Daniel Schäfer aus Reisbach: Trotz Höhenangst – Heißluftballonpilot lebt seinen Kindheitstraum

Schon im Kindesalter ist Daniel Schäfer an Heißluftballons interessiert. Inzwischen hat er sein Hobby zum Beruf gemacht, mehr als 370 Fahrten absolviert. Der Weg dorthin begann jedoch mit einer angsteinflößenden Begegnung – und einer Bedingung, die sein Leben für immer veränderte.

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Daniel Schäfer aus Reisbach: Trotz Höhenangst – Heißluftballonpilot lebt seinen Kindheitstraum

Daniel Schäfer aus Reisbach Trotz Höhenangst – Heißluftballonpilot lebt seinen Kindheitstraum

Kreis Saarlouis · Schon im Kindesalter ist Daniel Schäfer an Heißluftballons interessiert. Inzwischen hat er sein Hobby zum Beruf gemacht, mehr als 370 Fahrten absolviert. Der Weg dorthin begann jedoch mit einer angsteinflößenden Begegnung – und einer Bedingung, die sein Leben für immer veränderte.

10.08.2026 , 07:06 Uhr

 Schon im Kindesalter entfacht bei Daniel Schäfer die Begeisterung für Heißluftballons. Mit vier Jahren wird er im Ballonsport aktiv – und macht 2016 seinen Pilotenschein. Seither hebt er mit einem eigenen Ballon in die Höhe.

Schon im Kindesalter entfacht bei Daniel Schäfer die Begeisterung für Heißluftballons. Mit vier Jahren wird er im Ballonsport aktiv – und macht 2016 seinen Pilotenschein. Seither hebt er mit einem eigenen Ballon in die Höhe.

Foto: Jürgen Gonder

Drahtseil für Drahtseil hängt Daniel Schäfer an die Karabiner, mit denen er den 4.500 Kubikmeter großen Stoffballon am Gestell befestigt. Zu zweit halten Gäste die Ballonhülle offen, während ein Ventilator Luft hineinbläst. Als Daniel Schäfer kurz darauf den Brenner betätigt, füllt sich der Ballon mit heißer Luft und richtet sich langsam vom Boden auf. Nur wenige Augenblicke später steigt Schäfer mit ihm in die Höhe – und ist in seinem Element.

Schon im Kindesalter entfacht seine Begeisterung für Heißluftballons

Schäfer stammt aus dem Saarwellinger Ortsteil Reisbach, ist 1991 geboren und arbeitet seit 2008 bei Saarstahl in Völklingen. Schon früh entfachte in ihm eine Begeisterung für Heißluftballons – dabei ist seine erste Begegnung mit solch einem wenig erfreulich. „Meine Eltern und ich waren am Losheimer Stausee, als ein Ballon aufgebaut wurde und der Brenner betätigt wurde“, erinnert er sich. Da ist Schäfer anderthalb Jahre alt. Durch das Geräusch erschrocken fängt er an zu weinen. „Meine Eltern dachten damals, okay, das war’s.“ Doch als er nur zwei Wochen später wieder einen Ballon am Himmel sieht, gibt er nicht eher Ruhe, bis seine Eltern ihm nachfahren – um Schäfer ist es geschehen.

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Foto: Ben Birchall/PA Wire/dpa/Ben Birchall

Fortan bestehen die Wochenenden von ihm und seinen Eltern darin, den Luftfahrzeugen nachzufahren. „Dadurch lernten wir über Jahre viele Ballonfahrer kennen“, erzählt Schäfer. So auch 1995 Franz Schneider aus Gresaubach – seinen künftigen und langjährigen Mentor. „Franz hat uns danach immer kontaktiert, wenn er irgendwo unterwegs war, und wir sind hinterhergefahren.“

Seit 1995 im Ballonsport aktiv – 2016 erfüllt er sich seinen Traum

Dadurch steigt der Reisbacher bereits mit vier Jahren in den Ballonsport ein, äußert schon in der Grundschule den Wunsch, Ballonfahrer zu werden. Zur Kommunion bekommt er seine erste Fahrt bei Schneider geschenkt. Für den damals Elfjährigen ein unvergleichliches Erlebnis, das seine Begeisterung für den Sport weiter festigt. Mit 16 Jahren tritt er schließlich fest Schneiders Team bei und hilft künftig beim Auf- und Abbau der Fahrten.

