„Dann ist das nicht mehr meine CDU“: Früherer Innenminister droht bei AfD-Zusammenarbeit mit Parteiaustritt
StartseitePolitikStand: 31.08.2026, 14:31 UhrKommentareUns auf Google folgenDer frühere baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) will eine Zusammenarbeit mit der AfD strikt verhindern. Sonst dro...
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Stand: 31.08.2026, 14:31 Uhr
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Der frühere baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) will eine Zusammenarbeit mit der AfD strikt verhindern. Sonst droht er mit Konsequenzen.
Stuttgart – Am 6. September dürfte die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zur politischen Zerreißprobe werden. Aktuell sieht es so aus, als würde die AfD als stärkste Partei daraus hervorgehen. Wer wirklich regieren wird, ist aber noch völlig offen. Sollte die sogenannte Brandmauer fallen, drohen CDU-Parteigrößen aber bereits mit einem Parteiaustritt. Darunter ist auch der frühere baden-württembergische Innenminister und heutige Vorsitzende des Landtags, Thomas Strobl (CDU). „Ich werde alles in meiner Kraft Stehende tun, um das zu verhindern“, sagte er gegenüber Table.Briefings zu einer möglichen Zusammenarbeit mit der AfD.
Thomas Strobl droht mit Parteiaustritt: „Dann ist das nicht mehr meine CDU“
Der gebürtige Heilbronner ist eigentlich treuer Parteianhänger und kämpfte auch verbissen für seinen Nachfolger Manuel Hagel (CDU) bei der Wahl zum Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg. Sollte sich seine Partei nach einem möglichen Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt aber zu einer Zusammenarbeit entscheiden, will er persönliche Konsequenzen ziehen und austreten. „Dann ist das nicht mehr meine CDU“, betonte er. Jüngst war der Bürgermeister der Gemeinde Oberstadion (Baden-Württemberg) aus der CDU ausgetreten, allerdings aufgrund von Unzufriedenheit mit Kanzler Merz.
Strobl und andere bekannte CDU-Politiker verweisen aktuell auf die Geschichte von Eugen Bolz. Der 1881 in Rottenburg am Neckar (Baden-Württemberg) geborene Staatsmann war Abgeordneter im baden-württembergischen Landtag und im Reichstag und amtierte in der Weimarer Republik zunächst als Justizminister, dann als Innenminister und schließlich als Staatspräsident von Württemberg. Obwohl er Widerstand gegen den aufkommenden Nationalsozialismus der NSDAP leistete, wird ihm heute vorgeworfen, zu lange gezögert zu haben. Er hoffte lange, vielleicht zu lange, auf die Vernunft der Wähler.

Thomas Strobl: „Bolz hatte keinen Bolz, von dem er hätte lernen können“
Eben davor warnen angesichts der starken Umfragewerte der AfD im Osten auch die CDU‑Größen. „Bolz hatte keinen Bolz, von dem er hätte lernen können“, erklärte Strobl. „Wir aber haben einen Bolz.“ Die Debatte, ob eine Zusammenarbeit mit der AfD strikt verhindert, oder ob eine solche der einzige Weg wäre, die Partei zu zügeln, dauert bereits seit Langem an.
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (parteilos) hatte bereits Ende März in einer Ausgabe der ZDF-Talkshow „Markus Lanz“ erklärt, eine Zusammenarbeit der CDU mit der AfD in Sachsen-Anhalt zumindest abzuwägen. (Verwendete Quellen: table.media, hausaufderalb.de, eigene Recherche)