Bürgermeister Andreas Brandt kandidiert nach 16 Jahren im Amt erneut

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Bürgermeister Andreas Brandt kandidiert nach 16 Jahren im Amt erneut

Stand: 14.08.2026, 19:00 Uhr

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Andreas Brandt hat nach 16 Jahren nicht genug. Der 55-Jährige bewirbt sich für eine weitere Amtszeit als Langwedeler Bürgermeister.

Andreas Brandt hat nach 16 Jahren nicht genug. Der 55-Jährige bewirbt sich für eine weitere Amtszeit als Langwedeler Bürgermeister. © Wenck

Der 55-jährige Sozialdemokrat ist seit März 2010 im Amt. Nach all der Zeit bewirbt er sich nun „hoch motiviert“ um eine weitere Amtszeit.

Langwedel – „Ich bin noch hoch motiviert“, sagt Andreas Brandt. Natürlich will er Bürgermeister bleiben. Seit dem 9. März 2010 ist der heute 55 Jahre alte Sozialdemokrat im Amt. Als damals die Anfrage der SPD kam, ob er kandidieren würde, „habe ich beim ersten Mal abgelehnt“, gibt er heute zu. Der Völkerser saß bereits seit 2004 im Gemeinderat. Er ist in Völkersen aufgewachsen, in Langwedel zur Realschule gegangen. Er ist in der Feuerwehr, im Schützenverein, hat Fußball gespielt.

Industriemechaniker hat er gelernt. 1988 wählen ihn die Auszubildenden als Jugendvertreter. 1994 kommt er zum ersten Mal in den Betriebsrat und wird 2004 Vorsitzender des Betriebsrates der DB Fahrzeuginstandhaltung Bremen. Die Bahn soll Stellen abbauen, das Ausbesserungswerk steht mehr als einmal vor der Schließung. Die Arbeitnehmervertreter wehren sich, erfolgreich. „Das Werk gibt es heute noch“, sagt Brandt. Er ist auch im Gesamtbetriebsrat der Bahn, verhandelt Tarifverträge mit aus.

2009 allerdings ist er in Elternzeit, betreut den zweieinhalbjährigen Sohn. Ehefrau Wibke soll wegen der Familie nicht auf ihre Karriere im Bankenwesen verzichten müssen. Aber dann ändert sich die familiäre Situation, weiterer Nachwuchs kündigt sich an. Andreas Brandt kandidiert für die Nachfolge von Andreas Mattfeldt (CDU), der vom Langwedeler Rathaus in den Bundestag wechselt, und wird zum Bürgermeister gewählt.

„Ich hatte eine Woche Zeit, mein Büro bei der Bahn leerzuräumen.“ Er muss Verbindungen, Kontakte abbrechen. Wenig später kommt der Anruf von einer Kollegin aus der Tarifkommission bei der Bahn: „Wo bleibst du?“ Sein Wechsel in die Gemeindeverwaltung hat sich noch nicht überall herumgesprochen. Er hat, verwurzelt wie er im Flecken Langwedel ist, viele Kontakte vor Ort. „Ins Amt hab‘ ich mich reingearbeitet“, sagt Brandt. Öffentliche Verwaltung ist ein ganz anderes Geschäft als die freie Wirtschaft, so seine Erfahrung.

Im Haushalt der Gemeinde ist das Personal ein ganz großer Posten, das kostet richtig Geld. Das fließt zum allergrößten Teil in die Kindertagesstätten. „Langwedel hat eine ganz schlanke Verwaltung. Andere Gemeinden mit vergleichbarer Größe leisten sich das Doppelte“, meint Brandt. Er ist der Chef von rund 30 Mitarbeitenden. „Wir gucken eben immer: Können, wollen wir uns das leisten?“

Die Gemeinde hat sich gut entwickelt, findet Brandt. „Langwedel steht heute richtig gut da“, sagt er und fügt mit einem Lächeln an: „Auch nach 16 Jahren Bürgermeister Andreas Brandt.“ Die Infrastruktur, die Unterstützung der Vereine und der Kulturvereine und des ganz wichtigen Ehrenamts zählt er auf. Sehr gut sei die Gründung einer Leader-Region erst mit Thedinghausen plus Verden, Achim und Oyten gewesen. So sind wertvolle EU-Fördermittel in einige Projekte geflossen.

Die Wohnungsbauentwicklung wäre ohne Corona eine andere gewesen, meint Brandt. So ist in den beiden Baugebieten in Daverden und Etelsen-Berkels noch etwas frei. „Die Weiterentwicklung des Gewerbegebietes ist eine echte Herausforderung.“ Die Gemeindeverwaltung sei mit den Eigentümern und Investoren im Gespräch. Ja, es gibt noch überplante Flächen. „Aber die sind alle in Privatbesitz.“ Dann sind da noch Mastställe in der Gegend. Quer durch das Gebiet verläuft eine Gasleitung, die nicht überbaut werden darf. „Das ist aber auch ein fraktionsübergreifendes Projekt.“ Da seien sich im Rat alle einig. „Ein Schuss ins Blaue geht da nicht.“

In der Nahversorgung, sprich Supermärkten, Läden und Geschäften, stehe man gut da. Bei der wichtigen Sicherung der ärztlichen Versorgung konnte die Gemeinde einen Investor für ein Projekt an der Straße Auf dem Sandberg gewinnen. Große Brocken hat Langwedel bei der Zusammenlegung von Feuerwehr und dem Bau neuer Wachen vor sich. Zur Einrichtung der Ganztagsgrundschule müssen Mensen gebaut werden, das kostet. Den Schulen schnelle Lösungen überzustülpen und dann zu schauen, ob es funktioniert, ist nicht sein Ansatz. „Das muss gemeinsam mit den Schulen und den Elternvertretern gemacht werden, wenn da am Ende etwas Vernünftiges entstehen soll. Ganztagsbeschulung ist etwas anderes als Betreuung.“

Zu Brandts Aufzählung gehören, unter anderem, die Digitalisierung, die Energiewende, die Sanierung des Kanalnetzes, der Schlosspark als „Herzensprojekt“. Er hat ein starkes Team im Rathaus. Seine Familie war, ist selbstständig. „Das hält mir den Rücken frei.“ Der Kontakt mit so vielen Leuten: „Das ist toll.“ Hat er sich eigentlich in den vergangenen Jahren verändert? Andreas Brandt überlegt. Und sagt dann: „Da ist wohl ein Stück Leichtigkeit verloren gegangen. Das muss ich schon sagen.“