2014 bietet sich für ihn dann die einmalige Chance. „Franz bekam einen neuen Ballon angeboten, er wollte sich mit Blick auf sein Alter jedoch zurückziehen“, erzählt der Stahlarbeiter. Schneider würde den Ballon jedoch unter einer Bedingung annehmen: „Wenn ich den Pilotenschein mache.“ Schäfer sagt zu und beginnt seine anderthalbjährige Ausbildung. Nach einer theoretischen und praktischen Prüfung in sieben Fächern, darunter Flugrecht, Meteorologie und menschliches Leistungsvermögen erfüllt er sich 2016 den Traum vom Pilotenschein. Dabei hat er nach eigenen Worten Höhenangst. Fünf Meter auf der Leiter stehen, geben ihm ein mulmiges Gefühl. „Aber 3.000 Meter mit dem Ballon in der Luft ist kein Problem.“ Mit dem Ballon zu fahren, ist für ihn Entspannung, sagt er.

2019 gründet er mit Jens Thomsen eigene Firma

Anfangs begleitet ihn Schneider noch auf seinen Fahrten, zieht sich jedoch später immer mehr zurück, bis er 2023 stirbt. Für Schäfer ein herber Verlust, der über seinen lehrreichen Mentor jedoch Jens Thomsen kennenlernt, der ebenfalls als Verfolger in der Bodencrew von Schneider angefangen hat und 2014 seinen Pilotenschein macht. „2019 fragt mich Jens, ob ich mir vorstellen könnte, mit ihm ein Unternehmen zu gründen.“ So entsteht die Firma Ballonteam Thomsen in Schmelz, die gewerbliche Fahrten mit dem Heißluftballon anbietet (siehe Infobox).

Seit Jahren nutzt Schäfer nun jede sich bietende Gelegenheit, um seinem Sport nachzugehen, denn hierfür ist er auf das Wetter angewiesen. „Der Wind darf am Boden nicht mehr als sieben Knoten haben, es darf keine Regen- oder Gewitterwarnung und keine zu starken Böen geben sowie nicht heißer als 30 Grad sein.“ Durch den Klimawandel nimmt ihm zufolge die Planbarkeit solcher Fahrten ab, da die Prognosen ungenauer sind.

Über 370 Fahrten voller Erlebnisse

Inzwischen kann er auf über 370 Fahrten zurückblicken und kennt das Saarland aus der Luft so gut wie seine Westentasche. Dabei hat er bereits vieles erlebt, wie er erzählt, darunter mehrere Heiratsanträge oder eine Überfahrt über der Saarlouiser Emmes. „Einmal hatten wir auch Fallschirmspringer, die aus dem Korb gesprungen sind.“

Seine schönste Fahrt hatte der 35-Jährige aber bislang im Winter. Im Gegensatz zum Sommer kann er in dieser Jahreszeit den ganzen Tag fahren, da ihm die Thermik keinen Strich durch die Rechnung macht. „Damals sind wir von Bexbach bis nach Wittlich in drei Stunden gefahren.“ Unvergesslich sind für ihn auch die Besuche beim Ballonfestival in Chambley nahe Metz, wo er zuletzt 2023 war und bei dem bis zu 400 Ballons zeitgleich in der Luft stiegen.

Wieder mehr zu Festivals

Eine Teilnahme, die er in Zukunft wieder öfter antreten will. „Es ist mein Ziel, wieder mehr an Festivals mitzumachen.“ Dafür hat der Reisbacher auch schon Veranstaltungen im Tannheimer Tal oder im italienischen Todi im Blick. Was für ihn die Faszination am Ballonfahren ausmacht? „Dass man immer weiß, wo man startet“, sagt Schäfer, „aber nie, wo man runterkommt.“ (pte)