Luftverschmutzung: Dichter Smog hat Südostasien fest im Griff
Die seit Wochen andauernden Wald- und Flächenbrände in Indonesien hüllen Südostasien vielerorts in dichten Smog. Während in dem Land selbst bedenkliche Luftverschmutzungswerte gemessen werden, ordneten die Behörden im benachbarten Malaysia aus gesundheitlichen Bedenken großflächige Schulschließungen an. Im Stadtstaat Singapur, in dem am Wochenende ein Formel-1-Rennen stattfindet, wurden ebenfalls hohe Schadstoffwerte verzeichnet.
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Luftverschmutzung
Die seit Wochen andauernden Wald- und Flächenbrände in Indonesien hüllen Südostasien vielerorts in dichten Smog. Während in dem Land selbst bedenkliche Luftverschmutzungswerte gemessen werden, ordneten die Behörden im benachbarten Malaysia aus gesundheitlichen Bedenken großflächige Schulschließungen an. Im Stadtstaat Singapur, in dem am Wochenende ein Formel-1-Rennen stattfindet, wurden ebenfalls hohe Schadstoffwerte verzeichnet.
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In Malaysia setze man derweil auf Schulschließungen, wie die BBC am Freitag berichtete. Nachdem der malaysische Bundesstaat Johor beschlossen hatte, die Schulen für zwei Tage zu schließen, ordneten die Behörden in mehreren anderen malaysischen Bundesstaaten ebenfalls Schulschließungen an.
Betroffen davon sind unter anderem die Bundesstaaten Melaka, Negeri Sembilan und Selangor, wo sich die Hauptstadt Kuala Lumpur befindet. Auch in diesen Bundesstaaten verschlechterte sich laut BBC-Angaben von Freitag die Luftqualität weiter.
Ansturm auf Spitäler
„Die Luftqualität hat sich so stark verschlechtert, dass den Menschen das Atmen schwerfällt“, sagte die Mitarbeiterin eines Krankenhauses in Kuala Lumpur der dpa. „Wir haben einen gewaltigen Zustrom von Patienten mit akuten Atemwegsproblemen, starkem Husten und verschlimmertem Asthma.“
Die Behörden in Malaysia ordneten zudem an, dass Schulen im ganzen Land geschlossen werden müssen, wenn die Luftverschmutzungswerte in der jeweiligen Region den Wert von 180 im nationalen Luftschadstoffindex überschreiten.
ASEAN-Treffen einberufen
„Ich habe alle Bildungsbehörden der Bundesstaaten und Bezirke angewiesen, die Smogsituation weiterhin zu beobachten und sofortige Maßnahmen zu ergreifen, falls die Lage das erfordert“, so die Bildungsministerin des Landes, Fadhlina Sidek, Donnerstagabend in einem Facebook-Post.
Der malaysische Premierminister Anwar Ibrahim berief indes ein Treffen der Minister des Verbands Südostasiatischer Nationen (ASEAN) ein, um eine regionale Reaktion auf die Smog-Problematik zu koordinieren.
Singapur: Schlechteste Luftqualität in diesem Jahr
Auch in Singapur ist die Luftverschmutzung alarmierend hoch. Die Werte für Luftqualität seien so schlecht wie noch nie in diesem Jahr, wie Medien am Freitag berichteten. Der Nachrichtenkanal Channel News Asia (CNA) und „The Straits Times“ berichteten, dass der Schadstoffindex des Inselstaates in den für die Gesundheit bedenklichen Bereich geraten ist.
Mit Blick auf das Formel-1-Rennen in Singapur erklärte der Motorsportweltverband (FIA), dass der Smog aus Indonesien keine Bedrohung für den Grand Prix darstelle. Sollte sich die Luftverschmutzung verschlimmern, könne es aber zu Einschränkungen bei Aktivitäten im Freien kommen. Diese würden sich aber vor allem auf das Unterhaltungsangebot und weniger auf das Fahrerlager und die Rennstrecke beziehen.
Indonesien: Gefährliche Smogwerte
In Indonesien kämpft man weiter gegen die zahlreichen Brände und deren Auswirkungen. Das Gesundheitsministerium verzeichnete allein zwischen Juli und September fast 175.000 Fälle von Atemwegsinfektionen, die mit Bränden in Zusammenhang standen. In Teilen der Insel Sumatra werden derzeit gefährlich Smogwerte gemessen, im Flugverkehr kam es wegen schlechter Sicht nach Behördenangaben zu Verzögerungen.
Im waldreichen Indonesien gibt es während der Trockenzeit, die sich üblicherweise von Juli bis Oktober erstreckt, regelmäßig Wald- und Torfbrände. Das indonesische Forstministerium zählt derzeit Hunderte aktive Brände, wie am Freitag mittgeteilt wurde. Oft breiten sich die Waldbrände auf ausgetrockneten Torfflächen unter der Erde aus und erzeugen über Tage oder Wochen hinweg dichten Rauch.
Illegale Brandrodung
In diesem Jahr sind die Brände heftiger, was teils auf das gegenwärtige Klimaphänomen „El Nino“ zurückzuführen ist, wie es bereits im August hieß. Laut BBC-Angaben von Freitag wurden die Brände auch durch illegale Brandrodung verursacht. Brandrodung ist eine Methode, auf die Landwirte und Unternehmen als kostengünstige Möglichkeit zur Beseitigung von Vegetation zurückgreifen.
Geodatenplattform: Fast 896.000 Hektar Wald verbrannt
Das Ausmaß der Brände ist bereits jetzt riesig. Die indonesische Regierung gab in ihrer Halbjahresbilanz die zwischen Jänner und Juli verbrannte Fläche mit 202.000 Hektar an. Seitdem wurden keine neuen Daten veröffentlicht.
Nach Berechnungen der Geodatenplattform Nusantara Atla verbrannten bis Ende August fast 896.000 Hektar Wald. In den Waldbrandgebieten auf der Insel Borneo lebt gut die Hälfte der Orang-Utan-Populationen. Tierschützer versuchen seit geraumer Zeit, die Tiere aus den Brandgebieten zu retten.
Die Brände und ihre Auswirkungen führten zu einer Sammelklage gegen die indonesische Regierung. Eingereicht wurde sie unter anderem von einem Bündnis indigener Völker auf Borneo. Die Kläger werfen der Regierung von Präsident Prabowo Subianto grobe Fahrlässigkeit im Umgang mit den Feuern und der Luftverschmutzung vor und fordern die Ausrufung des nationalen Notstands.