Das unsichere Wohnen der Senioren: Wie die Immobilienkrise Spaniens Rentner trifft

StartseiteWeltStand: 14.10.2026, 14:02 UhrKommentareUns auf Google folgenDie Wohnungsnot drängt viele Menschen in Spanien in die soziale Not. © Lorena Sopêna/dpa„Mit meiner Rente musste ich meine drei Kinder al...

  • 2 min read
Das unsichere Wohnen der Senioren: Wie die Immobilienkrise Spaniens Rentner trifft

Stand: 14.10.2026, 14:02 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Bei den Protesten gegen Wohnungsnot in Spanien ist die Forderung nach einem Generalstreik ein zentrales Thema.

Die Wohnungsnot drängt viele Menschen in Spanien in die soziale Not. © Lorena Sopêna/dpa

„Mit meiner Rente musste ich meine drei Kinder als Bürgen einsetzen“, sagt die 83-jährige Encarni. Steigende Mieten drängen immer mehr ältere Menschen an den Rand der Verzweiflung.

Madrid – Die anhaltende Wohnungskrise in Spanien trifft eine der besonders verletzlichen Bevölkerungsgruppen. Ältere Menschen haben zunehmend Schwierigkeiten, bezahlbaren und stabilen Wohnraum zu finden. Das Ausmaß dieser Problematik verdeutlicht der Fall der 87-jährigen Maricarmen Abascal: Nach dem Verlust ihres langjährigen Zuhauses wurde sie zu einer Symbolfigur im Kampf gegen Immobilienspekulation und verstarb kurz nach ihrer Zwangsräumung. Ihr Schicksal löste landesweite Proteste aus und rückte die Notlage vieler Seniorinnen und Senioren in den Fokus, wie El HuffPost berichtete.

Steigende Mieten und verschärfte Anforderungen für Rentner

Die Geschichte von Maricarmen ist kein Einzelfall. Während die Renten stagnieren, steigen die Mietpreise rasant. In Metropolen wie Madrid und Barcelona verlangen Vermieter angesichts der Marktlage zunehmend zusätzliche finanzielle Sicherheiten von älteren Mieterinnen und Mietern. So war die 83-jährige Encarni gezwungen, ihre drei Kinder als Bürgen in den Mietvertrag aufzunehmen, um ihre Wohnung behalten zu können, berichtete die Zeitung El Español.

Steigende Mieten und verschärfte Anforderungen für Rentner

Auf den Balearischen Inseln verschärft sich die Lage für Einheimische besonders. Um den hohen Wohnkosten zu entgehen, ziehen viele Seniorinnen und Senioren zusammen oder verlassen die Inseln ganz. Yolanda Clavo, Generalsekretärin der Gewerkschaft Unión Insular de Mallorca (CCOO), erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Europa Press, dass es für Menschen mit durchschnittlicher Rente kaum noch möglich sei, eine bezahlbare Bleibe zu finden. Die wirtschaftlich bedingte Abwanderung aufs günstigere Festland wird für viele zum letzten Ausweg.

Notwendigkeit zielgerichteter Reformen

Vor diesem Hintergrund gewinnt die Debatte über staatliche Unterstützungssysteme zunehmend an Bedeutung. Öffentliche Förderprogramme wie der Plan Estatal de Vivienda greifen häufig nicht, da bürokratische Hürden und komplexe Zugangsvoraussetzungen vielen älteren Menschen den Zugang erschweren. Verbände und Initiativen fordern daher eine soziale Wohnungspolitik, die gezielt auf die spezifischen Bedürfnisse der älteren Generation eingeht, um Zwangsräumungen zu verhindern und ein würdevolles Wohnen im Alter zu gewährleisten.