Brandgeruch aus Belgien löst in Hessen zahlreiche Notrufe aus
Die großflächigen Waldbrände in Belgien nahe der deutschen Grenze haben sich erneut in Hessen bemerkbar gemacht. Vor allem im Süden und im Rhein-Main-Gebiet gab es höhere Feinstaubwerte - und viele Beschwerden über Brandgeruch.
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Südhessen und Rhein-Main Brandgeruch aus Belgien löst in Hessen zahlreiche Notrufe aus
Die großflächigen Waldbrände in Belgien nahe der deutschen Grenze haben sich erneut in Hessen bemerkbar gemacht. Vor allem im Süden und im Rhein-Main-Gebiet gab es höhere Feinstaubwerte - und viele Beschwerden über Brandgeruch.
Eine große Rauchwand ist von Deutschland in Richtung des großen Waldbrands in Belgien im Gebiet Hohes Venn zu sehen. Bild © picture alliance/dpa | Christoph Reichwein
Wegen der Wald- und Vegetationsbrände vor allem in Belgien sind am Montagnachmittag im Rhein-Main-Gebiet die Feinstaubwerte angestiegen, zudem kam es zu deutlicher Geruchsbelästigung. Die Feuerwehr im Rheingau-Taunus-Kreis meldete mehr als 50 Notrufe innerhalb einer Stunde.
Für mehrere Kreise wurden Warnmeldungen wegen der Geruchsbelästigung herausgegeben, unter anderem für die Kreise Main-Taunus, Darmstadt-Dieburg und Bergstraße. Auch in Frankfurt und Limburg war der Brandgeruch deutlich wahrnehmbar. Für Frankfurt wurden ebenfalls entsprechende Warnmeldungen herausgegeben.
Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand den Meldungen zufolge nicht. Gegen Abend zog die Rauchwolke weiter nach Süden. In Mittelhessen und im Rhein-Main-Gebiet normalisierte sich die Luftqualität.
Notrufzentralen stocken auf
Die Notrufzentralen baten darum, Brände nur bei sichtbarer Rauchentwicklung oder sichtbaren Flammen über die Nummer 112 zu melden. Die entfernten Brände hätten zwar keine Auswirkungen auf Einsätze in Hessen, die zahlreichen Anrufe würden aber die Leitstellen belasten. Deren Kapazitäten seien deshalb erhöht worden, um bei tatsächlichen Notfällen erreichbar zu sein.
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Am Sonntag war vor allem Südhessen von der starken Rauchentwicklung durch Brände in Belgien, NRW und Rheinland-Pfalz betroffen. Laut dem Einsatzleiter der Feuerwehr Darmstadt gingen am Sonntagmittag binnen einer Stunde rund 100 Anrufe von Menschen ein, die sich wegen des Rauchgeruchs sorgten.
Schon am Samstag berichtete die Polizei in den Kreisen Lahn-Dill, Limburg-Weilburg und Vogelsberg von zahlreichen Notrufen besorgter Menschen. Die Anruferinnen und Anrufer beschrieben demnach einen Geruch, der an verbrannten Kunststoff oder brennendes Holz erinnere.
Feinstaubwerte steigen
Der Brandrauch macht sich auch durch eine erhöhte Feinstaubbelastung bemerkbar. Unter anderem in Wiesbaden und Frankfurt stieg der Wert für PM2,5 am Montagnachmittag auf bis zu 26 Mikrogramm pro Kubikmeter. In Limburg hat er sich mit bis zu 41 Mikrogramm pro Kubikmeter zeitweise verzehnfacht.
Zum Abend hin normalisierten sich die Werte in Mittelhessen und im Rhein-Main-Gebiet. In Südhessen, wo phasenweise bis zu 32 Mikrogramm pro Kubikmeter erreicht wurden, gingen die Werte am Abend ebenfalls zurück. Am Sonntag hatte die Feinstaubbelastung durch die Waldbrände in Darmstadt bis zu 75 Mikrogramm pro Kubikmeter erreicht.
Weitere Informationen
Feinstaub PM2,5
Aktuelle Feinstaub-Messwerte für Hessen
Ende der weiteren InformationenAuffrischender Wind erwartet
Das Feuer im Naturschutzgebiet Hohes Venn in Belgien ist zunächst nicht weiter auf die deutsche Grenze vorgerückt, wie die Feuerwehr in Monschau (NRW) am Montag meldete. Die Lage sei statisch, sie habe sich zumindest nicht verschlechtert. Die Brandlinie sei derzeit rund 2,3 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, sagte der Sprecher der Feuerwehr Monschau, Tobias Schell.
Für die Nacht werde eine Änderung der Windrichtung erwartet. "Der Wind soll ein bisschen auffrischen." Man werde daher die Umgebung engmaschig kontrollieren, um unmittelbar reagieren zu können.
Im Hürtgenwald in der Eifel, wo Ende der Woche der größte Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens entstanden war, standen die Zeichen am Montag weiter auf Entspannung. "Die Lage im Hürtgenwald ist weiter unter Kontrolle", sagte eine Sprecherin des Kreises. Es gebe aber zahlreiche Glutnester.
Regen entschärft nur etwas
Infolge des Klimawandels haben die Tage mit hoher Waldbrandgefahr laut Deutschem Wetterdienst (DWD) erheblich zugenommen. Die Zahl der Tage mit Gefahrenstufe vier – also hoher Gefahr – sei vor allem in den vergangenen zwei bis drei Jahrzehnten deutlich gestiegen, schilderte DWD-Agrarmeteorologe Andreas Brömser.
Der auch für die nächsten Tage vorhergesagte eher moderate Regen könnte zumindest ausreichen, um die Waldbrandgefahr zunächst zu senken. Es brauche aber deutlich mehr Niederschlag, damit die Böden richtig durchfeuchtet werden und gegen Waldbrände besser gewappnet sind.