Vatikan-Sprecher: „Dem Papst geht es gut“

Nach dem Eingriff zur Entfernung eines Lungentumors am Dienstag verläuft die Rekonvaleszenz von Papst Leo XIV. nach Plan. Das teilten der Chirurg Stefano Margaritora und der Leibarzt des Papstes, Luigi Carbone, am Mittwoch in einer vom Vatikan veröffentlichten Stellungnahme mit. "Dem Papst geht es gut, er ist guter Stimmung“, sagte der Leiter der vatikanischen Pressestelle, Matteo Bruni.

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Vatikan-Sprecher: „Dem Papst geht es gut“

Vatikan-Sprecher

Nach dem Eingriff zur Entfernung eines Lungentumors am Dienstag verläuft die Rekonvaleszenz von Papst Leo XIV. nach Plan. Das teilten der Chirurg Stefano Margaritora und der Leibarzt des Papstes, Luigi Carbone, am Mittwoch in einer vom Vatikan veröffentlichten Stellungnahme mit. "Dem Papst geht es gut, er ist guter Stimmung“, sagte der Leiter der vatikanischen Pressestelle, Matteo Bruni.

Online seit heute, 18.50 Uhr

(Update: 20.21 Uhr)

Den Ärzteangaben zufolge habe der Papst am Mittwoch die vorgesehenen Blutuntersuchungen und eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs absolviert. Die Ergebnisse bestätigten einen regulären Heilungsverlauf, heißt es in dem vom Vatikan veröffentlichten medizinischen Bericht. „Der Heilige Vater hat seine Atemphysiotherapie absolviert und begonnen, im Zimmer herumzugehen“, zitierte die Nachrichtenagentur ANSA aus der Mitteilung der beiden Ärzte.

Der Papst habe „sowohl gefrühstückt als auch zu Mittag gegessen“, heißt es weiter. Außerdem habe er gemeinsam mit anderen Geistlichen eine Messe in einem eigens dafür eingerichteten Raum im zehnten Stock des Krankenhauses Agostino Gemelli gefeiert. Der Heilungsverlauf sei „wie erwartet“.

Papst Leo XIV. bei der Agostino-Gemelli-Polyklinik in Rom
Papst Leo XIV. am Dienstagnachmittag bei der Ankunft im Spital

Teil von Lunge entfernt

Bei dem etwa eineinhalbstündigen Eingriff wurde dem 71-jährigen Oberhaupt der katholischen Kirche im römischen Gemelli-Krankenhaus der untere Lappen der rechten Lunge entfernt. Die anschließende Untersuchung bestätigte nach Angaben der behandelnden Ärzte dann den Verdacht, dass es sich bei dem Knoten um ein Lungenadenokarzinom gehandelt habe.

Wie die beiden Ärzte Margaritora und Carbone am Dienstagabend in einer ersten Stellungnahme mitteilten, habe der Eingriff etwa 90 Minuten gedauert und sei erfolgreich und ohne Auftreten von Komplikationen verlaufen.

„Um den Eingriff kurativ zu gestalten, wurde der Unterlappen der rechten Lunge mit Hilfe einer videoassistierten Technik entfernt“, erklärten sie und machten damit deutlich, dass das Ziel darin bestand, das gesamte Krebsgewebe zu entfernen. Gewebeproben, die während der Operation entnommen wurden, hätten den Verdacht der Ärzte bestätigt, der bereits bei vorbereitenden Untersuchungen aufgekommen war.

Minimalinvasive Operationstechnik

Operiert wurde der Papst mit einer videoassistierten Chirurgie (VATS/Video-Assisted Thoracic Surgery). Dabei handelt es sich um eine minimalinvasive Operationstechnik. Diese ermöglicht eine schnellere Erholung und verringert das Risiko von Komplikationen.

Das beim Papst diagnostizierte Adenokarzinom ist die häufigste Form bösartiger Lungentumore. Die Entwicklung der Krankheit hängt vor allem davon ab, in welchem Stadium diese entdeckt wird. Der Papst hatte von einem Knoten gesprochen, der sich „in einem sehr frühen und klar begrenzten Stadium“ befinde.

