Deutsche Mixed Staffel trotz Pech mit “richtig Laktat“ WM-Fünfte | radsport-news.com
Aus beiden Trios wurden schnell Duos | – Mit Maximilian Walscheid, Jasha Sütterlin, Nikias Arndt und Ricarda Bauernfeind standen im Vergleich zu Kigali gleich vier Neue bei der Mixed Staffel im Rahmen der Straßen-Weltmeisterschaft in
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RSNplusAus beiden Trios wurden schnell Duos
Von Kevin Kempf

Antonia Niedermaier führt Franziska Koch über den Kurs in Montreal. | Foto: Cor Vos
22.09.2026 | (rsn) – Mit Maximilian Walscheid, Jasha Sütterlin, Nikias Arndt und Ricarda Bauernfeind standen im Vergleich zu Kigali gleich vier Neue bei der Mixed Staffel im Rahmen der Straßen-Weltmeisterschaft in Montréal im deutschen Sextett. Antonia Niedermaier und Franziska Koch waren zum zweiten Mal in Folge dabei. Am Ende sprang das gleiche Resultat wie in Ruanda heraus. Sowohl bei den Männern als bei den Frauen waren dabei aus den jeweiligen Trios nach kurzer Zeit Duos geworden.
In der ersten Umrundung des 20,3 Kilometer langen Kurses verlor das Männer-Team schon früh den 34-jährigen Arndt. “Es war ein sehr harter Kurs. Ich glaube, das ist mir – und damit auch dem Team – zum Verhängnis geworden“, sagte der Bahrain-Profi gegenüber RSN. “Ich bin den Start gefahren. Der hat gut funktioniert. Ich habe mich auch beim Warmfahren gut gefühlt. Als ich das zweite Mal in die Führung gekommen bin und meine geplante Pace angeschlagen habe, habe ich gemerkt, ‘Oh, es sind einfach heute diese 30 Watt über dem, was ich fahren kann‘“, fügte Arndt an.
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Jasha Sütterlin (vorn) und Maximilian Walscheid waren schnell zu zweit unterwegs. | Foto: Cor Vos
Gefahren ist er sie trotzdem. “Weil die Geschwindigkeit sehr, sehr wichtig ist“, erklärte der Routinier “Jashas dritte Führung zum Fluss runter war einfach superstark. Da habe ich gemerkt ‘Scheiße, ich krieg jetzt hier schon richtig Laktat‘“, blickte Arndt zurück.
Das konnten weder er noch seine Teamkollegen reparieren – obwohl sie es probiert hätten, wie Sütterlin RSN gegenüber erklärte. “Max und ich sind einmal eine lange Führung gefahren, um ihn (Arndt) wieder in die Erholung reinzukriegen, damit er noch ein bisschen länger dabei bleiben kann. Bei der Wende hat es ihn dann aufgestellt und von da waren wir nur noch zu zweit.“
Das war nach ungefähr zehn Minuten. “Dann war wirklich Fingerspitzengefühl gefragt, was Führung angeht und wie hart wir fahren. Ich denke, dass Max und ich das eigentlich relativ gut gemacht haben bis ins Ziel“, befand Sütterlin. Nach sieben Minuten hatte das Trio die zweitbeste Zeit notieren lassen, nach derer 17 war das Duo auf Rang 4 abgerutscht. Platz 5 leuchtete für Sütterlin und Walscheid beim Wechsel auf das Frauentrio auf.
Bauernfeind verliert die Kette, Deutschland verliert Bauernfeind
Doch auch die waren nicht lang zu dritt unterwegs. “Es gibt viele Schlaglöcher, vor allem im ersten Teil. Das hat einfach dazu geführt, dass mir die Kette runtergesprungen ist. Ich habe versucht, sie auf der Abfahrt noch mal drauf zu bekommen, aber das hat nicht so funktioniert“, ärgerte sich Bauernfeind am RSN-Mikrofon über ihren frühen Defekt. “Wir waren eigentlich fast den ganzen Kurs zu zweit. Das war schwer, aber wir haben das Beste draus gemacht“, resümierte Niedermaier bei Eurosport.
Der Medaillentraum war damit fast schon geplatzt. Doch ans Aufgeben dachte deswegen natürlich niemand. “Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir einen Plan A haben. Wir haben aber auch gesagt, dass auf diesem Kurs sehr viel passieren kann. Es ist immer gut, mit einem Plan zu starten, aber wir müssen auch mit Flexibilität mit reinbringen, die wir leider gebraucht haben. So was kann immer passieren“, erläuterte Koch gegenüber RSN. “Das ist auch die Kunst in dieser Disziplin. So viele Sachen müssen zusammenpassen, um ein perfektes Rennen zu fahren. Man muss versuchen, das Beste draus zu machen.“
Ricarda Bauernfeind (vorn) konnte nur wenige Führungen fahren. | Foto: Cor Vos
Ein perfektes Rennen war es sicher nicht für das deutsche Sextett. Die Schweiz, die mit Stefan Küng bei den Männern ebenfalls früh Defektpech hatte, zog bei der folgenden Zwischenzeit an der Auswahl von German Cycling vorbei, die schnappte sich dafür beim nächsten Messpunkt Spanien.
Die Zeitfahr-Bronzemedaillengewinnerin Koch und die -Siebte Niedermaier schlugen sich sehr achtbar. “Für mich war es ganz gut, dass Franzi vor mir war, denn ich bin ja relativ klein und Franzi ist relativ groß. Da hatte ich wenigstens eine gute Erholung“, zog Niedermaier im Gespräch mit RSN positives Aspekte aus dem Rennen. “Wir sind beide gut bergfest und ausgeglichen, deswegen hat es ganz gut gepasst. Aber es war natürlich auf jeden Fall hart, wenn man nicht immer noch eine Pause mehr hat, sondern zu zweit durchwechselt.“
So tat sich die 23-Jährige bei Eurosport schwer, das Ergebnis einzuordnen. “Ich habe gemischte Gefühle. Wir haben ein gutes Zeitfahren absolviert“, urteilte sie. Zu Platz vier fehlten letztendlich neun Sekunden, auf Bronze waren es deutliche 29. Der Rückstand auf die siegreiche italienische Mixed Staffel betrug 48 Sekunden.