Letzte Frist: Im Streit um Ceuta stellt Spanien Italiens Regierungschefin Meloni Ultimatum
Streit mit Italien Spaniens Premier stellt Meloni ein UltimatumVon dpa, afp, t-onlineAktualisiert am 07.08.2026 - 18:36 UhrLesedauer: 3 Min.Europa kommt nach dem Ansturm auf Ceuta nicht zur Ruhe. Spaniens Regie...
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Streit mit Italien
Spaniens Premier stellt Meloni ein Ultimatum
Von dpa, afp, t-online
Aktualisiert am 07.08.2026 - 18:36 UhrLesedauer: 3 Min.
Europa kommt nach dem Ansturm auf Ceuta nicht zur Ruhe. Spaniens Regierungschef Sánchez setzt Italiens Ministerpräsidentin Meloni eine letzte Frist.
Spanien hat Italiens Regierung ultimativ zur Beendigung der wegen der Ceuta-Krise eingeführten Grenzkontrollen aufgefordert. „Sollte sie dies bis Sonntag, den 9. August, nicht tun, sieht sich Spanien gezwungen, verhältnismäßige Maßnahmen zum Schutz der Interessen und der Würde seiner Bürger zu ergreifen", zitierte der staatliche Sender RTVE aus einer Mitteilung der Regierung in Madrid.
Auslöser ist der Ansturm von rund 72.000 Menschen, die vom vergangenen Wochenende an von Marokko aus die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta erreichten – rund 80 von ihnen kamen dabei ums Leben.
Italien hatte darauf mit der Aussetzung des Schengen-Abkommens über den freien Personenverkehr reagiert. Wer per Flugzeug oder Schiff aus Italien einreist, muss seither mit Passkontrollen rechnen; auch die Kontrollen an den Landesgrenzen wurden verschärft. Betroffen sind vor allem Reisende ohne EU-Staatsbürgerschaft. Die spanische Regierung hält die Kontrollen für unfair, den Interessen der EU zuwiderlaufend und diskriminierend gegenüber der eigenen Bevölkerung. Italien müsse Spanier „behandeln wie andere EU-Bürgerinnen und -Bürger auch", forderte Madrid.
Zuvor hatten sich die EU-Staaten bei Krisenberatungen der Innenminister am Dienstag auf eine unabhängige Untersuchung der Vorgänge verständigt und den öffentlichen Streit eingestellt. Mit dem Ultimatum legte Sánchez nun nach – und auch sein Außenminister José Manuel Albares erhöhte den Druck: Es gebe „keinen Grund" für Italien, die Grenzkontrollen aufrechtzuerhalten.
Meloni bleibt hart
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni machte deutlich, dass sie sich an kein Ultimatum halten werde. „Italien lässt sich in Fragen der nationalen Sicherheit und der Grenzkontrolle keine Ultimaten oder Vorgaben aus dem Ausland diktieren", heißt es in einer Erklärung ihres Büros. Die Kontrollen würden erst aufgehoben, „wenn sicher ist, dass es keine Sicherheits- oder Terrorismusrisiken für Italien gibt, es keine neue Welle gibt und keine irregulär eingereisten Migranten auf europäischen Boden kommen".
Damit stehen sich die beiden EU-Staaten unversöhnlich gegenüber. Sánchez fordert das Ende der Kontrollen bis zum 9. August, Meloni will daran mindestens bis zum 15. August festhalten. Bis dahin sei mit einer weiteren Migrationswelle in Ceuta zu rechnen, erklärte ihr Büro. Die rechte Regierungschefin von der Partei Fratelli d'Italia bezeichnete die Maßnahme als „außerordentlichen" Schritt, um „die nationale Sicherheit zu schützen". Zugleich sollten die Grenzbehörden „ihr Äußerstes tun", um Spaniern und EU-Bürgern die Einreise so einfach wie möglich zu machen.