Warten auf Befund von histologischer Untersuchung

Noch unklar ist, ob sich der Papst jetzt einer Chemotherapie, einer Strahlentherapie oder einer anderen Behandlung unterziehen muss. Zunächst muss das vollständige Ergebnis der Gewebeuntersuchung abgewartet werden.

Sollte sich im daraus resultierenden histologischen Befund herausstellen, dass die entfernten Lymphknoten vom Tumor befallen sind, wird geprüft, ob eine postoperative Behandlung erforderlich ist. Welche Therapie infrage kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die sich aus den weiteren Untersuchungen ergeben.

Sind die Lymphknoten dagegen tumorfrei, könnte die am Dienstag durchgeführte Operation ausreichen. Bei Menschen, deren Lungenfunktion vor der Operation normal war, führt der Eingriff in der Regel zudem nicht zu Einschränkungen, die die Lebensqualität beeinträchtigen, wie es in Agenturberichten mit Verweis auf die Einschätzung von Fachärzten heißt.

Alle Termine bis 20. Oktober abgesagt

Der durchschnittliche Krankenhausaufenthalt nach einem solchen chirurgischen Eingriff beträgt etwa sieben bis zehn Tage. Anschließend kann der Patient nach einer unterschiedlich langen Erholungsphase zu seinen normalen Aktivitäten zurückkehren.

Der Papst hat all seine Termine bis 20. Oktober abgesagt. Im November steht für den Papst eine fast zweiwöchige Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru auf dem Programm. In Peru war der frühere, weltweite Chef des Augustinerordens viele Jahre als Missionar und Bischof tätig. Er hat auch die peruanische Staatsbürgerschaft.

„Wir hoffen, dass sich der Papst schnell und bald erholt und sein Besuch stattfinden kann. Wir werden aber auch Verständnis haben, wenn das nicht möglich sein sollte“, sagte am Mittwoch die peruanische Präsidentin Keiko Fujimori. Entscheidend sei, „dass Seine Heiligkeit wieder gesund wird“, so Fujimori, deren Angaben zufolge die Krebsdiagnose in Peru große Besorgnis ausgelöst habe.

Messe mit Kurienkardinal Luis Tagle im Vatikan
Kurienkardinal Luis Tagle leitete am Mittwoch an Stelle des Papstes eine Messe im Vatikan

Kardinaldekan springt ein

Einen Stellvertreter für das Oberhaupt der weltweit 1,4 Milliarden Katholiken und Katholikinnen gibt es nicht. Im Falle einer Erkrankung des Papstes arbeitet die Verwaltung des Vatikans regulär weiter, Entscheidungen, die seine Zustimmung erfordern, werden jedoch aufgeschoben.

Erstmals in der Amtszeit Leos XIV. trug am Mittwoch der Kardinaldekan anstelle des erkrankten Papstes dessen Predigt vor. Zum Abschluss einer einwöchigen internationalen Bischofsversammlung zum Thema Ehe und Familie im Vatikan übernahm der philippinische Kurienkardinal Luis Tagle die Leitung des Gottesdienstes, an dem Hunderte Bischöfe und Priester sowie Zehntausende Besucherinnen und Besucher teilnahmen.

Aus Österreich feierte der Salzburger Erzbischof und Vorsitzende der Bischofskonferenz, Franz Lackner, die Messe mit. Kardinäle und Gläubige beteten zusammen für die Gesundheit des Papstes.

Älterer Bruder zuversichtlich

"Was ich jetzt weiß, ist, dass er in guten Händen und in guter Verfassung ist“, sagte der Bruder des Papstes, Louis Prevost, gegenüber dem US-Sender Newsmax. Er hoffe auf das Beste, so der 74-Jährige, der sich gleichzeitig davon überzeugt zeigte, dass sich sein jüngerer Bruder von der Operation gut erholen werde.

Ein enger Mitarbeiter des Kirchenoberhaupts habe ihm unmittelbar nach dem Eingriff am Dienstagabend mitgeteilt, dass der Papst den Operationssaal verlassen habe, wach sei, sich gut fühle und keine Schmerzen habe. Der im US-Bundesstaat Florida lebende Bruder des Papstes befindet sich eigenen Angaben zufolge derzeit selbst wegen einer Krebserkrankung in Behandlung.