„Wir müssen uns die Fahne zurückholen“: Der neue Bundestrainer redet jetzt Klartext

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„Wir müssen uns die Fahne zurückholen“: Der neue Bundestrainer redet jetzt Klartext

Klopp über Patriotismus: „Ich würde uns gerne die Fahne zurückholen"

Stand: 17.09.2026, 14:57 Uhr

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Jürgen Klopp sprach bei seiner ersten Nominierungs-PK als Bundestrainer über Nationalstolz: Patriotismus dürfe nicht den „falschen Leuten“ überlassen werden.

An dieser Stelle sei Jürgen Klopp zitiert, als er auf seiner Pressekonferenz zur Nominierung einer Fußballmannschaft auf sein Käppi mit der Aufschrift „Einer von 83 Millionen“ angesprochen wurde. Der neue Bundestrainer nutzte das Forum dankenswerterweise mit Zivilcourage, um über die Kreidelinien hinauszulaufen, hinein in die große Politik.

Das Käppi sitzt: Bundestrainer Jürgen Klopp bei der Nominierungs-PK auf dem Podium.

Das Käppi sitzt: Bundestrainer Jürgen Klopp bei der Nominierungs-PK auf dem Podium. © EPA/Christopher Neundorf

Er sagte mit Blick auf Sachsen-Anhalt: „Es hat eine Wahl stattgefunden, die manche Leute okay fanden. Viele andere haben gedacht: ,Du lieber Himmel. Was passiert denn da?´“ Er könne aus seiner Sportlerperspektive sagen: „Ich würde uns gerne die Fahne zurückholen.“ Er möchte, dass jemand, der die Fahne schwingt, auch verstehe, „dass du Glück hattest, in einem so wundervollen Land geboren, aufgewachsen oder hinzugezogen zu sein und hier lebst“.

Klopp und das Echo auf die guten Worte von Vorgänger Nagelsmann

Diese Wahrnehmung bei den Menschen „hätte ich schon ganz gerne“. Er wolle „den Nationalstolz nicht den falschen Leuten überlassen“. Aber er zweifle gerade, ob man dieses Wort überhaupt nutzen dürfe. „Da bin ich mir nicht sicher, ohne dass es falsch verstanden wird.“ Klopp hörte an dieser Stelle nicht auf, er zierte sich nicht, er wollte noch mehr sagen.

Er würde gern von „positivem Patriotismus“ sprechen. Bei der Kaderzusammenstellung sei ihm auch die derzeitige Stimmungslage in Deutschland in den Sinn gekommen: „Ich habe nicht geguckt, was wir nicht haben, sondern, was wir haben. Ab und zu vielleicht mal draufzuschauen, was wir hier Gutes haben, wäre für manche Leute durchaus eine Herangehensweise.“

Das waren gute Worte. Gute Worte, die dereinst in etwas anderem Duktus auch sein Vorgänger Julian Nagelsmann gewählt hatte, als er nach dem Aus bei der Heim-EM mit einer Metapher an den Gemeinschaftssinn im Land appellierte. „Wenn ich meinem Nachbarn helfe, die Hecke zu schneiden, dann ist er schneller fertig, als wenn er es alleine macht.“

Die gesellschaftliche Autorität eines Fußball-Bundestrainers misst sich zuvorderst an dessen sportlichem Erfolg. Nagelsmanns Botschaft ist irgendwann verhallt. Sein Nachfolger hat ihr ein Echo verschafft, das lauter ist als das Original. 20 Jahre, nachdem Deutschland im Sound des Sommermärchens ein neues Wir-Gefühl entdeckte, ist das dringlicher denn je.