Dritter Sieg in Serie: Die Schweiz gewinnt auch gegen Slowenien

Der nächste Sieg – doch die Schweizer Fussballer werden von Slowenien so stark gefordert wie noch nie in diesem HerbstDie Schweiz gewinnt auch ihr drittes Nations-League-Spiel. Nach dem 2:1 gegen Slowenien in L...

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Dritter Sieg in Serie: Die Schweiz gewinnt auch gegen Slowenien

Der nächste Sieg – doch die Schweizer Fussballer werden von Slowenien so stark gefordert wie noch nie in diesem Herbst

Die Schweiz gewinnt auch ihr drittes Nations-League-Spiel. Nach dem 2:1 gegen Slowenien in Luzern ist der Aufstieg nahe.

04.10.2026, 03.04 Uhr

4 Leseminuten

Aktualisiert


Dan Ndoye krönte sein 40. Länderspiel mit seinem elften Tor.

Dan Ndoye krönte sein 40. Länderspiel mit seinem elften Tor.

Urs Flüeler / Keystone

Die Schweizer Fussballer haben diesen Herbst ja schon allerlei erlebt. Zuallererst natürlich, dass Granit Xhaka, ihr langjähriger Captain, wegen seiner Impfaffäre nicht anreiste.

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Aber dass der Gegner einen Schuss abfeuert, der dann auch noch auf ihr Tor zufliegt, das mussten die Schweizer in diesen Tagen noch nicht erdulden. Nicht gegen Nordmazedonien und auch nicht gegen Schottland. 23:2 hatte das Schussverhältnis da jeweils zugunsten der Schweizer gelautet, Schüsse aufs Tor: null.

Doch am Samstagabend, im stimmungsvollen Heimspiel in Luzern gegen Slowenien, ändert sich das rasch, schon nach knapp 90 Sekunden. Da rasen die Slowenen ein erstes Mal Richtung Tor, Unachtsamkeiten in der Schweizer Abwehr machen es ihnen möglich. Der Ball gelangt zu Zan Vipotnik, dem Stürmer – und der vollendet gekonnt zum 1:0 für den Gast.

Es ist der Auftakt eines Abends, der den Schweizern die bisher unangenehmste Aufgabe dieses Herbsts bringt, weil die Slowenen ein widerspenstiger Gegner sind, der tief verteidigt, die Zweikämpfe nicht scheut und auch nicht davor zurückschreckt, diese hart zu führen.

Doch am Ende bringt die Schweiz auch diese Aufgabe hinter sich, sie fährt beim 2:1 einen dieser Siege ein, für die das Fussballvokabular den Begriff «Arbeitssieg» bereithält. Damit steht das Team des Trainers Murat Yakin nach drei Spielen bei drei Erfolgen. Und wenn alles mit rechten Dingen zugeht, steigt es in der Nations League bald wieder in die höchste Liga auf.

Oblak hilft den Schweizern

Es erzählt einiges über das Selbstverständnis der Schweizer, dass Ardon Jashari, der Mittelfeldspieler, nach dem Spiel berichtet, es sei schon «schockierend» gewesen, in Rückstand zu geraten. Dass das in Luzern so früh passierte, hatte durchaus seinen Reiz, weil es eine Antwort auf eine Frage versprach, die bisher unbeantwortet geblieben war: wie die Schweizer ohne ihren Anführer Xhaka zurechtkommen, wenn die Dinge für sie einmal etwas komplizierter liegen.

Die Spiele gegen Nordmazedonien und Schottland hatten in dieser Hinsicht wenig Aufschluss gegeben. Einerseits, weil der Gegner schlicht zu inferior war; andererseits, weil die Schotten schon früh einen Spieler wegen einer roten Karte verloren und das die vermeintlich schwierigste Prüfung dieses Herbsts im lauten Hampden Park von Glasgow entschärft hatte.

Gegen Slowenien haben die Schweizer das Glück, dass ihnen rasch der Ausgleich gelingt. Und dass Jan Oblak, der Torhüter und eigentlich der einzige Spieler von internationalem Format in den Reihen der Slowenen, dabei tatkräftig mithilft, weil er einen abgelenkten Schuss von Remo Freuler ins Tor kullern lässt.

