gewann beim Team von Trainer Mustafa Cali am Samstag mit 3:0 (1:0) und feierte damit bereits den achten Sieg.
Vor allem zu Beginn bekam der TVN die Qualität der Gäste zu spüren. „Wir hatten in den ersten 20 Minuten richtig Schwierigkeiten“, berichtete Cali. Torhüter Yannik Klenke hielt seine Elf mehrfach im Spiel. Danach kam Neuenkirchen besser zurecht und wurde gefährlicher. Ein Abschluss von Nils Willenborg sowie ein Kopfball von Richard Sikut nach Freistoß von Joris Dettmer verfehlten jedoch das Ziel. Kurz vor der Pause schlug Eilvese dann doch zu: Mohamad Saade traf in der 43. Minute zum 1:0.
Auch nach dem Seitenwechsel hielt der TVN dagegen und versuchte, mutiger mitzuspielen. In der 59. Minute erhöhte jedoch Besfort Leutrim Kolgeci per Freistoß auf 2:0. „Das war dann so ein bisschen der Knackpunkt“, sagte Cali. Neuenkirchen kämpfte weiter und hielt die Niederlage in Grenzen. Can Gökdemir sorgte in der 81. Minute für den Endstand. „Kämpferisch haben wir gut gegengehalten“, bilanzierte Cali, der neben Keeper Klenke auch Innenverteidiger Marvin Luchtmann hervorhob.⇥jdi
SC Twistringen - SV BE Steimbke 1:1 (0:1)
Timo Rathkamp konnte mit dem 1:1 (0:1) seines SC Twistringen gegen den SV BE Steimbke „gut leben. Ein Unentschieden hätte ich vorher so unterschrieben“, verdeutlichte der Trainer des Bezirksligisten angesichts des dünnen Kaders: „Wir hatten neben den Urlaubern unter der Woche einige Grippekranke und Angeschlagene, die teilweise auch gespielt haben. Und Steimbke hat fast durch die Bank richtig gute Fußballer in seinen Reihen.“
Einer von ihnen heißt Bernardo Oetting – und er brachte die Gäste früh in Führung: Seinen als Rechtsflanke gedachten Ball fälschte Tristan Godesberg dermaßen unglücklich ab, dass SCT-Schlussmann Jannik Blome keine Abwehrchance hatte (9.).
Dabei blieb’s bis zur Pause, „und in der zweiten Halbzeit waren wir besser“, urteilte Rathkamp. „Eigentlich hätten wir sogar gewinnen können“, erinnerte er an zwei Großchancen von Moritz Stöver sowie weitere Gelegenheiten von Timo Hiller und Jan Luca Schütte. Doch nur Dean Nobis traf – allerdings sehenswert: Stöver steckte in der Mitte den Ball durch, Nobis lief auf Steimbkes Keeper Till Burghardt zu und schoss durch dessen Beine das 1:1 (70.). „Danach hatte ich aber immer das Gefühl, dass Steimbke noch ein Tor machen könnte – also nehmen wir den Punkt gern mit“, bilanzierte Rathkamp.⇥ck

TuS Wagenfeld - SG Hoya (Spielabbruch)
Dramatische Szenen am Sonntag auf dem Sportplatz des TuS Wagenfeld: 15 Minuten vor Ende des Bezirksliga-Duells gegen die SG Hoya verletzte sich TuS-Torwart Nicolas Holzschneider so schwer am Brustkorb, dass sogar der Rettungshubschrauber kommen musste. Allerdings konnte er nicht mehr starten, sondern blieb wegen technischer Probleme auf dem Hauptplatz stehen. Und auf dem B-Platz durfte die Schlussphase nicht über die Bühne gehen, sodass Schiedsrichter Fabian Watermann das Duell beim Stand von 5:1 (4:0) für Wagenfeld abbrach.
