Die Motivation: Den Menschen Zeit schenken
StartseiteLokalesLandkreis DiepholzSulingenStand: 14.09.2026, 06:30 UhrKommentareUns auf Google folgenSeit Juli ist Anna-Debora Schuh die neue Koordinatorin des Ambulanten Hospizdienstes Sulingen und umzu. © Ha...
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Stand: 14.09.2026, 06:30 Uhr
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Filmabend des Ambulanten Hospizdienstes Sulingen und umzu am 21. September
Sulingen – Der Ambulante Hospizdienst Sulingen und umzu hat eine neue Koordinatorin: Seit dem 15. Juli führt Anna-Debora Schuh die Einrichtung.
Die 36-Jährige stammt aus Bremen, lebte aber in den vergangenen zwölf Jahren im Rheinland, wo die Sozialpädagogin zuletzt in einem Seniorenheim tätig war. Dort habe sie sich zur ehrenamtlichen Sterbebegleiterin ausbilden lassen: „Dort habe ich gemerkt, dass ich nicht in einem Heim, sondern zu Hause begleiten möchte, vor dem Aspekt, dass ich dort Zeit haben darf – das habe ich sehr gerne gemacht.“
Ende des vergangenen Jahres zog es sie aus familiären Gründen zurück nach Norddeutschland. „Ich wollte wieder ehrenamtlich arbeiten“, berichtet sie, und deswegen habe sie Kontakt aufgenommen zum Hospizdienst der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bassum. Dort sei sie darauf aufmerksam gemacht worden, dass in Sulingen die Stelle der Koordinatorin gerade frei war, und so habe sie sich beworben.
„Ich bin hier wahnsinnig glücklich, weil ich so gut von den Menschen empfangen wurde“, betont sie. „Es ist ein wahnsinnig gut strukturierter Dienst, den ich übernehmen durfte, und ich bin sehr dankbar, dass hier alles so gut funktioniert und dass wir super engagierte Ehrenamtliche haben.“
Ansätze für Verbesserungen sieht sie dennoch: „Wir müssen mehr Öffentlichkeitsarbeit machen, damit die Menschen wissen, dass es jemanden gibt, der ihnen Zeit schenkt“, sagt Schuh. Im neuen Jahr werde es zudem wieder einen Kurs für neue ehrenamtliche Begleiter geben – „daran dürfen gerne auch jüngere Menschen teilnehmen.“ Vorgenommen hat sie sich überdies die Suche nach Sponsoren, um die Begleiter mit einer einheitlichen Arbeitskleidung für eine bessere Erkennbarkeit ausstatten zu können.
Zwei Veranstaltungen sind für die kommenden Wochen geplant: Zum Welthospiztag am 10. Oktober wird es in diesem Jahr keinen Gottesdienst geben, sondern einen Infostand auf dem Sulinger Wochenmarkt. Zuvor lädt der Hospizdienst für Montag, 21. September, zu einem Filmabend ein: Ab 19 Uhr wird im Sulinger Filmpalast das Drama „Sechswochenamt“ von Jacqueline Jansen gezeigt. Darin muss die 25-jährige Lore nach dem Tod ihrer Mutter mitten im ersten Corona-Lockdown alleine Beerdigung, Bürokratie und Wohnungsauflösung bewältigen, ohne Unterstützung ihrer Familie. Ein Film, der zum Nachdenken anregen will über Leben, Sterben und menschliche Nähe. „Die besten Plätze gibt es online, die zweitbesten an dem Abend an der Kinokasse“, sagt Schuh lachend. Im Anschluss an die Vorführung stehe sie im Foyer für Gespräche zur Verfügung.
Dabei will sie es nicht belassen: „Ich freue mich darauf, die Menschen hier weiter kennenlernen und begrüßen zu dürfen.“