Boris Pistorius will Einfluss auf Panzerbauer KNDS »in welcher Form auch immer« sichern

Der Panzerbauer KNDS wollte im Juli an die Börse gehen. Doch das Vorhaben platzte, weil den Eigentümerfamilien die Bewertung der Firma zu niedrig war. Eigentlich wollte sich die Bundesregierung mit 7,2 Milliard...

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Boris Pistorius will Einfluss auf Panzerbauer KNDS »in welcher Form auch immer« sichern

Der Panzerbauer KNDS wollte im Juli an die Börse gehen. Doch das Vorhaben platzte, weil den Eigentümerfamilien die Bewertung der Firma zu niedrig war. Eigentlich wollte sich die Bundesregierung mit 7,2 Milliarden Euro 40 Prozent des Unternehmens sichern, der Einkauf fällt vorerst aus. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat nun jedoch betont, dass Deutschland sich in jedem ​Fall Einfluss auf KNDS sichern wolle.

»Wir wollen diese Schlüsseltechnologie unter deutscher Kontrolle behalten – auf Augenhöhe mit unseren Partnern aus Frankreich. Wie das konkret aussehen wird, wird Gegenstand von Diskussionen und Entscheidungen in den nächsten Wochen sein«, sagte Pistorius bei einer Rede im KNDS-Werk Kassel.

KNDS gehört derzeit je zur Hälfte dem französischen Staat und den Eigentümerfamilien ‌Bode und Braunbehrens. Der von Deutschland gebotene Preis hätte sich zuzüglich eines Aufschlags am Ausgabepreis beim Börsengang orientiert. Mit dessen Scheitern liegt auch der Einstieg des deutschen Staates vorerst auf Eis.

Pistorius wurde in Kassel gefragt, ob für ihn auch die bestehende Eigentümerstruktur auf längere Sicht eine Option sei. Der Verteidigungsminister machte deutlich, dass Deutschland sich Einfluss sichern wolle, »in welcher Form auch immer«.

In einem vertraulichen Papier des Verteidigungsministeriums war das hohe staatliche Interesse an KNDS ausführlich begründet worden. Darin hieß es, die Nationale Sicherheits- und Verteidigungsindustriestrategie der Bundesregierung aus dem Dezember 2024 habe gepanzerte Fahrzeuge als nationale Schlüsseltechnologie festgelegt. KNDS produziert Panzer wie den Leopard 2, den Puma und den Schakal sowie den Radpanzer Boxer und die Panzerhaubitze 2000. »Die gepanzerten Landsysteme von KNDS DEU bilden das Rückgrat der gepanzerten und geschützten Verbände der Bundeswehr und damit der Verteidigungsfähigkeit Deutschlands«, heißt es in dem Dokument.

Außerdem komme der höhere Umsatzanteil bei KNDS (57 Prozent) vom deutschen Teil des Konzerns, die Bedeutung von KNDS Deutschland werde »angesichts von Beschaffungen durch die Bundeswehr und fehlenden vergleichbaren Beschaffungen auf französischer Seite noch weiter zunehmen«. Daher wollte sich der Bund weitgehende Eingriffsrechte in dem Unternehmen sichern. Deutschland sollte in der Hauptversammlung die gleichen Stimmrechte erhalten wie Frankreich.

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