Dieses Projekt in Niedersachsen hat eine ganze Tourismusbehörde in den Ruin geführt

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Dieses Projekt in Niedersachsen hat eine ganze Tourismusbehörde in den Ruin geführt

Stand: 16.10.2026, 14:00 Uhr

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Dieses Projekt in Niedersachsen hat eine ganze Tourismusbehörde in den Ruin geführt

Das Thalasso Meeres Spa in Horumersiel. © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Regelmäßig listet der Bund der Steuerzahler Fälle auf, bei denen Steuergelder verschwendet worden sein sollen. Ein Projekt in Niedersachsen sticht dabei heraus.

Laut dem Steuerzahlerbund wurden in Niedersachsen und Bremen an vielen Orten Steuergelder nicht effektiv genutzt. Im sogenannten Schwarzbuch sind 13 Fälle aus diesen Bundesländern aufgeführt, wie der Bund der Steuerzahler nach der Veröffentlichung der neuen Ausgabe mitteilte. Der Verband spricht in diesen Fällen von Verschwendung.

Ein Fall aus den 13 stellt die anderen aber in den Schatten: das Thalasso Meeres Spa in Wangerland (Landkreis Friesland). Das Bauprojekt sollte als Entspannungs- und Wohlfühloase ein touristisches Vorzeigeprojekt der Nordseegemeinde werden. Nach Angaben des Steuerzahlerbundes stiegen die Kosten von 4,6 auf 23 Millionen Euro, und die Bauzeit verlängerte sich um vier Jahre. Die gemeindeeigene Tourismusgesellschaft führte das in die Insolvenz.

Das Thalasso Meeres Spa im Wangerland: Kryokammer mit bis zu minus 110 Grad Celsius

Der Standort nördlich von Wilhelmshaven galt als ideal. Auf 2500 Quadratmetern bietet die Wellness-Oase beeindruckende Architektur und spezielle Anwendungen, darunter eine Kryokammer mit Temperaturen bis zu minus 110 Grad Celsius. Doch die explodierenden Baukosten zwangen die Gemeinde, Insolvenz in Eigenverwaltung zu beantragen.

Um die finanziellen Rahmenbedingungen zu sichern, entschied sich die Gemeinde Wangerland für einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung. „Wir befinden uns derzeit im Antragsverfahren, und die Antragsdokumente sind heute an das Amtsgericht Wilhelmshaven gesandt worden“, erklärte Eske Johanna Gobes, Sprecherin der Wangerland Touristik, damals gegenüber der Bild-Zeitung.

Wangerland Touristik ging pleite: 180 Mitarbeiter betroffen

Trotz der schwierigen Lage bleibt Geschäftsführer Torsten Riedel damals zuversichtlich: „Die Situation ist nicht leicht. Die finanzielle Lage ist eine Herausforderung. Mit dem Antrag auf Eigenverwaltung schaffen wir die notwendigen rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen, um unsere Zukunftsfähigkeit aktiv und verantwortungsvoll sicherzustellen.“

Die Insolvenz betrifft auch die 180 Mitarbeiter der Wangerland Touristik, deren Gehälter für die kommenden drei Monate durch das Insolvenzgeld gesichert waren. Die finanziellen Belastungen durch direkte Zuschüsse, Fördergelder und Garantien für das Spa-Projekt hatten die Gemeindekasse stark beansprucht. Nun muss die Verwaltung Einsparungen bei anderen Projekten in Betracht ziehen, um die finanzielle Stabilität der Gemeinde zu sichern.