Ig Nobelpreis: 2.000 vergrabene Unterhosen enthüllen Zustand Schweizer Böden

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Ig Nobelpreis: 2.000 vergrabene Unterhosen enthüllen Zustand Schweizer Böden

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Forscher:innen ließen Unterhosen und Teebeutel in der ganzen Schweiz vergraben und erhielten überraschende Einblicke in den Zustand des Erdreichs von Privatgärten und Ackerflächen. Es soll zudem noch mehr vergraben werden.

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Der Blick auf die Unterhose: Warum das Kleidungsstück für diese Forschung besonders wichtig ist

Mehr als 1.000 Menschen meldeten sich auf den Aufruf der Universität Zürich und von Agroscope, Baumwollunterhosen in ihren Gärten zu vergraben. Von dem großen Interessen waren auch die Forscher:innen überrascht. (Bild: Nicolas Zonvi, UZH)

Ein Postpaket mit Unterhosen und Teebeuteln zu befüllen, gehört sicherlich nicht zu den typischen Aufgaben in einem Forscher:innenleben. Doch für ein Team der Universität Zürich und Agroscope, das Kompetenzzentrum des Schweizer Bundesamtes für Landwirtschaft, sollte genau dieser Prozess schließlich zu einer der wohl skurrilsten Auszeichnungen in der Wissenschaftscommunity verhelfen. Für ihre Studie „Die Bewertung der Bodengesundheit durch die Verwendung von Baumwollunterhosen mit der Hilfe von 1000 Citizen Scientists“ erhielten Marcel van der Heijden vom Institut für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften der Uni Zürich, Franz Bender von Agroscope und das Team aus Forschenden und Freiwilligen am 3. September 2026 einen der „Ig Nobelpreise“. Der Award ehrt jährlich Forschung, die „erst zum Lachen und dann zu Nachdenken“ anregen soll, wie es in der Selbstbeschreibung des Preises heißt. Im vergangenen Jahr sorgten italienische Physiker für Aufsehen, da sie die perfekte Formel für ein römisches Pastagericht herausfanden.

Gerade wegen des Einbezugs von Interessierten – auch ohne wissenschaftlichen Background – lohnt es, sich die diesjährig ausgezeichnete Untersuchung der Schweizer:innen näher anzuschauen. Franz Bender von Agroscope erklärt, was man über die vergrabenen und wieder ausgebuddelten Unterhosen lernen kann. Hinter dem ungewöhnlichen Ansatz steckt nämlich eine pfiffige Idee, an der weiterhin Freiwillige teilnehmen und etwas über ihren heimischen Garten erfahren können.

MIT Technology Review: Wie reagierten Unbeteiligten, wenn Sie erzählten, dass Sie für Ihr Forschungsprojekt Unterhosen vergraben (lassen)?

Franz Bender: Die meisten schauen zunächst ungläubig. Danach lächeln sie und dann fragen sie in der Regel „Warum?“. Dann haben wir das Interesse geweckt und können ihnen erzählen, wie wichtig der Boden für uns und unseren Planeten ist und sie zum Mitmachen bewegen.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Baumwollunterhosen als Gradmesser für die Bodenqualität und den Nährstoffgehalt zu nutzen? Reichen Bodenproben nicht aus? 

Die Idee stammt ursprünglich von einer Gruppe Landwirten in Kanada, die dies zum Spaß mit Unterhosen aus dem eigenen Schrank durchgeführt hatten. Wir hatten die Idee zunächst für eine kleine Aktion übernommen, um Familien und Kinder auf Böden als lebendiges System aufmerksam zu machen. Nachdem diese kleine Aktion viel Medienaufmerksamkeit erhielt, kam die Idee auf, daraus ein größeres Projekt zu starten und dabei wissenschaftlich zu testen, was genau Unterhosen uns über unsere Böden sagen können.

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Jenny Lepies

Jenny ist seit 2015 Online-Redakteurin der MIT Technology Review. Sie ist verantwortlich für den Content auf der Website und steht in engem Austausch mit der Redaktion von t3n.

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