Die fünf schönsten Burgruinen an der Ruhr – und warum sich ein Ausflug lohnt
wa.deNRWStand: 15.08.2026, 20:30 UhrKommentareUns auf Google folgenAn der Ruhr warten fünf sehenswerte Burgruinen auf Besucher. Manche liegen direkt an Rad- und Wanderwegen. Eine Anlage stand einst nur 25 Jahre...
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Stand: 15.08.2026, 20:30 Uhr
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An der Ruhr warten fünf sehenswerte Burgruinen auf Besucher. Manche liegen direkt an Rad- und Wanderwegen. Eine Anlage stand einst nur 25 Jahre.
Dortmund – Wer glaubt, das Ruhrgebiet bestehe nur aus Zechen, Schlackenbergen und Industriekultur, hat die andere Seite dieser Region noch nicht entdeckt: An den Ufern der Ruhr thronten einst mächtige Burgen – Zeugen einer mittelalterlichen Welt, die heute als beeindruckende Ruinen auf Ausflügler warten. Fünf davon sind besonders sehenswert.
Die mystische Burgruinge am Flussufer
An einem der schönsten Abschnitte der mittleren Ruhr ragt in Witten die Ruine der Burg Hardenstein aus dem Grün hervor – eingebettet ins Naturschutzgebiet Ruhraue und das benachbarte Muttental, das als „Wiege des Ruhrbergbaus“ gilt. Wer sich hier auf den Weg macht, taucht gleich in zwei Epochen ein: Mittelalter und frühe Industriegeschichte liegen buchstäblich nebeneinander.

Funde deuten darauf hin, dass bereits im 14. Jahrhundert eine Burg existierte, die im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut wurde. Nachdem der Adelssitz nicht mehr bewohnt war, begann im 18. Jahrhundert sein Verfall. Heute wird die spätmittelalterliche Burganlage von den Burgfreunden Hardenstein e. V. betreut.
Das besondere Erlebnis: Die Anreise per Ruhrtalfähre „Hardenstein“. Die kleine Fähre setzt Radfahrer und Wanderer von der Herbeder Schleuse direkt zur Burgruine über – und ist damit eine der romantischsten Anfahrtsmöglichkeiten, die das Ruhrgebiet zu bieten hat. An der Ruine befindet sich außerdem eine Haltestelle der RuhrtalBahn und der MS Schwalbe. Die Anlage selbst ist ganzjährig frei zugänglich.
Hohensyburg: Die Königin der Aussicht
Wer von einer Burgruine maximale Dramatik erwartet, wird an der Hohensyburg nicht enttäuscht. Hoch über dem Zusammenfluss von Ruhr und Lenne – auf 244 Metern über dem Meeresspiegel im Dortmunder Stadtteil Syburg – liegt eine der geschichtsträchtigsten Anlagen der Region. Die Burg wurde auf dem Gelände einer ehemaligen sächsischen Fliehburg errichtet, die 775 von den Franken unter Karl dem Großen erobert worden war. Die um 1100 aus Ruhrsandstein erbaute Steinburg wurde 1287 durch Graf Eberhard I. von der Mark teilzerstört und verlor im 14. Jahrhundert weiter an Bedeutung, bevor sie im 17. Jahrhundert endgültig verfiel. Erhalten haben sich Teile des Wohnhauses und des Bergfrieds.

Neben der eigentlichen Burganlage prägen zwei weitere Bauwerke das Bild: das monumentale Kaiser-Wilhelm-Denkmal, das 1903 eingeweiht wurde, und der 20 Meter hohe Vincketurm – ein achteckiger Aussichtsturm aus dem Jahr 1857, der zu Ehren des ersten Oberpräsidenten der Provinz Westfalen, Ludwig von Vincke, errichtet wurde. Beide befinden sich im Besitz des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).
Fantastischer Ausblick: Von der Aussichtsplattform des Vincketurms entfaltet sich bei klarem Wetter ein weiter Blick auf Hengsteysee, Ruhrtal, die Stadt Hagen und bis in die Berge des Sauerlandes.
Die Isenburg war einst eine der größten der Region
Kurze Lebensdauer, bleibender Eindruck: Die Isenburg oberhalb der Hattinger Ruhrschleife war einst eine der größten und mächtigsten Burgen der gesamten Region – und hatte doch nur 25 Jahre Bestand. Um 1199 fertiggestellt, wurde sie bereits 1225 auf Geheiß des Erzbischofs von Köln bis auf die Grundmauern zerstört. Der Hintergrund: Die Grafen von Isenberg hatten den Kölner Erzbischof Engelbert I. ermordet – die Konsequenz war die vollständige Zerstörung ihrer Stammburg.

