Der SC Paderborn bei Mainz 05: mehr Verstand als Glück
StartseiteSportFußballStand: 29.08.2026, 20:17 UhrKommentareUns auf Google folgenMaskenball in Mainz: Fabio Gruber (links) kontra Marvin Pieringer vom SC Paderborn. © Gerhard Schultheiß/Jan HübnerDer Aufsteiger...
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Stand: 29.08.2026, 20:17 Uhr

Der Aufsteiger aus Ostwestfalen erkämpft sich gegen die Rheinhessen einen Punkt. Zehn Paderborner Spieler haben zuvor noch nie in der ersten Liga gespielt.
Die schönsten Bilder vom Fußballplatz im Mainzer Stadion gab es erst zu sehen, als die Arena sich längst geleert hatte. Da nämlich tollten die Kinder der Spieler übers Feld, hüpften umher und überschlugen sich vor Freude.
Das war vorher anders. Jedenfalls aus Sicht von Mainz 05.
0:0 gegen den SC Paderborn. Eine Nullnummer der in den Vorbereitungsspielen so bärenstarken Rheinhessen gegen jene Ostwestfalen, die zuvor in nahezu sämtlichen Saisonvorhersagen als Absteiger Nummer eins herabgestuft worden waren. Und die sich dann den Punkt wacker erkämpften, mit mehr Verstand als Glück.
Zehn Paderborner Spieler, zählte ein ebenso erschöpfter wie stolzer Trainer Ralf Kettemann hinterher auf, hätten zuvor noch niemals erste Liga gespielt. Eine solche erste Erweckungserfahrung raube „mental unheimlich viel Kraft“. Ausnahme: der erst am Mittwoch von Absteiger Heidenheim verpflichtete Stürmer Marvin Pieringer. Der hatte sich dummerweise umgehend im Training eine schwere Nasenprellung zugezogen und musste mit einem dicken Pflaster und darüber mit einer Gesichtmaske antreten. Hinterher durfte er sagen: „Wir wollen zusammen etwas Großes erreichen.“
Etwas Großes? Gemach: Pieringer meinte damit nicht die Champions League, sondern: den Klassenerhalt. Wenn Kettemanns tapfere Mannschaft es weiter so schlau anstellt wie in Mainz, könnte das sogar gelingen. „Wir sind eine unglaublich junge Gruppe von Menschen“, dozierte der Coach klug, „da hilft jeder Erfahrungswert.“
Die Nullfünfer ihrerseits versuchten sich damit zu trösten, dass die zweite Halbzeit besser war als die erste. Aber sie war dennoch nicht gut genug, um jenes gehobene Bundesliganiveau zu erreichen, das Fachleute der eingespielten Mannschaft zutrauen. Trainer Urs Fischer überraschte hinterher zunächst mit der Botschaft, er sei mit seinem Team „nicht unzufrieden“ gewesen. Bald darauf fügte der Schweizer aber ehrlicherweise an, „in der Summe“ sei „zu wenig“ dabei herausgesprungen. Was sich bei einem 0:0 ja auch leicht errechnen lässt. Macht in der Addition nämlich am Ende null Tore und nur einen Punkt.
Zu wenig, um an diesem Nachmittag mit mehr Wolken als Sonne schönere Bilder zu produzieren als der eigene Nachwuchs.