Cyberpunk 2077: Dieser C64 läuft mit 77 MHz, kommt aber erst 2027
Commodore hat gemeinsam mit CD Projekt Red den Commodore 77 vorgestellt, die erste Lizenz-Sonderedition des Commodore 64 Ultimate. Angesprochen sind Retro-Sammler und Cyberpunk-Spieler, die für Gehäuse und Exkl...
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Commodore hat gemeinsam mit CD Projekt Red den Commodore 77 vorgestellt, die erste Lizenz-Sonderedition des Commodore 64 Ultimate. Angesprochen sind Retro-Sammler und Cyberpunk-Spieler, die für Gehäuse und Exklusivinhalte einen Aufpreis akzeptieren.
Beim Dekor bleibt es allerdings nicht: Der FPGA fällt größer aus als beim Serienmodell, die Auslieferung beginnt dafür erst 2027. Der Herstellershop weist den Preis in US-Dollar und Euro vor Steuern aus.
Commodore 77: Größerer AMD Artix-7 hebt den C64 auf 77 MHz
Der Commodore 77 setzt auf einen AMD Artix-7 ("XC7A100T"), einem FPGA mit 101.440 Logikzellen, während im Serienmodell der kleinere XC7A50T mit 52.160 Logikzellen arbeitet. Commodore beziffert die maximale Taktrate mit 77 MHz und stellt sie in der Ankündigung dem knapp 1 MHz schnellen Original von 1982 gegenüber.
Aussagekräftiger ist der Vergleich innerhalb der Ultimate-Reihe: Der reguläre C64 Ultimate erreicht im Turbomodus bereits 48 MHz, gegenüber dem Serienmodell bleiben damit rund 60 Prozent Mehrtakt. An der Kompatibilität ändert der größere Baustein nichts.
Commodore nennt weiterhin über 10.000 Spiele und Peripheriegeräte, von denen mehr als 99,9 Prozent laufen sollen, von Steckmodulen bis zu alten Diskettenlaufwerken. Laut Hersteller erfüllt der Commodore 77 mindestens die Spezifikationen der Ultimate-Reihe. Diese wurde zuletzt um den C64C Ultimate im Gehäuse von 1986 erweitert.
Für den Alltag zählt vor allem diese Kompatibilität. Der höhere Takt bleibt Nebensache, weil praktisch keine originale C64-Software davon profitiert und Turbomodi vorwiegend beim Laden und bei Eigenentwicklungen helfen.
Arasaka-Modul: Exklusive Demo von Arise und LukHash
Dem Commodore 77 liegt eine Demo der polnischen C64-Gruppe Arise bei, ausgeliefert auf einem 2 MiB großen Steckmodul im Design der Cyberpunk-Shards. Den Soundtrack steuert der Chiptune-Musiker LukHash bei, der 2021 bereits das Album "CyberChip" vollständig auf originaler C64-Hardware produziert hat.
Die nicht interaktive Demo nutzt Funktionen, die der Ultimate-Reihe vorbehalten sind, darunter Stereo-SID-Musik mit 24 Kanälen. Während sie läuft, blinken die LEDs im Sockel des rauchgrau-transparenten Gehäuses im Takt der Musik. Erhältlich ist die Demo ausschließlich mit der Sonderedition.
Äußerlich unterscheidet sich der Rechner durch eine aufgesetzte Metallplatte und aufgedruckte Graffiti-Tags. Hinzu kommt eine türkise Beleuchtung. Beigelegt werden ein eigener Startbildschirm für BASIC 2.0, geänderte Menüfarben, eine Neon-Power-LED sowie ein spiralgebundenes Handbuch mit Hintergrundtexten und abtippbaren BASIC-Listings.
Das Äußere zitiert Seocho Electronics, den fiktiven Cyberdeck-Hersteller aus Night City. Neu ist der Griff zu dieser Marke nicht: Schon die Cyberpunk-Sonderedition der Xbox One X von 2020 orientierte sich an demselben Konzern.
Preis und Auslieferung: Batch 1 erst im Februar 2027
Commodore verlangt für den Commodore 77 einen Vorbestellpreis von 377 US-Dollar ohne Steuern und damit 77 Dollar mehr als für die Basisvariante BASIC Beige. Umgerechnet zum Kurs vom 25. August 2026 (0,857 Euro je US-Dollar) sind das rund 323 Euro netto, mit deutscher Mehrwertsteuer sind es etwa 385 Euro.
Der Herstellershop weist für die erste Charge Februar 2027 aus. Ein Termin für die zweite Charge fehlt bislang. Vorbestellungen lassen sich nach Angaben von Commodore bis zum Versand kostenfrei stornieren.
Einordnen lässt sich der Preis über den aktuellen Speichermarkt: Ein 32-GiB-Kit DDR5-6000 CL30 kostet laut PCGH-Preisvergleich Mitte August 2026 zwischen 16,35 und 16,84 Euro je GiB, also gut 520 Euro. Der komplette Retro-Computer kostet damit weniger als der Arbeitsspeicher eines aktuellen Spiele-PCs.
Historisch fällt der Vergleich noch drastischer aus: Ein bei Tom's Hardware aufgetauchtes Preisblatt von 1995 kommt für 1 GiB Arbeitsspeicher auf umgerechnet rund 64.000 US-Dollar.
Commodore 77 auf der Gamescom 2026 in Köln
Commodore zeigt den Commodore 77 ab dem 26. August 2026 in Halle 10.1 der Gamescom, Standnummer C059/B050. Die Messe läuft bis zum 30. August. Der Mittwoch ist Fach- und Medientag, Privatbesucher kommen ab Donnerstag in die Hallen.
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Neben der Sonderedition kündigt der Hersteller weitere Produkte und Prototypen am Stand an. Für deutsche Interessenten bleibt es vorerst beim Direktbezug über den Herstellershop. Ein Vertrieb über den hiesigen Fachhandel ist nicht angekündigt.
- Der größere FPGA erreicht bis zu 77 MHz und damit rund 60 Prozent mehr Turbotakt als das Serienmodell, bringt bei klassischer C64-Software aber kaum Vorteile.
- Für deutsche Käufer kostet die Sonderedition inklusive Mehrwertsteuer etwa 385 Euro und wird in der ersten Charge voraussichtlich erst im Februar 2027 ausgeliefert.
- Für Sammler und Cyberpunk-Fans liegen die wichtigsten Extras im exklusiven Demo-Modul und im speziellen Design; ein Vertrieb über den deutschen Fachhandel ist bislang nicht angekündigt.
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Quelle: Commodore