Buchen werfen Blätter ab: Forstamt befürchtet Baumsterben

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Buchen werfen Blätter ab: Forstamt befürchtet Baumsterben

Stand: 03.09.2026, 14:00 Uhr

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Laub im Bergpark auf dem Weg zur Löwenburg: Schon im August werfen Buchen wegen der Trockenheit ihre Blätter ab. Teils ist das Laub noch grün.

Schon im August werfen Buchen wegen der Trockenheit ihre Blätter ab. Teils ist das Laub noch grün. Hier zu sehen auf dem Weg zur Löwenburg in Kassel. © Daria Neu

Die Trockenheit hat im Melsunger Wald sichtbare Spuren hinterlassen. Besonders die Rotbuche ist betroffen. Spaziergänger müssen achtsam sein.

Melsungen – Die Hitze der vergangenen Wochen und die Trockenheit setzen dem Wald sichtbar zu. Bäume mit welken Blättern, lichten Kronen oder frühzeitig abgeworfenem Laub sind deutliche Zeichen für den Stress, dem die Vegetation ausgesetzt ist.

Vorsicht beim Waldspaziergang

Eine erhöhte Gefährdung besteht insbesondere an stürmischen Tagen, da ein starker Windstoß abgestorbene Äste leichter zum Herunterstürzen bringen kann als gesunde Äste, sagt Forstamtsleiterin Petra Westphal. „Bei Gewittern oder Sturm empfehlen wir, den Wald nicht zu betreten. Insbesondere bei Buchen, die stark unter Trockenstress leiden, können belaubte Äste oder ganze Kronenteile auch bei ruhigem Wetter ohne besonderen Anlass abbrechen.“

Noch sei nicht klar, wie groß die Schäden sind. Melsungens Forstamtsleiterin Petra Westphal geht jedoch davon aus, dass die Dürreperiode in einigen Teilen des Waldes nachhaltigen Schaden angerichtet hat.

Bäume stellen die Photosynthese ein

„Wenn Bäume bei starker Hitze und Trockenstress ihre Blätter frühzeitig abwerfen, handelt es sich zunächst um eine sehr konsequente Schutzreaktion des Baumes: Da über die Wurzeln kein Wasser mehr angesaugt werden kann, darf über die Blätter auch keine Verdunstung mehr stattfinden. Die Photosynthese wird eingestellt, da der Baum ansonsten stirbt. Die Blätter wechseln in einen frühen Herbstmodus“, sagt Westphal.

Sei die Hitze jedoch extrem und die Dürreperiode sehr lang, werden die Bäume nicht nur geschwächt, sondern es sei mit ernsthaften Schäden – bis hin zum Absterben – zu rechnen. Eine schüttere Krone, absterbende Äste sowie Risse in der Rinde sind weitere deutliche Anzeichen von Trockenstress.

Besonders betroffen sei die Rotbuche. Das liege unter anderem an der Beschaffenheit der Blätter, sagt Westphal. Diese seien sehr weich. Dadurch könnten die Bäume ihre Spaltöffnungen nicht so schnell schließen, was wiederum dazu führe, dass über die Blätter weiter Wasser verdunste, das die Wurzeln jedoch nicht mehr aus den trockenen Böden aufnehmen könnten.

Mehr als zwei Drittel haben Kronenschäden

Besser mit längerer Trockenheit kommen Stiel-, Trauben- sowie Roteiche und Nadelbäume wie Kiefer, Lärche und Douglasie zurecht.

Petra Westphal sagt, man hoffe nun auf zahlreiche Regentage, damit noch gesunde Bäume sich regenerieren und weitere Reserven für den Winter aufbauen können. „Junge Bäume erholen sich dabei besser als ältere“, sagt Westphal.

Vergangene Dürrejahre hätten definitiv eine negative Auswirkung auf die aktuelle Gesundheit der Bäume.

Laut Waldzustandsbericht wiesen in den vergangenen Jahren mehr als zwei Drittel aller Bäume mindestens leichte Kronenschäden auf. Ein geschwächter Baum sei anfälliger, aufgrund der diesjährigen Trockenheit abzustreben oder weiteren Schaden zu nehmen, sagt die Forstamtsleiterin.