Was geblieben ist, beeindruckt dennoch. Die weitläufigen Mauerreste auf dem Isenberg bieten eine dramatische Kulisse und einen weiten Blick über das Ruhrtal. Inmitten der Ruinenreste wurde im 19. Jahrhundert das „Haus Custodis“ errichtet, das heute ein kleines Museum zur Geschichte der Burg beherbergt.
Achtung, Verwechslungsgefahr: Es gibt zwei Ruinen namens Isenburg in der Region. Wer von Essen aus kommt, erreicht die gleichnamige Ruine im Stadtteil Burgaltendorf – oberhalb des Baldeneysees gelegen und ebenfalls sehenswert. Die hier beschriebene liegt in Hattingen (Ennepe-Ruhr-Kreis) und ist über die Isenbergstraße oder den Ruhrtalradweg erreichbar.
Das Panorama über dem Ruhrtal
Wer die Ruhr auf ihrer Reise von Ost nach West begleitet, stößt bei Wetter auf ein Bild wie aus dem Geschichtsbuch: Auf einem Bergkamm hoch über der Stadt thront die Burgruine Volmarstein, ihre Mauern und Türme noch gut sichtbar, das Tal zu ihren Füßen weiträumig und grün.

Die Burg wurde im 13. Jahrhundert errichtet und war Sitz der Grafen von Volmarstein. Heute ist die Anlage gut begehbar und liegt direkt an beliebten Wanderwegen durch das Wettertal – ideal also für alle, die ihren Burgenbesuch mit einer kleinen Runde durch die Natur verbinden möchten. Von den erhaltenen Mauerresten hat man einen klassischen Rundblick über das Ruhrtal und die Dächer von Wetter.
Burgruine Altendorf: Der besterhaltene Wohnturm NRWs
Klein aber oho: Die Burgruine Altendorf im Essener Stadtteil Burgaltendorf, nur wenige Hundert Meter südlich der Ruhr gelegen, ist auf den ersten Blick unauffällig. Doch ihr Wohnturm gilt als der besterhaltene mittelalterliche Wohnturm in ganz Nordrhein-Westfalen – ein architektonisches Alleinstellungsmerkmal, das in keiner Auflistung fehlen darf.

Wer vom Ruhrtalradweg den kleinen Abstecher auf den Hügel wagt, entdeckt zwischen freigelegten Mauern ein Stück echter Mittelaltergeschichte. Ein kleines Museum vor Ort vertieft das Wissen zur Burganlage, ein angrenzendes Café lädt zur Pause ein.
Öffnungszeiten: Zwischen Mitte April und Mitte Oktober ist der Turm samt Aussichtsplattform an Wochenenden und Feiertagen kostenlos zugänglich.
So gelingt der Ausflug
Alle fünf Ruinen liegen an oder nahe am Ruhrtalradweg – der ideale rote Faden für eine mehrtägige Radtour entlang der Ruhr. Wer mehrere Ziele an einem Tag verbinden möchte, findet zwischen Witten, Wetter und Hattingen besonders kurze Abstände. Für Wanderer empfiehlt sich die Kombination aus Hohensyburg und Volmarstein im Süden, für Familien ist Hardenstein mit Fähre und Goldemar-App ein Highlight. Der Eintritt ist bei fast allen Anlagen kostenlos oder symbolisch gering – Burgengeschichte an der Ruhr ist also auch für den schmalen Geldbeutel ein Ausflug wert.