CIA-Chef brachte Putin wohl düstere Botschaft: Brisante Details zu Moskau-Reise werden bekannt
StartseitePolitikStand: 29.09.2026, 23:36 UhrKommentareUns auf Google folgenKremlchef Wladimir Putin. © Maxim Shipenkov/picture alliance/dpa/Pool EPA via APDer CIA-Chef reiste heimlich nach Moskau. Hinter versc...
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Stand: 29.09.2026, 23:36 Uhr
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Der CIA-Chef reiste heimlich nach Moskau. Hinter verschlossenen Türen konfrontierte er den Kreml mit einer Prognose, die Putin noch immer ignorieren will.
Washington, D.C./Moskau – Ende August reiste CIA-Direktor John Ratcliffe nach Moskau. Der Besuch galt offiziell als routinemäßiger Geheimdienstkontakt. Doch nach Informationen der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) steckte dahinter eine weitaus brisantere Mission: Ratcliffe überbrachte dem Kreml den Befund amerikanischer Nachrichtendienste: Russland verliere den Ukraine-Krieg. Nicht an der Front, sondern wirtschaftlich.
CIA-Direktor: Die USA werden die Ukraine nicht fallen lassen
Lange kursierten verschiedene Spekulationen über den Zweck der Reise. Einmal hieß es, Ratcliffe habe Moskau angesichts eines Vorfalls in Leipzig vor einer Ausweitung des Krieges auf NATO-Staaten warnen wollen. Ein anderes Mal war die Rede davon, Trump habe mit seinen bisherigen Vermittlern – Sonderberater Steve Witkoff und Schwiegersohn Jared Kushner – in der Ukraine-Frage keine Fortschritte erzielt und setze nun auf den Chef seines Auslandsgeheimdienstes.
Nun soll ein ranghoher Diplomat, der mit der Unterrichtung westlicher Partnerdienste durch die CIA infolge der Reise vertraut ist, der FAZ den wahren Grund genannt haben. Russland schaffe es ökonomisch nicht. Die Wirtschaft werde zusammenbrechen – so wie in der Sowjetunion am Ende des Kalten Krieges. Militärisch laufe es in der Ukraine zwar auf eine Pattsituation hinaus, aber das sei nicht der entscheidende Faktor.

Verbunden mit dieser Botschaft war laut dem Diplomaten eine klare Klarstellung: Die amerikanische Ukraine-Politik richte sich auf der Grundlage dieses Befundes aus. Wladimir Putin solle also nicht darauf setzen, dass Trump den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj irgendwann fallen lasse. Stattdessen soll Moskau endlich verhandeln.
Russlands Haushalt unter Druck
Die Zahlen, die hinter dieser Einschätzung stehen, sind eindeutig. Von Januar bis August nahm Russland nach Angaben des russischen Finanzministeriums umgerechnet rund 270 Milliarden Euro ein, gab aber etwa 331 Milliarden Euro aus. Das ergibt ein Minus von rund 60 Milliarden Euro – allein in acht Monaten. Gleichzeitig brechen mit Öl und Gas die wichtigsten Einnahmequellen des Kremls zunehmend weg.
Die russische Zentralbank rechnet für das Gesamtjahr 2026 nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von null bis einem Prozent. Die Inflation soll zum Jahresende bei sechs bis sieben Prozent liegen, der Leitzins liegt bereits bei 14 Prozent. Das sind keine abstrakten Kennzahlen – sie zeigen, wie stark Putins Kriegsmaschine die russische Volkswirtschaft aushöhlt.
Dass diese Entwicklung auch innerhalb Russlands wahrgenommen wird, zeigte sich im August auf ungewöhnliche Weise. Der langjährige VEB-Chefökonom und frühere Vize-Wirtschaftsminister Andrej Klepatsch warnte öffentlich, Russland müsse sich auf einen „Kalten Krieg 2.0“ einstellen. Mit der bisherigen Wirtschaftspolitik werde das Land eine lange Konfrontation mit dem Westen nicht durchhalten: „Die Wirtschaft wird zum Stillstand kommen, und die Gesellschaft wird das wohl kaum akzeptieren.“ Als seine Aussagen publik wurden, feuerte der Kreml Klepatsch.
Der Westen wird deutlich – doch Putin hofft wohl auf eine bessere Ausgangslage
Auch auf diplomatischer Ebene mehren sich die Stimmen, die Russlands Lage klar benennen. Im UN-Sicherheitsrat sagte der polnische Außenminister Radosław Sikorski, bekannt für seine direkte Sprache, am Dienstag: Seit zwölf Jahren versuche Moskau, den Donbass einzunehmen – ohne Erfolg. Die Ukraine habe Russland gestoppt, obwohl sie nur ein Zehntel von dessen Wirtschaftsleistung besitze. Die Wirtschaftsleistung Europas sei zehnmal größer als die Russlands, die der NATO-Staaten sogar 25-mal größer. Sein Fazit: „Russland kann immer noch viele Leute töten, aber es kann nicht gewinnen.“
Bundesaußenminister Johann Wadephul forderte Putin am Dienstag dazu auf, endlich Verhandlungsbereitschaft zu signalisieren. Russlands Präsident müsse nach dessen Einladung zum G20-Gipfel in den USA „beweisen, ob es eine Friedensbereitschaft“ gebe. „Das unterstreicht man natürlich am besten dadurch, dass man von vornherein Schritte in diese Richtung macht“, sagte der CDU-Politiker bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem slowakischen Amtskollegen Juraj Blanar.
Ob diese Botschaften Putin zum Einlenken bewegen, ist zweifelhaft. Ohnehin hegen Experten Zweifel, dass Putin im Dezember zum G20-Gipfel in Florida erscheinen wird. Das Kalkül des Kremls könnte sein, in diesem Winter noch militärische Vorteile zu erzielen – um danach in einer besseren Verhandlungsposition zu sein. Wie lange die russische Wirtschaft dieses Kalkül trägt, ist die eigentliche offene Frage. (Quellen: FAZ, dpa, Bild) (nak)