Geheimdienst warnt: Putin will wohl Mittelmeerstaaten mit Drohnen angreifen
Putin weitet Drohnenattacken aus Geheimdienst warnt: Russland will Mittelmeerstaaten angreifenAktualisiert am 24.09.2026 - 13:28 UhrLesedauer: 2 Min.Geheimdienstinformationen zufolge plant Russland mögliche Dro...
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Putin weitet Drohnenattacken aus
Geheimdienst warnt: Russland will Mittelmeerstaaten angreifen
Aktualisiert am 24.09.2026 - 13:28 UhrLesedauer: 2 Min.
Geheimdienstinformationen zufolge plant Russland mögliche Drohnenangriffe auf Spanien, Frankreich oder Italien – abgefeuert von Handelsschiffen im Mittelmeer.
Der US-amerikanische Geheimdienst CIA hat mehrere europäische Regierungen vor möglichen russischen Drohnenangriffen auf die Länder Südeuropas gewarnt. Wie die spanische Zeitung "El Mundo" unter Berufung auf Geheimdienstkreise berichtet, sollen Spanien, Frankreich und Italien konkret als mögliche Ziele identifiziert worden sein. Die Informationen sollen kurz nach dem aufsehenerregenden Besuch von CIA-Direktor John Ratcliffe in Moskau am 25. August in den Umlauf europäischer Regierungen gelangt sein.
Als mögliches Angriffsmittel nennt "El Mundo" den russischen Drohnentyp Gerbera: etwa zwei Meter lang, mit einer Spannweite von 2,5 Metern und einem Gewicht von bis zu 18 Kilogramm. Die Drohne erreicht eine Geschwindigkeit von rund 160 Kilometern pro Stunde und hat eine Reichweite von bis zu 600 Kilometern. Laut Informationen des litauischen Verteidigungsministeriums, auf die sich "El Mundo" stützt, könnten die Drohnen von Handelsschiffen aus internationalen Gewässern abgefeuert werden – versteckt in Schiffscontainern und per Katapult gestartet. Von 200 bis 300 Kilometern Küstenentfernung würde der Flug etwa eineinhalb bis zwei Stunden dauern.
Macron berief Notfalltreffen ein
Das Ziel solcher Angriffe wäre nach Einschätzung von Experten weniger militärischer als politischer und wirtschaftlicher Natur. Mit einer Sprengladung von etwa vier bis fünf Kilogramm könnten die Gerbera-Drohnen zwar keine großen Anlagen zerstören, aber Flughäfen vorübergehend schließen, Brände auslösen oder exponierte Ausrüstung beschädigen. Keir Giles, Analyst am Londoner Thinktank Chatham House und Spezialist für russische Militärstrategie, warnt: "Nicht unbedingt die Frontstaaten werden das Ziel sein. Das Ziel wird dort sein, wo sich Europas schwächster Punkt befindet." Spanien und Großbritannien nennt er ausdrücklich als Länder, die nicht ausreichend in integrierte Luftverteidigungssysteme investiert hätten.
Als Reaktion auf die Geheimdienstwarnung hatte der französische Präsident Emmanuel Macron am 16. September den nationalen Verteidigungsrat einberufen – und zwei Tage später in einem ungewöhnlichen Schritt alle Parteivorsitzenden sowie die Präsidentschaftskandidaten für 2027 in den Élysée-Palast geladen. Mehrere Verteidigungsanalysten bestätigten "El Mundo", dass ein präziser CIA-Bericht über die geplante Operation in europäischen Außenministerien kursiere und von Frankreich besonders ernst genommen werde.
Russland hat seine Drohnenangriffe in Europa zuletzt schrittweise eskaliert. Nach dem Vorfall mit 19 unbemannten Flugkörpern im polnischen Luftraum vor einem Jahr gilt der jüngste Angriff auf den Flughafen Leipzig als deutliche Eskalationsstufe – deutsche Behörden machen den russischen Geheimdienst dafür verantwortlich. Moskau begründet seine Angriffe auf westliche Ziele mit dem Argument, dass Waffenlieferungen und Geheimdienstunterstützung für die Ukraine die betreffenden Länder zu legitimen Kriegsparteien machten. Laut "El Mundo" dürfte die Wahl der Ziele auch innenpolitisch kalkuliert sein: Spanien, Frankreich und Italien haben 2027 Wahlen, und in allen drei Ländern gibt es politische Kräfte, die Russland nahestehen oder die Unterstützung der Ukraine ablehnen.