Dieser Laden in München vermietet Oktoberfest-Outfits – doch kaum einer bringt sie je zurück

tzMünchenWiesnStand: 03.10.2026, 20:57 UhrKommentareUns auf Google folgenEin Pop-up-Shop im Glockenbachviertel zieht viele internationale Gäste an. Hier kann man die Tracht für das Oktoberfest nicht nur kaufen,...

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Dieser Laden in München vermietet Oktoberfest-Outfits – doch kaum einer bringt sie je zurück

Stand: 03.10.2026, 20:57 Uhr

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Ein Pop-up-Shop im Glockenbachviertel zieht viele internationale Gäste an. Hier kann man die Tracht für das Oktoberfest nicht nur kaufen, sondern auch leihen.

München – Auf der Wiesn gehört die bayrische Tracht genauso zum Bild wie Bier und Fahrgeschäfte. Lederhose, Hemd und Weste sowie Dirndl, Bluse und Schürze sind für viele Besucher fester Bestandteil des Oktoberfestbesuchs. Doch wer eigens aus einer anderen Stadt oder einem anderen Land für das Oktoberfest anreist, hat die passende Tracht oft nicht im Kleiderschrank. Und ein komplettes Wiesn-Outfit extra für wenige Tage zu kaufen, kann schnell ins Geld gehen. Eine Alternative: mieten statt kaufen.

Der Geschäftsführer von Hochglanz: Levin Vostell

Geschäftsführer Levin Vostell steht vor dem Hofglanz-Pop-up in der Baaderstraße und präsentiert in Lederhose und Trachtenhemd das Wiesn-Sortiment: Während des Oktoberfests werden hier Dirndl und Lederhosen verkauft und vermietet. © Eva Mühlberger

59 Euro für einen Tag

Für einen Wiesnbesuch muss die Tracht schließlich nicht gleich dauerhaft im Kleiderschrank landen. In München gibt es inzwischen verschiedene Möglichkeiten, Dirndl und Lederhose für kurze Zeit auszuleihen. Auch der Hofglanz-Dirndl- und Lederhosen-Pop-up-Shop in der Baaderstraße 82 im Glockenbachviertel bietet während des Oktoberfests neben dem Verkauf auch einen Verleih an.

Beim Kauf kostet ein Dirndl inklusive Schürze nach Angaben des Geschäftsführers Levin Vostell 119 Euro. Der gleiche Preis gilt für eine Lederhose. Eine passende Dirndlbluse oder ein Trachtenhemd gibt es für jeweils 39 Euro. Wer die Tracht dagegen nur für einen Wiesnbesuch benötigt, kann sie für 59 Euro für einen Tag oder 79 Euro für zwei Tage mieten. Der Mietpreis gilt sowohl für Dirndl als auch für Lederhosen. Hinzu kommt eine Kaution in Höhe des jeweiligen Kaufpreises.

Der Pop-up-Shop steht im Glockenbachviertel in München.

Dirndl und Lederhosen im Verkaufsraum des Hofglanz-Pop-ups im Glockenbachviertel in München – die Trachten hängen dort, wo sonst tätowiert wird. © Eva Mühlberger

Dieser Laden in München vermietet Wiesn-Outfits – doch kaum einer bringt sie je zurück

Der Pop-up-Shop im Glockenbachviertel ist kurzfristig entstanden und war ursprünglich so gar nicht geplant. Vostell kam nach eigenen Angaben erst wenige Tage vor Beginn der Wiesn auf die Idee, einen Laden auf Zeit zu eröffnen. Seine Marke verkauft Dirndl und Lederhosen eigentlich online – unter anderem über Amazon, Otto und den eigenen Online-Shop.

Für den vorübergehenden Laden mietete sich Hofglanz kurzerhand für die Wiesnzeit in ein Tattoo-Studio in der Baaderstraße ein. Innerhalb weniger Tage wurde aus der spontanen Idee ein fertiger Trachtenladen. Wo sonst tätowiert wird, findet man während der Wiesn nun Dirndl, Lederhosen und Trachtenhemden in den Regalen.

Das erste Mal auf dem Münchner Oktoberfest: Ein Kunde probiert verschiedene Modelle an und lässt sich beraten.

Das erste Mal auf dem Münchner Oktoberfest: Ein Kunde aus Amerika probiert verschiedene Modelle an und wird von dem Team vor Ort beraten. © Eva Mühlberger

Rund 4.000 Stück bereits verkauft oder verliehen

Rund 20.000 Dirndl und Lederhosen befinden sich laut Vostell im Bestand des Unternehmens. Nach etwas mehr als einer Woche Wiesn sei davon bereits ein beträchtlicher Teil verkauft oder verliehen worden: Rund 4000 Stück seien bis dahin insgesamt weggegangen, berichtet der Geschäftsführer. Mit einem solchen Andrang habe er selbst nicht gerechnet. Mehrfach musste deshalb bereits Nachschub organisiert werden. Zuletzt seien „fünf oder sechs Paletten mit Lederhosen“ eingetroffen – insgesamt rund zwei Tonnen, so Vostell.

Doch bei vielen bleibt es offenbar nicht beim Ausleihen. „Die kommen halt nicht zurück“, sagt Geschäftsführer Vostell. Nach seiner Einschätzung bringen rund 90 Prozent der Kunden, die ihre Tracht ursprünglich nur mieten wollen, Dirndl und Lederhose anschließend nach den ein oder zwei Tagen nicht wieder zurück, sondern behalten sie. Da die hinterlegte Kaution dem Kaufpreis entspricht, gilt die Tracht bei Nicht-Rückgabe einfach als gekauft.

Vor allem internationale Gäste greifen zum Mietmodell

„40 Prozent sind Amerikaner“, schätzt Vostell die Kundschaft ein, die seinen Pop-up betritt. Auch aus Australien oder dem europäischen Ausland kommen viele vorbei, um sich einkleiden zu lassen. Wiederum nur zehn Prozent seien deutsche Touristen aus Hamburg, Frankfurt oder Berlin. Besonders häufig kommen auch internationale Studenten und junge Reisende in Gruppen. Für viele dieser Besucher ist der Kauf einer kompletten Trachtenausstattung wenig sinnvoll, wenn sie diese nur für wenige Tage benötigen.

Genau hier setzt das Mietmodell an. Vor Ort können sich die Kunden außerdem beraten lassen. Das Team hilft bei der Auswahl der richtigen Größe und erklärt, wie Lederhose oder Dirndl richtig getragen werden.

Für Hofglanz könnte der Pop-up in München mehr sein als ein einmaliges Wiesn-Experiment. Das Unternehmen plant nach Angaben von Vostell, künftig stärker mit zeitlich begrenzten Läden zu arbeiten. Auch weitere Volksfeste und andere Städte seien denkbar. Der Verleih soll dabei als zusätzlicher Vertriebsweg bestehen bleiben. Denn wer nur für einen oder zwei Tage Tracht benötigt, kann sich das passende Wiesn-Outfit ausleihen. Und wer danach Gefallen daran findet, kann es behalten. (Quelle: Interview mit Levin Vostell)