Weniger Polizei im Stadion: Warum Proficlubs wie der BVB mehr Verantwortung übernehmen müssen

Gute Nachricht für die Fans Polizisten im Stadion bei Fußballspielen sind zumindest bei einigen Fangruppen nicht besonders gern gesehen. Die Vereinbarung dürfte sie deshalb freuen. Und tatsächlich: Bei den Fans...

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Weniger Polizei im Stadion: Warum Proficlubs wie der BVB mehr Verantwortung übernehmen müssen

Gute Nachricht für die Fans

Polizisten im Stadion bei Fußballspielen sind zumindest bei einigen Fangruppen nicht besonders gern gesehen. Die Vereinbarung dürfte sie deshalb freuen. Und tatsächlich: Bei den Fans komme das überwiegend gut an, sagt Florian Hansing vom Fan-Projekt Dortmund. "Weniger Polizei bedeutet weniger Konfliktpotenzial. Wir sehen das als Chance", sagt er dem WDR.

Mehr Verantwortung beim BVB

In der Kooperationsvereinbarung ist festgelegt, dass die Vereine vor den Spielen mit der Polizei sprechen und das Risiko gemeinsam bewerten. Bei Spielen mit geringerem Konfliktpotenzial wäre dann vor allem das Personal des BVB für die Sicherheit zuständig.

"Mit Blick auf diese Reduzierungen werden wir unsere Ordnungsdienstkräfte in angemessenem Umfang erhöhen. So sind wir uns unserer Verantwortung als Veranstalter im Stadion bewusst", schreibt der BVB auf WDR-Anfrage. Der BVB hoffe aber dennoch, dass die Polizei unabhängig von der Risikoeinschätzung einer Begegnung bei Straftaten kurzfristig handelt.

Sicherheit gewährleistet

Der neue Dortmunder Polizeipräsident Tim Frommeyer sieht die Sicherheit auch bei Spielen mit weniger Eskalationspotenzial gewährleistet, sagt er dem WDR im Studiogespräch. Man werde natürlich eingreifen, wenn es zu Straftaten kommt.

"Die Polizei Dortmund ist natürlich da und wird kräfteangepasst dort sein, um natürlich auch für Sicherheit zu sorgen." Tim Frommeyer, Polizeipräsident Dortmund

Was ist ein Risikospiel?

Aber welche der Partien wird als Risikospiel gewertet? Das Revierderby gegen Aufsteiger Schalke 04 auf jeden Fall. Konfliktpotential gibt es aber auch bei etlichen anderen Partien. Inwiefern die neue Kooperationsvereinbarung tatsächlich auch zu einer Entlastung der Polizei führt, ist ungewiss. Das werden die ersten Spieltage zeigen.

Fanperspektive fehlt

Verhindern möchte der Innenminister mit der Kooperationsvereinbarung vor allem Pyrotechnik. Es soll verstärkte Kontrollen geben. Auch Stadionverbote wurden diskutiert. Das Problem für Florian Hansing: die Fanprojekte seien in die Ausarbeitung nicht eingebunden worden. Man könne die Lage nicht nur mit Repressionen verbessern - sondern auch durch die stärkere Einbindung der Fans. Deren Perspektive fehlt Hansing in der Kooperationsvereinbarung.

Fest steht: Wie gut die neue Kooperationsvereinbarung in der Praxis umgesetzt werden kann, wird auch von der Arbeit des eingesetzten Sicherheitspersonals abhängen.

Unsere Quellen:

  • WDR-Reporter vor Ort
  • WDR-Gespräch mit Florian Hansing vom Fanprojekt Dortmund
  • Pressekonferenz des Innenministers Reul
  • Stellungnahme Borussia Dortmund
  • WDR-Gespräch mit dem Dortmunder Polizeipräsidenten

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Dortmund, 27.08.2026, 19.30 Uhr