Butzbach erhält 2800 Euro vom Land für Besuch aus Collecchio
Die Hessische Staatskanzlei fördert den Besuch einer italienischen Delegation in Butzbach mit 2779,84 Euro. Die Gäste aus der Partnerstadt Collecchio staunten vor allem über die Bezahlung der Saisonarbeiter nach Mindestlohn.
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Stand: 07.08.2026, 07:00 Uhr
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Die Hessische Staatskanzlei fördert den Besuch einer italienischen Delegation in Butzbach mit 2779,84 Euro. Die Gäste aus der Partnerstadt Collecchio staunten vor allem über die Bezahlung der Saisonarbeiter nach Mindestlohn.
Butzbach – Von der Staatskanzlei in Wiesbaden ist am Mittwoch Karin Müller, Staatssekretärin für Bundes- und Europaangelegenheiten, nach Butzbach gekommen, um dem Städtepartnerschaftsverein eine finanzielle Zuwendung in Höhe von 2.779,84 Euro zu überreichen. Mit diesen Mitteln wird der Besuch einer großen Delegation aus der italienischen Butzbacher Partnerstadt Collecchio Ende Mai unterstützt.
Der Verein
Der Städtepartnerschaftsverein Butzbach unterstützt seit seiner Gründung im Jahr 2009 die Pflege der Städtepartnerschaften der Stadt Butzbach. Mit Schüleraustauschen, Vereinsbegegnungen, gegenseitigen Besuchen und kulturellen Projekten bringt er Menschen aus verschiedenen Ländern zusammen und leistet einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung auf kommunaler Ebene. Begleitet werden die Partnerschaften mit Eilenburg (Sachsen), Saint-Cyr-l‘École (Frankreich) und Collecchio (Italien) sowie die Patenschaft mit der tschechischen Stadt Teplá.
„Ohne diese Förderung hätten wir das anspruchsvolle Besuchsprogramm nicht in der notwendigen Qualität durchführen können“, bemerkte Christine Borchers-Fanslau vom Vorstand des Städtepartnerschaftsvereins bei der Überreichung im Ratsherrensaal im Butzbacher Rathaus. „Sehr gerne unterstütze ich Ihre Aktivitäten im Rahmen der Zusammenarbeit mit der hessischen Partnerregion Emilia-Romagna als sichtbares Zeichen für die Verbundenheit mit Europa“, schreibt Staatsminister Manfred Pentz in seinem Bewilligungsschreiben.
Von dem ungewöhnlich umfangreichen Programm zeigte sich selbst die Staatssekretärin beeindruckt, bei dem die lokale Landwirtschaft im Vordergrund stand. Besichtigt und kennengelernt hatten die italienischen Gäste die Betriebe der Hoffreunde in Butzbach mit den Schwerpunkten Ackerbau, Bullenmast, Kartoffelmanufaktur und Energiegewinnung durch Biogas sowie in Gambach mit dem Erdbeeranbau, Anbau von Sonderkulturen, Nachhaltigkeit, ressourcenschonender Bewässerung, Vermarktungsstrategien, Maschinen italienischer Hersteller und Arbeitsbedingungen für Saisonarbeiter. Bei diesem Thema staunten die Gäste über die Bezahlung nach Mindestlohn sowie die bereitgestellten Unterkünfte. Das sei in Italien nicht der Fall, und Berichte über die Vorfälle in Süditalien kurz nach dem Besuch gaben einen Einblick in die dortigen Arbeitsbedingungen.
Professionelle Simultanübersetzung
Das Interesse an dem erwarteten Austausch war groß. Vertreter von sechs Vereinen nahmen daran teil, darunter das kulturelle und soziale Zentrum von Collecchio Il Colle, die Kultur- und Heimatvereinigung Pro Loco, die ehrenamtlich in der Tourismusförderung und Vermarktung regionaler Produkte aktiv ist, sowie die Assistenza Volontaria, die ehrenamtlich viele Aufgaben im lokalen Gesundheits- und Sozialwesen übernimmt. Auch die Stadträte für Städtepartnerschaften und Bildungspolitik in Collecchio nahmen an der Fahrt teil. Für die beiden Bürgermeister Maristella Galli aus Collecchio und Sascha Huber aus Butzbach war es die erste Gelegenheit, sich kennenzulernen.
Bei einer so großen Delegation erforderte die Besichtigung der Höfe mit den Wirtschaftsbauten und weitläufigen Anbauflächen eine drahtlose Tonübertragung der Übersetzung, die von einer professionellen Simultandolmetscherin geleistet wurde. Beides konnte dank der Unterstützung der Staatskanzlei finanziert werden, sodass die detaillierten Informationen während der Führungen bei den Besuchern auch ankamen. Bürgermeister Huber zeigte sich erfreut darüber, dass dieses erste Zusammentreffen in seiner Amtszeit so professionell abgelaufen ist.