China testet den Ernstfall: Sonde soll Asteroiden aufbrechen– mit 32.000 km/h
Ein Asteroideneinschlag gehört zu den seltensten, aber potenziell verheerendsten Naturereignissen. Um für einen solchen Fall vorbereitet zu sein, arbeitet China an einer eigenen Abwehrmission im All. Anders als...
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Ein Asteroideneinschlag gehört zu den seltensten, aber potenziell verheerendsten Naturereignissen. Um für einen solchen Fall vorbereitet zu sein, arbeitet China an einer eigenen Abwehrmission im All. Anders als bei einem früheren Test der US-Raumfahrtbehörde NASA soll die geplante Mission nicht nur die Bahn eines Asteroiden verändern, sondern auch untersuchen, wie sein Inneres auf einen direkten Einschlag reagiert.
Ziel der Mission ist der erdnahe Asteroid 2015 XF261. Der etwa 30 Meter große Himmelskörper soll von einer Sonde mit einer Geschwindigkeit von rund neun Kilometern pro Sekunde getroffen werden – das entspricht mehr als 32.000 Kilometern pro Stunde.
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Test für den Schutz der Erde
Die Mission wird von der chinesischen Raumfahrtbehörde CNSA vorbereitet. Wissenschaftler der Tsinghua-Universität um Nan Zhang haben dafür ein Konzept entwickelt, bei dem zwei Raumfahrzeuge gemeinsam ins All geschickt werden sollen: Eine Sonde übernimmt den eigentlichen Aufprall, eine zweite soll den Asteroiden aus nächster Nähe beobachten.
Die Beobachtungssonde soll Daten sammeln, bevor, während und nachdem die Kollision stattfindet. Die Forscher wollen herausfinden, wie sich der Einschlag auf die Form, Oberfläche und Bewegung des Asteroiden auswirkt.
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Anders als bei einem gewöhnlichen Ablenkungsmanöver könnte der Asteroid durch die Wucht des Aufpralls sogar teilweise zerbrechen. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Einschlag Einblicke in das Innere des Gesteinskörpers ermöglichen könnte.
Vorbild NASA: Mission DART
China orientiert sich bei seinem Vorhaben an der DART-Mission der NASA. Die US-Raumfahrtbehörde hatte 2022 erstmals erfolgreich getestet, ob sich die Bahn eines Asteroiden durch einen gezielten Zusammenstoß verändern lässt.
Damals raste eine etwa 610 Kilogramm schwere Sonde mit rund 22.500 Kilometern pro Stunde in den Asteroidenmond Dimorphos. Der Einschlag verkürzte dessen Umlaufzeit um 33 Minuten. Damit bewies die NASA, dass ein Asteroid durch einen sogenannten kinetischen Impakt beeinflusst werden kann.
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Allerdings war Dimorphos kein einzelner Asteroid, der um die Sonne kreist, sondern ein kleiner Begleiter des größeren Asteroiden Didymos. Die chinesische Mission soll dagegen direkt untersuchen, ob sich die Bahn eines einzelnen erdnahen Asteroiden verändern lässt.
Schwierige Suche nach kleinem Ziel
Die größte Herausforderung für China dürfte sein, den Asteroiden überhaupt präzise zu treffen. 2015 XF261 ist vergleichsweise klein und sehr lichtschwach. Nach bisherigen Angaben wurde er erst 74-mal beobachtet.
Die Forscher rechnen deshalb damit, dass genaue Informationen über Größe, Form und Rotation des Asteroiden erst wenige Monate vor dem geplanten Vorbeiflug verfügbar sein könnten.

Eine Fernsteuerung von der Erde ist beim entscheidenden Anflug nicht möglich. Die Sonde muss den Asteroiden selbstständig erkennen und den Kurs für den Aufprall berechnen.
Vorbeiflug im Jahr 2029 oder 2030
Der Asteroid 2015 XF261 wird der Erde in den kommenden Jahren relativ nahe kommen, ohne eine Gefahr darzustellen. Nach bisherigen Berechnungen soll er sich im April 2029 auf etwa 6,8 Millionen Kilometer und im April 2030 auf rund 7,1 Millionen Kilometer Entfernung nähern. In dieser Phase könnte die chinesische Mission stattfinden.
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Ob die Sonde den kleinen Himmelskörper tatsächlich trifft und welche Folgen der Einschlag hat, bleibt abzuwarten. Sollte der Test gelingen, wäre China nach eigenen Angaben einen wichtigen Schritt weiter bei der Entwicklung von Technologien, die eines Tages die Erde vor gefährlichen Asteroiden schützen könnten.