Der verlängerte Arm des Trainers: Marko Pernar und seine neue Rolle bei den Löwen vor dem Heimauftakt gegen Nordhorn II
Lange Zeit war Marko Pernar Trainer der HSG Hunte-Aue Löwen. Jetzt ist der 34-jährige Rückraum-Regisseur wieder ausschließlich als Spieler aktiv – und überlässt das Coaching HSG-Urgestein Heiner Thiemann. Wie sich Pernar in der neuen Rolle zurechtfindet, was er zum Saisonstart der Löwen sagt und warum für Coach Thiemann die Vorbereitung auf den Heimspielauftakt gegen Nordhorn II so kompliziert ist.
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Stand: 17.09.2026, 19:00 Uhr
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Lange Zeit war Marko Pernar Trainer der HSG Hunte-Aue Löwen. Jetzt ist der 34-jährige Rückraum-Regisseur wieder ausschließlich als Spieler aktiv – und überlässt das Coaching HSG-Urgestein Heiner Thiemann. Wie sich Pernar in der neuen Rolle zurechtfindet, was er zum Saisonstart der Löwen sagt und warum für Coach Thiemann die Vorbereitung auf den Heimspielauftakt gegen Nordhorn II so kompliziert ist.
Diepholz – Auf seinem Profilbild bei WhatsApp hält Marko Pernar noch exemplarisch die Taktiktafel in die Kamera. Darauf zu sehen: eine klassische Handball-Angriffsvariante gegen eine 6:0-Deckung. Doch den Job als Trainer der HSG Hunte-Aue Löwen hat der 34-Jährige mittlerweile abgegeben. Seit dieser Saison ist Pernar für die HSG ausschließlich auf dem Feld im Einsatz – und hat das Coaching Heiner Thiemann überlassen. „Ich habe mich gut eingefunden in meine neue Rolle und genieße es, wieder auf dem Feld zu stehen“, sagt der Ex-Trainer und Wieder-Spieler vor dem Heimauftakt der Löwen gegen die HSG Nordhorn II am Samstag (19.15 Uhr) in der Diepholzer Mühlenkamphalle.
Ganz so neu ist die Rolle für Marko Pernar allerdings nicht, denn gewisses Coaching zählt nach wie vor zu seinen Aufgaben: „Man kann schon sagen, dass ich der verlängerte Arm des Trainers auf dem Feld bin“, sagt der Rückraum-Regisseur. Er wolle seine Erfahrung nutzen, „um die jungen Spieler zu unterstützen“. Auf und neben der Platte! „Diese Rolle macht mir schon auch viel Spaß“, sagt Pernar, der endlich einmal verletzungsfrei durch die Vorbereitung gekommen ist und sich „aktuell sehr gut fühlt“. Der Lehrer versichert: „Ich bin auf jeden Fall fit.“
Pernar lobt Thiemann
Doch das kommt nicht von ungefähr. Pernar investiert viel Zeit in seine Fitness: „Ich trainiere auch neben den drei Einheiten in der Woche für mich selbst und gehe ins Gym.“ Die Motivation beim 34-Jährigen ist spürbar: „Ich habe große Lust auf die Saison und möchte ein gutes Ergebnis erreichen mit den Jungs.“

Und der Auftakt dafür ist gemacht. Mit 33:22 gewannen die Löwen am vergangenen Wochenende beim TV Georgsmarienhütte – und Pernar war direkt Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Gäste. „Unser Angriffskonzept hat sich nicht grundlegend verändert. Deswegen bin ich damit gut vertraut und weiß, welche Lösungen wir suchen“, erklärt der Mittelmann, der selbst fünfmal traf, den Grund, warum es auf Anhieb so gut lief. Doch es gebe auch Verbesserungspotenzial: „In der Deckung und bei der Trefferquote können wir uns noch steigern.“ Auch beim Rückzugsverhalten gebe es „noch Luft nach oben“.
Eine zentrale Rolle dabei spielt Pernar. „Marko ist ein brillanter Handballer“, adelte Heiner Thiemann den Rückraum-Regisseur schon vor der Saison. Ein Lob, das Pernar gerne zurückgibt: „Heiner ist ein toller Trainer. Er hat eine Menge Erfahrung und weiß ganz genau, wo gefährliche Situationen sind.“ Bei Thiemann gebe es daher „keine Entspannung“, auch nach Siegen nicht. „Das respektiere ich am meisten: Bei Heiner gilt es, von Anfang bis Ende Vollgas zu geben.“
Nordhorn II „eine Wundertüte“
So lautet auch die Marschroute für das erste Heimspiel der Saison gegen die Zweitvertretung aus Nordhorn, einen „etablierten Verbandsligisten“, wie Pernar weiß. Doch viel mehr ist ihm nicht bekannt. Egal! Denn die Mannschaft auf den kommenden Gegner vorzubereiten, zählt ja ohnehin nicht mehr zu seinen Aufgaben. „Ich fühle mich entspannter. Man kommt einfach in die Halle und macht sein Ding“, meint Pernar.
Marko Pernars „Pre-Match-Routine“
Noch als Trainer hat sich Marko Pernar mit unzähligen Stunden Videostudium auf die Gegner vorbereitet. Das ist jetzt als Spieler anders. „Vor dem Spiel muss ich nachmittags mindestens eine Stunde schlafen“, erzählt der 34-Jährige und muss lachen. Danach stünden „Sachen packen“ und „die Spielzüge im Kopf durchgehen“ auf dem Programm. Generell gilt für den Rückraum-Spieler: „Ich schaue jetzt lieber auf uns als auf die Gegner.“
Da kommt der neue, alte HSG‑Trainer Heiner Thiemann ins Spiel. Doch bezüglich der Vorbereitung auf den Gegner sind auch dem 74-jährigen Coach die Hände teilweise gebunden: „Wir sind neu in der Klasse und müssen uns damit auseinandersetzen, dass uns die Gegner nicht bekannt sind“, meint Thiemann. Auch entsprechendes Videomaterial sei noch nicht vorhanden. Zu Nordhorn II, deren erste Mannschaft in der 2. Bundesliga spielt, sagt er ganz allgemein: „Zweite Mannschaften sind immer so ein bisschen eine Wundertüte. Da muss man immer damit rechnen, dass da junge Spieler kommen, die eine Perspektive haben.“
Thiemann kündigt Verstärkungen an
Daher legt er den Fokus auf sein eigenes Team: „Wir wollen uns weiterentwickeln und an unseren Defiziten arbeiten.“ Für das erste Heimspiel der Saison erwartet Thiemann vor allem „eine stabilere Abwehr und vorne eine bessere Schussquote“. Nicht mithelfen können wird Außenspieler Joshua Planitz (Knie), der Einsatz von Alisman Kambachev ist fraglich (krank).
So viel zu Heiner Thiemanns Aufgabe als Trainer. Doch auch als Sportlicher Leiter ist der HSG-Allrounder weiterhin aktiv. Und in dieser Funktion sucht der 74-Jährige weiterhin nach Verstärkungen für den jungen, kleinen Kader. „Der Kader ist noch nicht vollzählig“, meint Thiemann und verrät: „Wir führen aktuell noch Gespräche, um den Kader noch zu erweitern.“