Daniel Utermöhle zum 10. Mal beim Mega-Marsch – Schönhäger erreicht beim Todesmarsch in Belgien persönlich Bestzeit
StartseiteLokalesUslar / SollingStand: 06.09.2026, 20:04 UhrKommentareUns auf Google folgenDaniel Utermöhle aus Schönhagen bei der 100-Kilometer-Wanderung, dem Dodentocht in Belgien: Seit 2015 macht er mit und ...
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Stand: 06.09.2026, 20:04 Uhr
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Schönhagen – Er joggte ins Ziel – als Wanderer. Was sich wie lockeres Finale eines Laufs anhört, ist genau das Gegenteil: Daniel Uternöhle aus Schönhagen macht das immer so, wenn er nach 100 Kilometern Wandern das Ziel vor sich hat. Er mobilisiert vier Kilometer vorher noch einmal alle Kräfte und vor allem Willen, um anzukommen. „Danach geht nichts mehr“, berichtet der 44-Jährige, der schon zehnmal den Dodentocht mitgemacht und immer ins Ziel gekommen ist.
Dodentocht ist das flämische Wort für Todesmarsch und der Begriff für eine der bekanntesten und größten Langstreckenwanderungen überhaupt. Sie findet immer im August in der belgischen Stadt Bornem statt. Daniel Utermöhle macht seit 2015 mit und hat es seitdem immer ins Ziel geschafft. Besonders stolz ist er dieses Mal auf seine Zahlen: Er ist die 100 Kilometer in 14 Stunden und 27 Minuten gegangen. Das bedeutet ein Tempo von 6,9 Kilometern pro Stunde und persönlichen Rekord. Und er gehört unter den 13.000 Teilnehmern zu den besten 500.
Der Mann aus Schönhagen, der beruflich im technischen Vertrieb tätig ist, verheiratet ist und zwei Kinder hat, geht in seiner Freizeit gern ins Extreme, wie er bekennt: Das ist für ihn zum Beispiel auch gutes Essen. So gehört er dem Grillsportverein an, der als weltweit größte und bekannteste deutschsprachige Internet-Community und Plattform für Grillen, Barbecue und Smoken gilt. Utermöhle ist dabei hauptsächlich online aktiv, hat aber auch durch sogenannte Offline-Treffen von sich reden gemacht und sie unter anderem schon in Schönhagen veranstaltet.
Fahrrad-Support
Neben gutem Essen vom Grill schätzt Uternmöhle auch die Geselligkeit wie vor dem Mega-Marsch in Belgien. So reiste er zwei Tage vor der Tour an und feierte mit Freunden, die ihn als Betreuer begleiten. Dieses Mal hatte er einen Fahrrad-Support. Der begleitet ihn beim Mega-Marsch. „Allein ist das nur halb so schön“, sagt Utermöhle und spricht von Motivation. Und scherzt zudem: „Irgendwie muss man die Kilos vom Grillen wieder loswerden.“
Brockenaufstieg
Angefangen hat alles 2014 mit dem Brockenaufstieg von Göttingen auf den höchsten Berg des Harzes. Dort machte er mit seinen Cousins Steffen und Nils sowie Georg Gomolka aus Uslar mit und erinnert sich, dass sein Cousin Steffen ihn damals angefixt hat, was das Extrem-Wandern anging. 2015 schloss er sich der Wandergruppe des MV Escheshausen mit Manfred Heinmann und Fred Deistung an für die 104-Kilometer-Wanderung in Leipzig. Damals hat er 24 Stunden benötigt und ging auch „mehrfach durch die Hölle“, erinnert er sich, wie geschafft er war. Und dennoch angefixt blieb: In dem Jahr ging er erstmals in Belgien beim Dodentocht an den Start und blieb ihm bis dieses Jahr treu.
Seit drei Jahren wandert er allein – nur mit Fahrradsupport – und hat sich eine Taktik zugelegt, die für ihn motivierend ist und ihn mental stärkt: 50 Kilometer schafft er durch sein vorheriges Training, 25 Kilometer macht er mit Kraft und den Rest mit dem Kopf, sagt er. Dieses Mal kam die Hitze als größtes Handicap hinzu: „Es war bis tief in die Nacht schweineheiß“, berichtet Utermöhle: 27 Grad. Aber seine Taktik und vor allem, in eins durchzugehen und ab der Hälfte herunterzuzählen, gingen erneut auf.
Vorbereitung

Vorbereitet hat sich Daniel Utermöhlen mit elf Trainingseinheiten über insgesamt 120 Kilometer. Das macht er vor der Haustür und nennt den Solling ein gutes Gelände. Vor allem die Höhenmeter bedeuteten für ihn gutes Training für die Flachland-Tour in Belgien. Für den Dochtentocht beginnt er im März mit dem Training und kann sich dank der Unterstützung seiner Familie alle anderthalb Wochen für 3 bis 4 Stunden auf Wandertraining begeben. Die ständig verbesserten Ergebnisse vom Dodentocht geben seiner Vorbereitung und seiner Taktik recht.
Besonderes Flair
Und dann ist da noch dieses besondere Flair des Dodentocht. Dort stehen viele Zuschauer an der Strecke und feuern die Langstreckenwanderer an, reichen Obst und Getränke und spritzen zur Erfrischung mit Wasser. Zusammen mit dem Willen, es sich selbst zu beweisen, die mentale Stärke aufzubringen, erklärt Utermöhle den Antrieb, immer wieder anzutreten und sich auch gesteigert zu haben.
Doch dieses Mal ist es ein wenig anders: Der Mega-Wanderer aus dem Ahletal gibt zu, dass im Moment die Tendenz besteht, mit dem Dodentocht aufzuhören. Er ist ins Grübeln gekommen, weil er dieses Mal extrem kaputt war, hauptsächlich die Füße. Daniel Uternmöhle fügt aber ohne lange zu zögern hinzu, dass Fernwanderungen für ihn eine Alternative sein können. Vom Wandern kommt er wohl nicht weg.