Denkmal erwacht zu neuem Leben: Alte Schule in Bernkastel-Kues wird zum Millionenprojekt

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Denkmal erwacht zu neuem Leben: Alte Schule in Bernkastel-Kues wird zum Millionenprojekt

Denkmal erwacht zu neuem Leben Alte Schule in Bernkastel-Kues wird zum Millionenprojekt

Bernkastel-Kues · Seit mehr als 300 Jahren steht ein besonderes Bauwerk in Kues. Für viele Kinder war es ein wichtiger Ort. Nun wird es saniert und einem neuen Zweck zugeführt.

16.09.2026 , 07:42 Uhr

Millionenprojekt startet bald: Die Alte Schule in Kues soll saniert werden.

Foto: Beckmann, Clemens

Sie ist ein Stück Ortsgeschichte und ein offizielles Kulturdenkmal. Die Alte Schule in Alt-Kues hat viele Menschen kommen und gehen sehen. In den Jahren 1720/21 in dem damals eigenständigen Ort erbaut, war sie erst kurfürstliches Bistums- und Kelterhaus. Von 1831 bis 1912 gingen die Kueser Kinder dort in die Volksschule. Danach war sie Kindergarten und anschließend, vor dem jetzigen Leerstand, lebten dort sozial schwache Familien.

Aus dem Blick der Öffentlichkeit verschwand sie dann auch, weil sie kaum sichtbar zwischen der Kardinalstraße und der Weingartenstraße liegt. Dabei ist die ursprünglich einstöckige Alte Schule ein stattlicher Bruchsteinmauerbau mit Erdgeschoss, 1. Stock und Dachgeschoss (beide um 1900 auf das bestehende Haus draufgesetzt). Zuletzt gammelte das Gebäude vor sich hin. Nur die ursprünglich nicht zum Haus gehörenden Parkplätze belebten die eher trostlose Szenerie.

Acht Wohnungen und moderne Haustechnik im historischen Gebäude

Doch nun herrscht wieder Aufbruchstimmung im und um den Bau. Das Architekturbüro Berdi ist seit Dezember 2023 Eigentümer. Nach Auskunft von Prokurist Simon Berdi wird die Baugenehmigung für Sanierung und Ausbau in Kürze erwartet. „Mit dem Denkmalschutz ist alles geklärt“, berichtet er. Und die Vorbereitungen seien so weit gediehen, dass auch zeitnah mit den Arbeiten begonnen werden könne.

Acht Wohnungen (je drei im Erdgeschoss und im ersten Stock sowie zwei im Dachgeschoss) sollen entstehen. Die Größen variieren zwischen 70 und 104 Quadratmetern. Alle sind mit Freisitzen, Terrassen oder Loggien (im Dachgeschoss) ausgestattet. Eine Wohnung im Erdgeschoss ist barrierefrei zu erreichen. Es wird nach neuesten energetischen Erkenntnissen saniert. Weil die äußere Hauswand zwar gereinigt, gestrahlt und neu verfugt, aber sonst nicht verändert werden darf, erfolgt die Dämmung der Räume von innen. Im Keller wird eine Wärmepumpe installiert. Im Außenbereich sind derzeit acht Parkplätze vorgesehen.

Offen ist noch, so Simon Berdi, ob Miet- oder Eigentumswohnungen entstehen und ob die Wohnungen einzeln oder im Paket auf den Markt kommen. Das hänge auch davon ab, ob noch ein Investor einsteigt oder Berdi Bauherr ist. „Das wird aber sofort geklärt, wenn die Baugenehmigung vorliegt“, sagt Simon Berdi.

Millionenprojekt für die denkmalgeschützte Alte Schule

Die Arbeiten an und in dem maroden Gebäude seien sehr arbeits- und zeitintensiv. Besonders im Dachgeschoss sei viel zu tun. Im Grunde genommen, ist das ganze Haus sanierungsbedürftig. Berdi kalkuliert deshalb mit einer Bauzeit von mindestens eineinhalb Jahren. Zu den Kosten könne er noch nichts sagen. Auf jeden Fall sei mit einem Millionenaufwand zu rechnen.

Der Kauf war dagegen vergleichsweise preiswert. Laut dem damaligen Stadtbürgermeister Wolfgang Port zahlte Berdi 2023 zwischen 60.000 und 70.000 Euro. Die Stadt sei froh gewesen, das seit 1987 unter Denkmalschutz stehende Anwesen veräußern zu können.

Die Berdi-Architekten sind Spezialisten in Sachen Denkmalpflege und finden in der Region ein reiches Betätigungsfeld. „Natürlich wollen wir auch Geld verdienen“, sagt Berdi, „aber so ein Projekt wie die Alte Schule ist einfach unser Metier.“ Da seien die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit besonderer Freude bei der Sache.

Vor mehr als zehn Jahren sei die Stadt schon mal an Berdi herangetreten, um über die zukünftige Nutzung nachzudenken. Damals, so Simon Berdi und Wolfgang Port, sei über einen Abriss, den Bau von Parkplätzen oder eines für die Bürgerinnen und Bürger nutzbaren Platzes nachgedacht worden. Das aktuelle Projekt mache natürlich mehr Sinn. Auch wenn einem das Gebäude nicht jeden Tag ins Auge falle, sei es erhaltenswert.