DAX am Scheideweg: Nvidia und US-Daten geben die Richtung vor

Bulle an der Frankfurter Börse. Foto: Claudio Kummerfeld/Finanzmarktwelt.deDer DAX geht mit Rückenwind in den wichtigsten Handelstage der Woche. Nach der Erholung am Dienstag richtet sich der Blick vor allem au...

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DAX am Scheideweg: Nvidia und US-Daten geben die Richtung vor
DAX: Nvidia-Zahlen und PCE-Daten im Fokus
Bulle an der Frankfurter Börse. Foto: Claudio Kummerfeld/Finanzmarktwelt.de

Der DAX geht mit Rückenwind in den wichtigsten Handelstage der Woche. Nach der Erholung am Dienstag richtet sich der Blick vor allem auf die US-Konjunkturdaten am Nachmittag und die Quartalszahlen von Nvidia nach Börsenschluss. Während US-BIP und PCE-Inflation neue Impulse für die Zinserwartungen und damit auch den Anleihemarkt liefern könnten, steht mit Nvidia am Abend der entscheidende Stimmungstest für den KI-Boom bevor.

Fallende Ölpreise und Renditen stützen

Am Dienstag setzte der DAX seine Erholung fort und kletterte zeitweise bis auf 26.341 Punkte, ehe er den Tag mit einem Plus von 0,6 % bei 26.266 Punkten beendete. Damit erreichte der Leitindex ziemlich genau das 61,8-Prozent-Retracement der vorherigen Abwärtsbewegung bei 26.322 Punkten. In diesem Bereich trifft die Erholung nun auf eine wichtige Bewährungsprobe.

Unterstützung erhielt der deutsche Leitindex von mehreren Seiten. Die deutsche Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal und damit stärker als zunächst mit 0,2 Prozent gemeldet. Vor allem die Exporte entwickelten sich besser als gedacht. Gleichzeitig sorgten fallende Ölpreise für Entlastung. Brent verbilligte sich am Dienstag zeitweise um rund drei Prozent, wodurch auch der Inflationsdruck etwas nachließ. Parallel gaben die Renditen am US-Anleihemarkt nach. Die zehnjährige Treasury-Rendite fiel wieder unter 4,70 Prozent. Im Gegensatz zum DAX kamen die US-Börsen dennoch kaum vom Fleck.

Am Mittwoch dürfte der Fokus weiterhin auf den USA liegen. Um 14:30 Uhr wird die zweite Schätzung zum US-BIP des zweiten Quartals veröffentlicht. Erwartet wird eine annualisierte Wachstumsrate von rund 1,5 Prozent. Gleichzeitig erscheinen die PCE-Preisdaten. Bei der von der Fed besonders beachteten Kernrate rechnen Ökonomen im Jahresvergleich mit unverändert 3,3 Prozent. Eine Abweichung von den Schätzungen könnte die Zinserwartungen und Renditen bewegen und damit auch an den Aktienmärkten für neue Impulse sorgen.

Nvidia-Zahlen als Härtetest

Nach US-Börsenschluss folgt dann das eigentliche Highlight. Nvidia legt seine Quartalszahlen vor und könnte damit die kurzfristige Richtung für den gesamten KI- und Halbleitersektor vorgeben. Die Erwartungen sind hoch: Analysten rechnen im Schnitt mit einem Umsatz von rund 92 Milliarden Dollar und einem bereinigten Gewinn von etwa 2,09 Dollar je Aktie. Allein das Datacenter-Geschäft soll rund 85,7 Milliarden Dollar beisteuern.

Noch wichtiger als die zurückliegenden Zahlen dürfte der Ausblick werden. Anleger wollen wissen, ob die milliardenschweren Investitionen der Hyperscaler in KI-Infrastruktur anhalten und wie Nvidia die Nachfrage nach seinen kommenden Chipgenerationen einschätzt. Nach der jüngsten Rotation aus Teilen des KI-Sektors dürfte ein bloßes Erreichen der Erwartungen kaum ausreichen.

DAX-Erholung erreicht Schlüsselmarke

Charttechnisch steht der DAX ebenfalls vor einer Richtungsentscheidung. Die Zone zwischen dem 61,8- und 78,6-Prozent-Retracement bei 26.322 bis 26.440 Punkten bildet nun den zentralen Reversal-Bereich. Scheitert der DAX in dieser Zone und bildet eine erkennbare Umkehrstruktur aus, besteht weiterhin eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass die jüngste Erholung lediglich eine B-Welle darstellt und noch eine weitere Abwärtswelle C folgt.

Überwindet der DAX dagegen auch das 78,6-Prozent-Retracement bei 26.440 Punkten, würde das bullische Szenario deutlich an Wahrscheinlichkeit gewinnen. Dann rücken zunächst 26.500 Punkte und anschließend das Rekordhoch bei 26.579 Punkten wieder in den Fokus.

Unterhalb von 26.327 Punkten wäre zunächst eine Konsolidierung auf hohem Niveau denkbar. Korrektive Rückläufe bis in den Bereich um 26.175 Punkten, könnten sich bullisch auflösen. Ein erstes deutliches Schwächesignal entstünde erst unter dem Doppeltief bei 26.042 Punkten. Dann dürfte die Unterstützungszone aus dem jüngsten Tief bei 25.911 Punkten und dem alten Rekordhoch bei 25.895 Punkten wieder in den Fokus rücken. Fällt auch diese Zone, wäre das 38,2-Prozent-Retracement der vorherigen Aufwärtsbewegung bei rund 25.839 Punkten das nächste Ziel.

DAX-Widerstände: 26.322 (61,8%), 26.341 (TH), 26.400, 26.500, 26.579 (ATH)

DAX-Unterstützungen: 26.175 (HVN), 26.164 (TT), 26.040 (Doppeltief), 26.000, 25.895, 25.839 (38,2%)

Aktienmärkte: DAX vor PCE-Datzen und Nvidia-Zahlen an Schlüsselmarke

Dax-Chart auf TradingView-Basis

Hinweis: Die im Artikel enthaltenen Marktanalysen und charttechnischen Einschätzungen dienen ausschließlich Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Handelsempfehlung dar. 

Stefan Jäger

Über den RedakteurStefan Jäger

Finanzjournalist und Trader

Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.

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