Brief an den Bundeskanzler: Wirtschaftsverbände und Konzerne drängen Bundesregierung zu Reformen

In einem gemeinsamen Schreiben fordern Autokonzerne und Verbände »schleunigst und ohne Abstriche« Reformen umzusetzen. Ein Dax-Chef wirft den Kollegen »Rumgenörgel« vor. Que...

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Brief an den Bundeskanzler: Wirtschaftsverbände und Konzerne drängen Bundesregierung zu Reformen

In einem gemeinsamen Schreiben fordern Autokonzerne und Verbände »schleunigst und ohne Abstriche« Reformen umzusetzen. Ein Dax-Chef wirft den Kollegen »Rumgenörgel« vor.

Quelle: DIE ZEIT, AFP,

hell

  1. August 2026, 8:06 Uhr

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Brief Konzerne Verbände Friedrich Merz Reformen Wirtschaft
Ein Mitarbeiter der Siemens Healthineers AG steht in der Magnetresonanztomographie-Fertigung (MRT) an einem Magneten. © Daniel Karmann/​picture alliance/​dpa

Wirtschaftsverbände und Großkonzerne wie BMW und Siemens haben die Bundesregierung in einem gemeinsamen Schreiben zu baldigen Reformen aufgefordert. »Schleunigst und ohne jegliche Abstriche« sollten angekündigte oder im Koalitionsvertrag festgehaltene Reformvorhaben umgesetzt werden, heißt es in dem Schreiben von Verbänden und Unternehmen aus Bayern und Baden-Württemberg, aus dem die Mediengruppe Bayern zitiert.

Wegen hoher Energiekosten und sich wandelnder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen stünden Unternehmen in Deutschland unter »erheblichen Druck«, heißt es in dem Schreiben. »Gerade in dieser Lage entscheidet die konkrete Ausgestaltung sozial- und wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen darüber, ob Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben, Arbeitsplätze halten und Investitionen an unseren Standorten tätigen können.«

Zu den Unterzeichnern gehören die Angaben nach unter anderem die Konzerne Audi, BMW, Mercedes-Benz, Porsche, Siemens und Eberspächer. Auch die Verbandsspitzen der bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeber sowie Südwestmetall haben sich angeschlossen. Empfänger des Schreibens sind neben Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auch Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD), Wirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) sowie die Fraktionsvorsitzenden der Regierungsparteien.

Chef von Siemens Heathineers kritisiert Anspruchshaltung

In dem Brief wird unter anderem gefordert, die Beitragsbelastung in der Sozialversicherung nachhaltig zu reduzieren. Diese liege mit über 42 Prozent derzeit auf einem Höchststand. Es sei »inakzeptabel, dass die Beitragsbelastung für Teile der Wirtschaft und der Versicherten trotz stabiler Beitragssätze steigt, weil die Beitragsbemessungsgrenzen angehoben werden«, kritisieren die Unterzeichner.

Währenddessen kritisierte der Vorstandsvorsitzende des Dax-Konzerns Siemens Healthineers, Bernhard Montag, die Anspruchshaltung vieler Wirtschaftslenker in Deutschland gegenüber der Politik. »Mir persönlich gefällt dieses Rumgenörgel einfach nicht. Wir sind nicht in einer Planwirtschaft oder Staatswirtschaft. Dauernd auf die Regierung zu schauen, finde ich schwierig.«