Es ist nicht das einzige Mal an diesem Abend, dass die Schweizer etwas Fortune brauchen, um zu einem Torerfolg zu kommen. Auch vor dem 2:1, das Dan Ndoye noch vor der Pause mit einem entschlossenen Schuss erzielt, flippert der Ball durch den slowenischen Strafraum – und landet genau dort, wo er das aus Schweizer Sicht soll, in den Füssen des Angreifers Ndoye.

Der Waadtländer ist gegen Slowenien eine der prägenden Figuren im Schweizer Team, so wie das längst zur Gewohnheit geworden ist. In Luzern gelingt ihm auch der Treffer, den er schon gegen Nordmazedonien oder Schottland mit etwas mehr Kaltblütigkeit hätte erzielen können.

Ausser von Ndoye lebt die Schweizer Offensive von Johan Manzambi, dem 20-Jährigen, der einmal mehr nur so vor Gestaltungswillen sprüht. Der Genfer fordert viele Bälle, geht keinem Zweikampf aus dem Weg und sucht das Dribbling, wann immer es geht. Nur gelingt es ihm lange nicht, konkrete Chancen zu kreieren; überhaupt tun sich die Schweizer diesbezüglich schwerer als in den Partien zuvor. Erst in der zweiten Halbzeit wird das besser.

Weil die Schweiz aber Widerstandskraft oder, um es mit den Worten des Trainers Murat Yakin zu sagen, «Charakter» zeigt, einen grossen Aufwand betreibt und das Spiel über weite Strecken kontrolliert, ist sie der richtige Sieger. Erneut unterstreicht sie, dass sie die Nations League ernsthafter angeht als in anderen Jahren.

Yakins Lob für Jashari

Das beginnt beim Trainer Murat Yakin. Der schickt gegen Slowenien das gleiche Team wie beim 3:0 gegen Schottland auf den Platz, was illustriert, wie wenig er sich gerade aus Experimenten macht. Im Mittelfeld nimmt erneut Ardon Jashari den Platz von Xhaka ein. Dem 24-Jährigen, der im FC Luzern gross geworden war und den Klub schon früh als Captain anführte, gelingt in der alten Heimat ein überzeugendes Spiel.

Gegen Slowenien sucht er die Rolle des Spielgestalters noch mehr als in den Partien zuvor. Und erhält erneut Lob vom Trainer Yakin: «sehr präsent», «sehr wertvoll». Das Gleiche liesse sich über Freuler, den anderen Mann im zentralen Schweizer Mittelfeld, sagen. Über den Routinier schwärmt Yakin regelrecht: «Er macht alles richtig auf dem Platz», so sein Fazit.

Der Stürmer Zeki Amdouni, dem gegen Nordmazedonien und Schottland insgesamt drei Treffer gelungen waren, erlebt diesmal einen komplizierteren Abend. Weil es ihm nicht gelingt, den Schweizern die Präsenz im gegnerischen Strafraum zu verschaffen, die sie gegen clever und im tiefen Block verteidigende Slowenen brauchten. Kein anderer Schweizer ist so selten am Ball wie der Stürmer.

So war das für die Schweizer in diesem Herbst jetzt drei Mal: Sie trafen auf Gegner, die ihnen den Ball überliessen, sich zurückzogen, wenig für das Spiel machten und ihnen mit einer gewissen Härte entgegentraten. Man kann das alles als Kompliment verstehen. Aber auch als Zeichen sehen, dass die Schweizer gut daran täten, die Liga B der Nations League so rasch wie möglich hinter sich zu lassen. Weil sie hier eigentlich nicht hingehören. Und weil es ihnen guttun würde, auch einmal auf eine andere Art gefordert zu werden.

Schon am Dienstag, beim Heimspiel gegen Nordmazedonien, könnte die Promotion definitiv werden, sofern die Schweiz ihre Begegnung gewinnt und es beim Spiel zwischen Slowenien und Schottland keinen Sieger gibt. Murat Yakin wies zwar in bewährter Trainer-Manier darauf hin, dass man «noch nicht durch» sei. Aber so richtig überzeugend klang er dabei nicht.

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