Bürgermeister-Wahl in Beckingen: Bürgermeister werden? Was Marvin Bimperling wirklich antreibt

Marvin Bimperling (FDP) kandidiert für das Amt des Bürgermeisters in der Gemeinde Beckingen, weil er etwas verändern will. Im SZ-Gespräch erzählt er von seiner Vorliebe für Comedy, Motorsport – und was er in der Werkstatt seines Vaters gelernt hat.

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Bürgermeister-Wahl in Beckingen Bürgermeister werden? Was Marvin Bimperling wirklich antreibt

Beckingen · Marvin Bimperling (FDP) kandidiert für das Amt des Bürgermeisters in der Gemeinde Beckingen, weil er etwas verändern will. Im SZ-Gespräch erzählt er von seiner Vorliebe für Comedy, Motorsport – und was er in der Werkstatt seines Vaters gelernt hat.

03.09.2026 , 08:00 Uhr

Marvin Bimperling vor dem Alten Bahnhof in Beckingen. Dass er aus Versehen die Alarmanlage ausgelöst hat, hat der 30-Jährige mit Humor genommen.

Foto: Ruth Hien

Knapp zehn Minuten bevor Marvin Bimperling auf den Parkplatz des Saargartens in Beckingen fährt, fängt es an zu regnen. Der erste Regen seit Wochen. Aus dem Gespräch im Freien wird eher nichts. Alternativ schlägt er den Alten Bahnhof vor. Als er dort die Tür aufschließt, springt die Alarmanlage an. Bimperling greift zum Telefon, um Entwarnung zu geben, während Anwohner auf die Straße treten, um nach dem Rechten zu sehen. Schließlich muss eine Verwaltungsmitarbeiterin ausrücken, um die Alarmanlage wieder scharf zu stellen. Es lässt sich sagen: Das Treffen startet mit einer guten Portion Situationskomik.

Marvin Bimperling mag Gespräche, in denen gelacht wird

Wie gut, dass Marvin Bimperling ein Fan von Comedy ist. „Das bringt mich zum Lachen“, erzählt er. Am liebsten mag er Comedy, die sich über Stereotypen lustig macht. Die Zwischenmenschliches vor Augen geführt und in der man sich manchmal selbst erkennt. Auch in Gesprächen mag es der 30-Jährige, wenn mal gelacht wird, wenn es locker ist. „Das sind so die besten Gespräche, die man hat. Nicht so steif und so ernst“, findet er.

Was nicht bedeutet, dass er Dinge nicht ernst nimmt. Im Gegenteil. Was Bimperling besonders wichtig ist: eine eigene Meinung zu haben und dafür auch zu kämpfen. Ganz schlimm findet er, wenn Menschen eine Meinung nur annehmen, weil sie beispielsweise innerhalb einer Partei vertreten wird, ohne dass sie selbst dahinterstehen. Oder wenn sie eine Meinung aufgeben, sobald sie auf Widerstand stoßen. Inspiriert habe Bimperling daher noch am ehesten Guido Westerwelle, der seiner Ansicht nach zu seinen Überzeugungen gestanden hat. Ansonsten habe ihn niemand groß inspiriert. „Ich bin eigentlich jemand, der sich immer gerne selbst Gedanken macht“, sagt der Softwareentwickler.

Mit Erfahrungen in der Selbstständigkeit sieht er sich gut vorbereitet

Mit seinen Erfahrungen im Unternehmertum und in der Selbstständigkeit – und damit auch im Fällen von Entscheidungen – sieht sich Bimperling gut auf das Amt als Bürgermeister vorbereitet. Dabei steht auf seiner persönlichen To-Do-Liste gar nicht mal an erster Stelle, Bürgermeister der Gemeinde Beckingen zu werden. „Ganz oben steht eigentlich, etwas zu verändern“, erklärt er. Mit dem Amt des Bürgermeisters sei genau das möglich.

