„Die Bombe war uns egal“: Wie Reisende am Flughafen Leipzig den Drohnenfund erlebten
Maschinenfahrer Max (21) und Abelina (20) aus Dresden sind an diesem Mittwochnachmittag auf dem Weg in die Türkei. „Wir haben es gleich heute früh erfahren. Ich dachte mir, irgendwas ist in Leipzig los“, sagt M...
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Maschinenfahrer Max (21) und Abelina (20) aus Dresden sind an diesem Mittwochnachmittag auf dem Weg in die Türkei. „Wir haben es gleich heute früh erfahren. Ich dachte mir, irgendwas ist in Leipzig los“, sagt Max. Und er ergänzt: „Ich hatte natürlich Angst, dass der Flug nicht stattfindet.“
Planmäßig verlaufender Betrieb
Seine Freundin Abelina zweifelte, ob es überhaupt Sinn ergebe, nach Leipzig zu fahren, oder ob man gleich nach Frankfurt müsse. „Aber Max meinte, los, wir fahren jetzt nach Leipzig“, so die Auszubildende. Hier haben die beiden auch Bekannte, bei denen sie übernachten könnten. Ihr Flieger geht planmäßig um 17.30 Uhr, und Stand jetzt sieht es so aus, als ob es auch dabei bleibt.
Die Flughafensprecherin betont, dass der Flugbetrieb seit dem Morgen planmäßig läuft. Betroffen von dem Drohnenfund war am Dienstagabend lediglich ein Urlauberflieger, der über Nürnberg umgeleitet wurde und erst am frühen Mittwochmorgen in Leipzig eintraf. Und so zeigt ein Blick, dass bei den Flügen alles weitgehend nach Plan läuft. Insgesamt 20 Ankünfte und 20 Abflüge meldet die Informationstafel für den Mittwoch.
Max und Abelina aus Dresden starten von Leipzig aus in ihren Türkei-Urlaub.
© Alexander Schumann für Ostdeutsche Allgemeine
Ferenc (77) und Gudrun (75) sind deutlich gelassener. Das Rentnerehepaar ist aus Chemnitz angereist und hat das größte Abenteuer ihrer Reise nach eigener Einschätzung schon hinter sich. „Die Bombe war uns egal. Wir haben uns heute Mittag gefreut, dass wir überhaupt eine S-Bahn im Leipziger Hauptbahnhof bekommen haben. Es kam eine Verspätungsansage nach der anderen“, sagt Ferenc.
Nach 80 Minuten kam dann die Aussage, dass die Bahn ganz ausfällt. Die Bahn sei ja bekannt für ihre Unzuverlässigkeit, aber dass es so schlimm sei, hätte er nicht gedacht, ergänzt der Senior. Immerhin, jetzt sei man am Flughafen und die Reise in die Türkei könne beginnen.
Die beiden Plane-Spotter Mario (l.) und Fabian sind zweimal wöchentlich am Flughafen Leipzig unterwegs.
© Alexander Schumann
Mario Welz (52) ist Plane-Spotter. Er ist am Mittwoch mit Fabian Reichlmair (24), der sein Hobby teilt, am Flughafen Leipzig unterwegs. „Die Südbahn ist definitiv schon seit diesem Montag wegen Wartungsarbeiten geschlossen“, sagt Mario. „Die Bahnen seien zwischen 10 und 19 Uhr immer im Wechsel gesperrt. Nur in den Abendstunden wären beide manchmal gleichzeitig im Betrieb.“ Die beiden Männer sind mindestens zweimal wöchentlich hier und beobachten Flugzeuge.
Nach dem Fund einer mit Sprengstoff versehenen Drohne am Flughafen Leipzig/Halle stehe die Sicherheit des Flugbetriebs und die Aufklärung dieses Vorfalls an oberster Stelle, teilte unterdessen Sachsens Justizministerin der Justiz, Constanze Geiert (CDU), mit. Sie danke allen Beteiligten, die die Situation unter Kontrolle gebracht und mit dafür gesorgt haben, dass der Flugbetrieb bereits wieder aufgenommen werden konnte.
Der Flughafen in Leipzig gehöre zur kritischen Infrastruktur. Angriffe auf diese Strukturen müssten durch die Strafverfolgungsbehörden mit aller Kraft und Härte verfolgt werden. Daher ist zu begrüßen, dass die Ermittlungen von der Zentralstelle Extremismus Sachsen (ZESA), der Generalstaatsanwaltschaft Dresden und dem Landeskriminalamt Sachsen übernommen worden seien.
Der Flugbetrieb läuft in Leipzig seit dem frühen Mittwochmorgen ohne Einschränkungen weiter.
© Alexander Schumann für Ostdeutsche Allgemeine
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