„Höchst ungewöhnlich“: Russisches Kriegsschiff feuert vor britischer Küste mit scharfer Munition
tzPolitikStand: 21.07.2026, 14:36 UhrKommentareUns auf Google folgenVor Plymouth hat ein russisches Kriegsschiff mit scharfer Munition geschossen, während die britische Marine die Übung beobachtete.London – Ein...
- 3 min read
Stand: 21.07.2026, 14:36 Uhr
Kommentare
Vor Plymouth hat ein russisches Kriegsschiff mit scharfer Munition geschossen, während die britische Marine die Übung beobachtete.
London – Ein russisches Kriegsschiff hat vor der britischen Küste mit scharfer Munition gefeuert. Die Fregatte „Neustraschimy“ hielt am Montag rund 40 Seemeilen – etwa 74 Kilometer – südlich von Plymouth eine Artillerieübung ab. Das Manöver fand in internationalen Gewässern statt.
Content-Partnerschaft
Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.
Die britische Marine beobachtete das Schiff während der Übung mit dem Patrouillenboot HMS Tyne. Vor Beginn habe die russische Besatzung die Briten über die geplante Schießübung informiert und HMS Tyne aufgefordert, auf größeren Abstand zu gehen. Das britische Schiff habe seine Position daraufhin verlegt, wie der britische Sender BBC meldet.

Ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums erklärte, die Royal Navy habe die Übung durchgehend überwacht. Die Aktivitäten des russischen Schiffs würden weiter eng verfolgt. Großbritannien sei bereit, die nationale Sicherheit zu schützen, sagte der Sprecher laut Sky News.
Royal Navy überwacht russische Fregatte
Die Schießübung dauerte demnach etwa 30 Minuten. Nach Angaben der BBC wurde die „Neustraschimy“ auch von einem französischen Militärflugzeug beobachtet. Dieses habe per Funk Kontakt zu dem russischen Kriegsschiff aufgenommen und nach dessen Absichten gefragt.
Das Manöver selbst war nicht illegal. Internationale Gewässer gehören nicht zum Hoheitsgebiet Großbritanniens oder Frankreichs. Dennoch werten britische Verteidigungskreise den Vorgang als ungewöhnlich. Es sei „höchst ungewöhnlich“, dass ein russisches Kriegsschiff so nahe an der britischen Küste eine Übung mit scharfer Munition abhalte, sagte eine Verteidigungsquelle laut Sky News.
In London dürfte der Vorfall auch wegen des Zeitpunkts genau betrachtet werden. Die Übung fand am Montag statt, dem Tag, an dem Andy Burnham als neuer britischer Premierminister vereidigt wurde. Britische Verteidigungskreise wollten laut BBC nicht kommentieren, ob das Manöver bewusst mit diesem politischen Wechsel zusammenfiel. Auch nach Angaben von Sky News lasse sich die Absicht hinter dem Zeitpunkt nicht sicher bestimmen.
Schattenflotte im Ärmelkanal
Die „Neustraschimy“ war zuletzt nach Angaben von Sky News im Zusammenhang mit russischen Öltankern der sogenannten Schattenflotte unterwegs. Der Begriff beschreibt Schiffe, mit denen Russland westliche Sanktionen umgehen soll. Die Fregatte habe solche Tanker durch den Ärmelkanal begleitet und sei Anfang des Monats auch in der Nordsee gesehen worden.
Das Kriegsschiff wurde 1993 in Dienst gestellt und kehrte laut Sky News 2023 nach längerer Pause wieder in den aktiven Dienst zurück. Der Sender hatte die Fregatte in der vergangenen Woche vor der Küste von Suffolk gefilmt, als sie von einem anderen russischen Marineschiff betankt wurde.
Das Schiff ist eine von zwei U-Boot-Jagd-Fregatten der gleichnamigen „Neustraschimy“-Schiffsklasse. Russland bezeichnet den Schiffstyp auch als Projekt 11540 „Jastreb“, auf Deutsch etwa „Habicht“ oder „Sperber“.
Russische Marine zeigt häufiger Präsenz
Russische Kriegsschiffe passieren regelmäßig die internationalen Gewässer im Ärmelkanal. In den vergangenen Monaten gab es jedoch mehrere auffällige Vorfälle nahe britischer Gewässer. Im Juni enterten britische Royal Marines einen russischen Öltanker der Schattenflotte im Ärmelkanal. Die Operation dauerte sechs Stunden und war nach Angaben der BBC die erste dieser Art durch britische Streitkräfte. Quellen: BBC, Sky News, nif/red.