Sich selbst beschreibt Marvin Bimperling als „relativ offen“. Er sei jemand, der gerne zuhört, um sein Gegenüber auch kennenzulernen. Außerdem bezeichnet er sich als „sehr hilfsbereit“: „Wenn ich irgendwo was machen kann, dann bin ich direkt dabei.“ Als „Schwachsinn“ bezeichnet er hingegen, einem Verein nur beizutreten, um sagen zu können, dass man dort Mitglied ist. „Dann unterstützt man lieber so mal, wenn Unterstützung gebraucht wird“, findet er. In einem Verein zu sein, bedeutet für Bimperling, sich auch zu engagieren – und das ist dann halt zeitintensiv.

Eine Vorliebe für Motorsport

Bimperling ist im Kultur- und Heimatverein – und in einem Motorsportclub, dem Automobil- und Touring-Club (ATC) in Merzig. „Wir haben leider keinen mehr in Beckingen“, sagt er. Früher gab es wohl einen großen Motorsportclub in Honzrath, aber den kennt er nur aus Erzählungen. „Motorsport ist ein großes Thema bei mir“, erzählt der 30-Jährige. Lange ist er selbst gefahren, momentan pausiert er aus zeitlichen Gründen. „Aber selbst zu fahren ist schon besser als zu gucken“, grinst er.

Schon als Kind hat Bimperling viel Zeit in der Werkstatt seines Vaters verbracht. Dort ist er nicht nur mit Motoren in Kontakt gekommen, sondern habe auch wertvolle Erfahrungen gesammelt: „Man hat viele verschiedene Menschen dort kennengelernt und auch gesehen, wie es als Selbstständiger so ist. Bis heute ist das auch noch mein Hobby, dort zu helfen.“

Bimperling ist gerne mit seinen zwei Hunden unterwegs

Ansonsten fährt Bimperling im Winter gerne Ski, bevorzugt in Tirol. Er mag es, unterwegs zu sein und Neues zu entdecken. Und zum Entspannen geht er gerne raus, im Wald spazieren, mit seinen zwei Hunden: einem Puli namens Lieselotte und einem Mischling aus einem Toller und einem Sheltie namens Kimmy.

Zu seinen Lieblingsorten in der Gemeinde Beckingen zählt Marvin Bimperling das Fischerberghaus in Saarfels: „Das ist ein schöner Ort mit Aussicht“. Im Sommer hält er sich gerne entlang der Saar auf, an der Staustufe etwa, oder im Saargarten. Gedanklich geht er weiter das Tal hoch, nennt das Kupferbergwerk in Düppenweiler. Am Huthaus könne man im Sommer ebenfalls schön sitzen. „Und was noch ein Lieblingsort ist, weil ich gerne Eis esse, ist in Reimsbach die Eisdiele“, verrät Bimperling und lacht. Seine Lieblingssorten? „Ganz klassisch Vanille. Und Erdbeere.“

Als Kind wollte Marvin Bimperling Pilot werden

Als Kind wollte der 30-Jährige übrigens Rettungspilot werden und später allgemeiner Pilot. Allerdings sei aus gesundheitlichen Gründen nichts daraus geworden, das ließen die gesetzlichen Vorgaben in Deutschland noch nicht zu. Ganz aufgegeben hat Bimperling den Gedanken aber noch nicht: „Vielleicht wird es irgendwann wenigstens noch Privatpilot.“

Als Talent – wobei sich Bimperling nicht sicher ist, ob er das als solches bezeichnen würde – nennt er: „Es fällt mir sehr einfach, mich in Themen relativ schnell und tief einzuarbeiten.“ Das sei in der Politik sehr hilfreich. Und noch etwas habe er in seinem kommunalpolitischen Wirken gelernt: „Egal wie langweilig sich ein Thema am Anfang anhört, wenn man tiefer drin ist, wird es immer interessanter.“ (lal)