Blitzer mit besonderer Funktion – Kroatien-Urlauber müssen auf der Hut sein

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Blitzer mit besonderer Funktion – Kroatien-Urlauber müssen auf der Hut sein

Stand: 12.09.2026, 21:15 Uhr

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Kroatien plant 40 neue Hightech-Radargeräte für bis zu 120 Standorte. Die Kameras überwachen mehrere Fahrspuren und erkennen weitere Verkehrsverstöße.

Zagreb – Kroatiens Innenministerium baut die technische Verkehrsüberwachung aus. Nach den Angaben aus den Ausschreibungsunterlagen soll ein Auftrag über 40 fest installierte Radargeräte und 120 Gehäuse vergeben werden. Der geschätzte Wert der Beschaffung liegt bei 2,725 Millionen Euro.

Im südlichen Märkischen Kreis führte die Polizei am Samstag Radarkontrollen an vier Messstellen durch. (Symbolbild)

Kroatien baut die digitale Verkehrsüberwachung aus: Neue Radargeräte sollen an bis zu 120 Standorten eingesetzt werden und mehrere Verkehrsverstöße erfassen. © Robert Michael/dpa

Wichtig ist: Die Geräte sind damit noch nicht installiert. Zunächst läuft ein Vergabeverfahren. Vorgesehen ist ein zweijähriger Rahmenvertrag mit einem Anbieter. Nach dem Abschluss einzelner Verträge soll der Lieferant die Technik innerhalb von 120 Tagen liefern und anschließend binnen weiterer 60 Tage montieren. Für den diesjährigen Kroatien-Urlaub dürfte das Vorhaben somit noch nicht relevant werden. Derzeit müssen sich insbesondere Wohnmobil-Urlauber in Kroatien auf eine neue Regelung einstellen.

Kroatien setzt auf mobile Radarfallen an 120 Standorten

Das auffälligste Detail des geplanten Systems ist das Verhältnis zwischen Kameras und Standorten. Den 40 Radargeräten stehen bis zu 120 Gehäuse gegenüber. Die Geräte sollen demnach regelmäßig zwischen den vorbereiteten Standorten umgesetzt werden. Dadurch bleibt bei einem Teil der Gehäuse zeitweise offen, ob sich darin tatsächlich ein aktives Radar befindet.

Die konkreten Standorte will das Innenministerium schrittweise festlegen. Nach den Ausschreibungsunterlagen können sie in den vom Ministerium ausgewählten Verwaltungseinheiten liegen. Die Standortinformationen gelten als zugangsbeschränkt und werden dem ausgewählten Lieferanten übermittelt. Eine vollständige öffentliche Liste ist damit zunächst nicht vorgesehen.

Neue Radargeräte in Kroatien überwachen drei Fahrspuren gleichzeitig

Das Modell ist in Kroatien nicht grundsätzlich neu. Das Innenministerium nutzt bereits stationäre Messgeräte und Gehäuse, die je nach polizeilicher Einschätzung an unfallträchtigen oder besonders auffälligen Stellen eingesetzt werden können. In einer früheren Darstellung verwies das Ministerium darauf, dass die stationäre Geschwindigkeitsüberwachung vor allem die Zahl der Unfälle senken und die Einhaltung der zulässigen Geschwindigkeit verbessern soll, wie hina.hr berichtet.

Die neue Technik soll mehr können als eine klassische Geschwindigkeitskamera. Nach den technischen Vorgaben muss ein Gerät die Geschwindigkeit auf mindestens drei Fahrspuren gleichzeitig messen können. Erfasst werden sollen sowohl Fahrzeuge, die sich dem Radar nähern, als auch solche, die sich von ihm entfernen.

Neue Radarfallen in Kroatien filmen Falschfahrer und riskante Überholmanöver

Außerdem ist die Überwachung weiterer Verkehrsverstöße vorgesehen. Dazu zählen das Fahren entgegen der vorgeschriebenen Richtung und das Überholen über eine durchgezogene Linie. Die Kameras sollen bei Tag und Nacht sowie bei eingeschränkter Sicht arbeiten können. Eine Infrarotbeleuchtung soll dabei die Aufnahmen ermöglichen, ohne die Fahrer zu blenden.

Zu den dokumentierten Angaben sollen unter anderem ein Bild des Verstoßes, der Ort, die betroffene Fahrspur, die Fahrtrichtung und die gemessene Geschwindigkeit gehören. Die Daten sollen an das Informationssystem des Innenministeriums übermittelt werden.

Kroatiens neue Blitzer erkennen EU-Kennzeichen und übermitteln Verstöße automatisch

Die Ausschreibung sieht außerdem vor, dass das System Kennzeichen aus den EU-Mitgliedstaaten erkennen kann. Darüber hinaus sollen auch Kennzeichen unter anderem aus der Schweiz, Bosnien und Herzegowina, Serbien, der Türkei, der Ukraine und Russland lesbar sein. Das ist für Kroatien mit seinem starken grenzüberschreitenden und touristischen Verkehr von besonderer Bedeutung.

Die neuen Geräte sollen damit nicht nur für die Ahndung von Geschwindigkeitsüberschreitungen eingesetzt werden. Sie sind Teil einer breiteren digitalen Infrastruktur der Verkehrspolizei, in der Kennzeichenerkennung, Messung und automatische Weiterleitung der Falldaten zusammenlaufen.

Zum Auftrag gehört nach den Projektbedingungen auch die Schulung des Personals. Der erfolgreiche Anbieter soll mindestens 70 Polizeibeamte und 20 technische Mitarbeiter auf eigene Kosten ausbilden. Für das Gesamtsystem ist eine Garantie von mindestens 24 Monaten vorgesehen. Quellen: eojn.nn.hr, hina.hr (bk)