Landtagswahlen: Die Mitte verliert die Jungen – zwei Parteien vorn

KI-Stimme. InfoDie jungen Wählerinnen und Wähler in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern haben ihre Stimme mehrheitlich der Linken oder der AfD und damit den beiden Parteien am politischen Rand gegeben. Rechnet ma...

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Landtagswahlen: Die Mitte verliert die Jungen – zwei Parteien vorn

KI-Stimme. Info

Die jungen Wählerinnen und Wähler in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern haben ihre Stimme mehrheitlich der Linken oder der AfD und damit den beiden Parteien am politischen Rand gegeben. Rechnet man die Stimmen für Linke und AfD zusammen, kommen sie bei den 16- bis 24-Jährigen in Berlin auf 57 Prozent, bezogen auf das Gesamtergebnis in allen Altersgruppen sind es nur rund 40 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern wählten 56 Prozent der jungen Menschen Die Linke oder die AfD, im Vergleich zu 44 Prozent aller Stimmen.

Junge Wähler in Berlin wählen mit 47 Prozent Die Linke und Elif Eralp

Umgekehrt verlieren die Parteien der Mitte. CDU, SPD und Grüne erreichten bei den Jungen in Berlin zusammen nur 28 Prozent, im Wählerdurchschnitt waren es rund 47 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern kommen die drei Parteien bei den Jungen auf 33 Prozent, insgesamt auf rund 46 Prozent. Erstmals durften bei beiden Wahlen auch 16- und 17-Jährige mitstimmen, in Berlin bis zu 55.000, in MV knapp 30.000.

CDU: 8 Prozent
SPD: 9 Prozent
Grüne: 11 Prozent
Linke: 47 Prozent
AfD: 10 Prozent
BSW: 6 Prozent
Andere: 9 Prozent

(Stand 20. September, 18.53 Uhr)

Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen der Hauptstadt und dem Bundesland im Nordosten: In Berlin ist die Linkspartei die Partei der Jungen. 47 Prozent der 16- bis 24-Jährigen stimmten für sie. Im Gesamtergebnis aller Altersgruppen sind es rund 25. Bei der Wahl 2023 hatte die Linke insgesamt nur 12,2 Prozent erreicht. Ein Faktor bei Jungwählern könnte dabei Elif Eralps Zuspruch von Influencern und Internetgrößen wie Ikkimel gewesen sein, die sich hinter die Berliner Linken-Spitzenkandidatin stellten.

AfD in Mecklenburg-Vorpommern bei Jungwählern vorne

Weit dahinter liegen bei den Jungen Grüne und AfD mit je 12 Prozent (insgesamt 15,4 und 13,9), die CDU mit 8 (insgesamt 20 Prozent) und die SPD mit 7 Prozent (insgesamt 12 Prozent). Vor allem die Grünen, in der Vergangenheit Favorit junger Berliner, verloren gegenüber 2023 rund zehn Punkte bei den 16- bis 24-Jährigen. Die AfD legte bei den Jungen um rund fünf Punkte zu und kommt auf zehn Prozent der Stimmen. Schwarz-Rot kommt bei den Jungen damit nur auf 15 Prozent.

SPD: 24 Prozent
AfD: 37 Prozent
CDU: 2 Prozent
Linke: 19 Prozent
Grüne: 7 Prozent
FDP: 2 Prozent
BSW: 5 Prozent

(Stand 20. September, 18.49 Uhr)

Anders als in Berlin ist in Mecklenburg-Vorpommern die AfD bei den Jungen stärkste Kraft – mit 37 Prozent. Im Land insgesamt sind es knapp 38 Prozent. 2021, als hier noch niemand unter 18 mitstimmen durfte, hatte sie landesweit 16,7 Prozent geholt. Der große Unterschied zwischen jungen und alten Wählerinnen und Wählern liegt bei der Linken. Sie kommt bei den Jungen auf 19 Prozent, insgesamt aber nur auf gut 6 Prozent.

Die CDU erreicht bei den Jungen gerade einmal 2 Prozent (insgesamt 5,2) und käme allein mit ihren Stimmen nicht in den Landtag. Die Grünen liegen bei den Jungen mit 7 Prozent über ihrem Landesergebnis (5,4).

Wahlergebnisse zeichneten sich ab: Social Media ein Ausschlaggeber?

Die inoffiziellen U16-Wahlen hatten die Richtung schon gezeigt: Im Nordosten lag die AfD mit 33,3 Prozent vor der Linken (25,3), in Berlin dagegen lag die Linke mit 32,8 Prozent vor den Grünen (20,9). „Die Jugend will Veränderung“, sagte Ina Bösefeldt vom Landesjugendring MV im Vorfeld der Wahlen. Junge Menschen stünden unter erheblichem Druck, erlebten Krisen und hätten das Gefühl, dass die Politik ihre Interessen nicht ernst nehme.

Auch der Wahlkampf der Linken und der AfD auf Social Media wird einiges zum Wahlerfolg in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern beigetragen haben. Für rund 75 Prozent der jungen Menschen sind soziale Medien ihre erste Anlaufstelle für Informationen, belegt eine Auswertung der Bertelsmann-Stiftung aus dem letzten Jahr. Gerade Zuspitzungen würden dabei dort besonders viel Aufmerksamkeit erhalten, was beide Parteien für ihren Wahlkampf nutzen.