Die Selbstdemontage einer Partei in "Inside CDU"
TV-Tagebuch Die Selbstdemontage einer Partei in "Inside CDU" Die ZDF-Dokureihe macht gekonnt die Dekadenz und Überheblichkeit von Politikern sichtbar, die kein Rezept gegen ihren Bedeutungsverlust habe...
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TV-Tagebuch
Die Selbstdemontage einer Partei in "Inside CDU"
Die ZDF-Dokureihe macht gekonnt die Dekadenz und Überheblichkeit von Politikern sichtbar, die kein Rezept gegen ihren Bedeutungsverlust haben
Astrid Ebenführer
Viele Szenen wirken hier wie unfreiwillige Satire oder auch wie gescriptetes Reality-TV. "Ihr seid alle durch", wird einmal ein enttäuschter Wähler über Politiker sagen. Und er meint damit vor allem jene der CDU. Die neuen vier Folgen der ZDF-Langzeitbeobachtung "Inside CDU" geraten zu einer Selbstentlarvung einer Partei, die viele schon abgeschrieben haben, und die gegen die Bedeutungslosigkeit kämpft.
Die Filmemacher Steffen Haug und Denise Jacobs kommentieren dabei nicht selbst, sie lassen Menschen aus der Partei über zunächst Hoffnung, danach Druck bis hin zur Niederlage sprechen und von Hauptstadtjournalistinnen und Experten einordnen. Besonders spannend wird es immer dann, wenn man sieht, wie Strategien, die sich PR-Menschen auf dem Papier ausgedacht haben, so gar nicht aufgehen. Dann wird es nicht nur grotesk, sondern auch peinlich.
Rehaugen und Strandkorb
Der Umgang mit den Rehaugen der Schülerin Eva, die es vor Jahren CDU-Mann Manuel Hagen angetan haben, oder natürlich die schon jetzt berühmte "Strandkorb-Affäre" von Staatsminister Philipp Amthor zeigen viel. Vor allem, wie abgehoben so manche CDUler kommunizieren, handeln und wie weit sie von den jenen Problemen entfernt sind, die den Alltag der Menschen bestimmen.
Die AfD freut sich, die CDU versteht die Welt nicht mehr, die Aufbruchs-Beteuerungen wirken unglaubwürdig, je länger man mit hier eintaucht und der Selbstdemontage einer Partei zuschaut. Hier wird eine Dekadenz und Überheblichkeit offensichtlich, die Haug und Jacobs gekonnt komprimieren. Freilich für Reality-erprobtes Publikum unterlegt mit dramatischer Musik und geschickt geschnitten. (Astrid Ebenführer, 29.9.2026)
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