„Ich habe gehört, dass der Staffelleiter das Spiel so werten dürfte, wenn beide Seiten damit einverstanden wären. Aber am Ende sind mir die Punkte heute scheißegal“, schilderte TuS-Trainer Michael Hohnstedt geknickt. Hoyas Coach Hosan Houra könnte mit dem Resultat ebenfalls leben, denn „gewonnen hätten wir hier sowieso nicht. Meinetwegen hätten wir uns hier eine Viertelstunde den Ball hin- und hergeschoben – und gut.“
Holzschneider kam unterdessen mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus. Bei einem Zusammenprall mit Hoyas Willi Kastrubin während einer Ecke brach nach ersten Erkenntnissen der Brustkorb des Keepers. „Der Junge hat alle zwei, drei Minuten das Bewusstsein verloren und sich übergeben – aber zum Glück war dabei kein Blut zu sehen“, berichtete Hohnstedt: „Jetzt ist er anscheinend außer Lebensgefahr, und ich hoffe, dass es ihm schnell wieder gut geht.“ Houra mochte sich „gar nicht vorstellen, wenn es hier um Leben und Tod gegangen wäre – und der Hubschrauber nicht starten konnte. Es war auf jeden Fall keine Absicht“, stellte er sich vor Kastrubin. Doch von Hohnstedt gab‘s ohnehin „keine Schuldzuweisung“.
Schon vorher hatte Wagenfeld einen Verlust hinnehmen müssen: Innenverteidiger Felician Günther verletzte sich ohne Fremdeinwirkung am Knie. „Wenn es so kommen sollte, war es also ein teuer erkaufter Sieg“, bilanzierte Hohnstedt.
Der schien schon vor der Pause sicher – nach TuS-Toren von Giorgio Ronzetti (29.), Chris Brüggemann (37./38.) und André Krause (44.). Ronzetti gelang das 5:0 (47.) und Silas Finkbeiner der Ehrentreffer zum 1:5 (64.).
TuS Sudweyhe - SV Esperke 3:3 (3:1)
Wäre dieses Spiel nach 35 Minuten beendet gewesen, Saimir Dikollari hätte ein langes Loblied auf seine Mannschaft gesungen. War es aber natürlich nicht. Und weil seine Fußballer vom TuS Sudweyhe ein 3:0 gegen den SV Esperke herschenkten und letztlich nur zu einem 3:3 (3:1) kamen, fiel das Fazit des Trainers gemischt aus.
Zunächst sah Dikollari „die stärksten 35 Minuten der Saison. Wir waren griffig und effizient, haben wunderschöne Tore gemacht. Das war fantastisch. teilweise Bilderbuch-Fußball.“ Justin Mawa-Isaac (10.), Ismaila Ceesay (22.) und Finn Kastens per Elfmeter nach Foul an Mawa-Isaac (29.) sorgten für ein 3:0. Der beruhigende Vorsprung führte allerdings dazu, dass Sudweyhe „den letzten Schritt nicht mehr so machte“, bemängelte Dikollari: „Und wenn der Kopf anfängt, nachlässig zu werden, ist das nicht gut.“ Luca Dierks erzielte das 1:3 für die Gäste (36.).
Nach der Pause schaffte es die Sudweyher trotz eines Kabinen-Appells ihres Coaches nicht mehr, den Schalter wieder umzulegen. Jarmo Stichnoth (58.) und Timo Stichnoth (69.) trafen für Esperke. Und in der Schlussphase sah Ceesay wegen wiederholten Foulspiels auch noch Gelb-Rot (87.).
TSG Seckenhausen-Fahrenhorst - SV GW Stöckse 3:2 (2:2)
Acht Spiele, 13 Punkte – bei den Fußballern der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst läuft es. Die Elf von Lukas Amelang gewann nun auch das Aufsteigerduell mit dem SV GW Stöckse mit 3:2 (2:2) und hat den Tabellenkeller auf zehn Punkte distanziert. „Das hätte uns wohl keiner zugetraut“, strahlte der Trainer.
Dabei hatte das Spiel gegen die Kreis-Nienburger nicht gut angefangen. Leroy-Kayne Webber schoss die Gäste nach einem Fehlpass von Fabian Markart mit 1:0 in Führung (15.). Die TSG kam jedoch zurück: Patrick Zielinski netzte in der 38. Minute nach Steckpass zum 1:1 ein. Aber Stöckse reagierte schnell: Webber scheiterte mit einem Foulelfmeter zunächst an Maurice Lutterklas, nutzte den Abpraller aber zum 2:1 (42.). Auch die Heimelf schlug zurück. Einen Steckpass veredelte Ole Strier zum 2:2 (45.+1).
In der zweiten Halbzeit „waren wir etwas besser im Spiel“, fand Amelang. „Hier und da hat uns aber die Durchschlagskraft gefehlt.“ Schließlich musste ein Standard her: Eine Ecke verlängerte Ole Strier per Kopf ins Tor (79.). Glück hatte Seckenhausen, als Ramon Heidel nach einer Stunde nur die Latte traf.