Bürohund wundert sich: Seit KI ist Perfektion plötzlich verdächtig

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Bürohund wundert sich: Seit KI ist Perfektion plötzlich verdächtig

Stand: 09.09.2026, 18:56 Uhr

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Ein Azubi liefert zwei fehlerfreie Seiten – und macht sich damit verdächtig. KI könnte ausgerechnet das Unperfekte wieder zum Qualitätsmerkmal machen.

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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit Markt und Mittelstand.

Schlagartig werde ich wach, als Herrchens Stimme durchs Büro dröhnt. Der Bericht von Azubi Nepomuk-Ocean regt ihn auf. „Ich hasse diesen Kah-iih-Singsang, kann man denn nicht mal mehr einen einfachen Report selbst schreiben?“

Humanoide Roboter in China

Roboter-Hunde tauchen bereits gelegentlich im Straßenbild chinesischer Großstädte auf. © Johannes Neudecker/dpa

Als Kollege Klaus fragt, woher er denn wissen wolle, dass Nepomuk-Ocean die Kah-iih bemüht habe, antwortet Herrchen: „Zwei Seiten Text vom Auszubildenden ohne einen Tippfehler! Von einem Ah-Zuh-Bih! Hallo?!“

Interessant, denke ich. Wo steckt diese Kah-iih bloß? Abends erzählt er Frauchen aufgeregt davon. „Wer nur noch Kah-iih nutzt, nimmt doch die Abkürzung: Schnell gemacht, sieht hübsch aus, aber inhaltlich durchschnittlich.“ Schnitzelbrötchen, denke ich, wässrige Panade, vollgeschmiert mit grässlichem Ketchup. 

Frauchen beschreibt es etwas eleganter: Kah-iih bringe eben die Nostalgie des Imperfekten mit sich, die Sehnsucht nach Fehlern wie früher. Immerhin lobt sie Herrchen, dass er nicht auf die Emotionsvektoren der Kah-iih hereinfalle.

„Studien zeigen nämlich, dass Menschen eine stärkere Nähe zu Tschättbotts aufbauen können als zu Menschen. Das nennt man Neo-Emotion.“ Immer mehr Menschen hätten sogar Schuldgefühle gegenüber der Kah-iih, wenn sie sie die ganze Arbeit erledigen ließen.

Könnte Herrchen vielleicht auch mal gebrauchen, diese Kah-iih. Dann müsste er sich nicht mehr so viel aufregen. Jetzt entfernt er akribisch meine Haare von der Couch. Dabei stören die doch gar nicht, wenn ich draufliege. Quelle: Print-Ausgabe von Markt und MIttelstand September 2026

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Die Lage auf einen Blick

  • KI-Texte werden sprachlich immer perfekter.
  • Fehlerfreiheit kann dadurch selbst zum KI-Signal werden.
  • Menschliche Unvollkommenheit könnte an Wert gewinnen.
  • Perfekte Texte sind nicht automatisch originelle Texte.
  • Chatbots können emotionale Reaktionen auslösen.
  • Persönlichkeit wird in einer Welt voller KI-Content zum Unterscheidungsmerkmal.
  • Kleine Fehler könnten paradoxerweise wieder für Authentizität stehen.