Café „Hereinspaziert" öffnet ohne feste Zeiten – und ist trotzdem voll

StartseiteLokalesFürstenfeldbruckLandsberiedStand: 04.09.2026, 14:00 UhrKommentareUns auf Google folgen„Hereinspaziert“: Der Name ist Programm beim Café von Stefanie Hainz. © Thomas BenediktStefanie Hainz betre...

  • 3 min read
Café „Hereinspaziert" öffnet ohne feste Zeiten – und ist trotzdem voll

Stand: 04.09.2026, 14:00 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

„Hereinspaziert“: Der Name ist Programm beim Café von Stefanie Hainz.

„Hereinspaziert“: Der Name ist Programm beim Café von Stefanie Hainz. © Thomas Benedikt

Stefanie Hainz betreibt ihr Café am Dorfweiher in Landsberied seit einem Jahr nach eigenen Regeln. Wann genau geöffnet ist, erfahren Gäste über Instagram und Flyer.

Landsberied – Wenn Stefanie Hainz auf das vergangene Jahr zurückblickt, scheint sie es manchmal selbst kaum fassen zu können. „Dass es so gut angenommen wird, damit habe ich nicht gerechnet.“ Im Juli 2025 erfüllte sie sich einen Herzenswunsch und eröffnete mit dem „Hereinspaziert“ am Dorfweiher in Landsberied ihr eigenes Café.

Damals noch mit einigen Absicherungen: Das Grundstück, auf dem der aus vier Containern bestehende Bau steht, gehört ihrer Familie. Pflasterarbeiten und Anschlüsse übernahm ihr Mann Christoph, Bauhof-Chef in Landsberied. Und sollte alles schiefgehen, hätten sich die bereits als Café eingerichteten Container wohl mit überschaubarem Verlust wieder verkaufen lassen.

Doch die Realität könnte kaum weiter von diesem Worst-Case-Szenario entfernt sein. „Es läuft“, sagt die 38-jährige Mama von drei Buben und lacht. Die Landsberieder hätten das Café von Anfang an gut angenommen. Und das, obwohl es bis heute keine festen Öffnungszeiten gibt. „Grobe Regel: Mittwoch und Sonntag“, sagt Hainz. Im Sommer habe man auch mit Freitag und Samstag experimentiert – eine Regelmäßigkeit entstand daraus jedoch nicht. Wann genau geöffnet ist, erfahren die Gäste per Flyer und auf Instagram. Ein Modell, an dem Hainz festhalten möchte. „Solange es funktioniert.“

Zusätzlich kann das Café für Feiern und Veranstaltungen gebucht werden. „Wir hatten schon alles hier“, erzählt die 38-Jährige: Geburtstage, Hochzeitsjubiläen, Weihnachtsfeiern oder Beerdigungen. „Das ganze Spektrum.“ Gerade wie gut gerade diese privaten Feiern angenommen werden, habe sie überrascht. Konkurrenz zum örtlichen Dorfwirt möchte Hainz aber ausdrücklich nicht sein. „Den Platz für große Gruppen haben wir auch gar nicht.“

Auch beim kulinarischen Angebot setzt sie sich bewusst vom Dorfwirt ab: Kaffee, Kuchen und Eis bilden die Basis. Die Kuchen bezieht Hainz von der Bäckerei Pastötter in Dünzelbach und der Bäckerei Drexler in Jesenwang. Als echter Renner haben sich zudem Spritz-Getränke in zahlreichen Variationen herausgestellt. Besonders beliebt seien inzwischen auch die alkoholfreien Varianten. Einmal im Monat gibt es außerdem ein Weißwurstessen.

Und immer wieder kommen Hainz spontan neue Ideen. Als im Winter die Oberlacha zugefroren war, bot sie kurzerhand Glühwein und Waffeln an.

Damit all das funktioniert, packt die ganze Familie mit an. „Ohne Oma, Papa und Mann geht es nicht“, sagt Hainz. Ihr Mann hört mittwochs immer pünktlich auf, um entweder im Café zu helfen oder sich um die Kinder zu kümmern. Sonntags ist er ohnehin mit dabei. Auch die Großeltern unterstützen bei Besorgungen und der Kinderbetreuung. Wobei die drei Buben keineswegs immer nur betreut werden müssen. „Die wuseln hier auch immer mit.“ Sind andere Kinder zu Gast, verwandelt sich der angrenzende Hof der Familie schnell in einen zusätzlichen Spielplatz.

Dass ihre Gäste das gesamte Altersspektrum abdecken, freut die 38-Jährige besonders. Und während zu Beginn vor allem Landsberieder ins „Hereinspaziert“ kamen, wächst der Kreis inzwischen langsam über die Ortsgrenzen hinaus. Auch Aicher, Jesenwanger und Schöngeisinger seien schon zu Gast gewesen. „Es bringt immer wieder jemand einen mit und der erzählt es weiter“, sagt Hainz. Mundpropaganda funktioniert. „Der Kreis wird größer.“

Entsprechend positiv fällt ihr Fazit nach gut einem Jahr aus. „Ein kleiner Traum ist wahr geworden.“ Und vielleicht wächst der noch weiter. Das Thema Frühstück spukt Stefanie Hainz schon länger im Kopf herum. Konkrete Pläne gibt es noch nicht. Muss es aber auch nicht: „Es ist ja alles noch ausbaufähig.“