Bundesrat will Polizeizusammenarbeit mit Deutschland ausbauen

Deutsch-schweizerische Grenze Justizminister Jans trifft in Chiasso den deutschen Innenminister An der Grenze zu Deutschland fehlt ein Polizei- und Zollzentr...

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Bundesrat will Polizeizusammenarbeit mit Deutschland ausbauen

Deutsch-schweizerische Grenze Justizminister Jans trifft in Chiasso den deutschen Innenminister

An der Grenze zu Deutschland fehlt ein Polizei- und Zollzentrum. Beat Jans zeigt dem deutschen Innenminister das Vorbild in Chiasso.

31.08.2026, 20:29

Landesgrenzen sind für Kunsträuber, Schlepperinnen und die organisierte Kriminalität längst kein Hindernis mehr. Der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt brachte es bei seinem Besuch in Chiasso auf den Punkt:

«Kriminalität kennt keine Grenzen. Kriminalität nutzt die Grenzen, um sich gegen die Sicherheitsbehörden einen Vorteil zu erarbeiten. Und diesen Vorteil wollen wir der Kriminalität nicht gewähren.»

Zwei Männer in Anzügen schütteln vor Flaggen die Hände.
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Justizminister Beat Jans (rechts) hat dem deutschen Innenminister Alexander Dobrindt (links) das binationale Polizei- und Zollzentrum in Chiasso gezeigt. (31.08.2026)

KEYSTONE/Ti-Press/Elia Bianchi

Um grenzüberschreitende Kriminalität zu bekämpfen, arbeitet die Schweiz bereits seit Jahren eng mit ihren Nachbarländern zusammen, sagt Justizminister Beat Jans: «Mit Deutschland betreiben wir in Basel ein Verbindungsbüro. Noch enger ist die Zusammenarbeit in sogenannten gemeinsamen Zentren für Polizei- und Zollkooperation, kurz CCPD.»

Eines dieser gemeinsamen Zentren befindet sich in Chiasso. Das Polizei- und Zollkooperationszentrum besteht seit 23 Jahren und ist im Bahnhofsgebäude untergebracht. Hier arbeiten italienische und Schweizer Behörden unter einem Dach. Italienische Polizei, Finanzpolizei und Carabinieri teilen sich die Büros mit Tessiner Kantonspolizisten, Grenzbeamtinnen und Mitarbeitern der Bundespolizei.

Autos an einem Grenzübergang mit grosser schweizer Flagge.
Legende:

An der deutsch-schweizerischen Grenze fehlt bislang ein gemeinsames Polizei- und Zollzentrum. Der Bundesrat möchte das ändern und die Zusammenarbeit ausbauen. (09.05.2025)

KEYSTONE/Gian Ehrenzeller

Der grosse Vorteil sei, dass man jederzeit und unkompliziert mit den verschiedenen Sicherheitsbehörden in Kontakt treten könne, sagt Andrea Wehrmüller, Leiter des Polizei- und Zollkooperationszentrums.

«Die Zusammenarbeit funktioniert gut, weil die Kooperation direkt stattfindet. Wir sind rund um die Uhr für den Informationsaustausch mit den Kantonen, dem Bund und den italienischen Behörden zuständig.»

Dabei geht es längst nicht nur um klassische Grenzkontrollen. «Den Hauptteil machen Migration und die riesige Palette an Vermögensdelikten aus. Hinzu kommen Delikte im Zusammenhang mit schwerer oder organisierter Kriminalität», so Wehrmüller.

Chiasso als Vorbild für Deutschland

Zweck des Besuchs in Chiasso war es dann auch, dieses Modell dem deutschen Innenminister näherzubringen, wie Jans sagt: «Der Bundesrat ist bestrebt, die Zusammenarbeit im Interesse der Sicherheit auch an dieser Grenze zwischen der Schweiz und Deutschland zu verstärken. Wir haben uns deshalb darauf verständigt, gemeinsam mit Deutschland die Zusammenarbeit in diesem Bereich zu vertiefen.»

Dobrindt zeigte sich gegenüber einer vertieften Zusammenarbeit offen. Gleichzeitig verwies er darauf, dass mögliche Schritte unter anderem noch mit den an die Schweiz grenzenden Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern abgestimmt werden müssten.

Bis an der deutsch-schweizerischen Grenze ein gemeinsames Polizei- und Zollzentrum entsteht, dürfte deshalb noch etwas Zeit vergehen.