Donau-Niedrigwasser legt Nazi-Schiffe frei – mit tödlicher Fracht an Bord

Ein Schiff der sogenannten Donauflottille der deutschen Kriegsmarine unweit der serbischen Hafenstadt Prahovo. Die versenkten Boote tauchen aufgrund des niedrigen Wasserpegels der Donau zuletzt gehäuft auf.

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Donau-Niedrigwasser legt Nazi-Schiffe frei – mit tödlicher Fracht an Bord

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Der Hitzesommer in Europa hat Folgen. Vor allem das Niedrigwasser in den Flüssen auf dem Kontinent macht den Menschen zu schaffen. Das Ganze hat jedoch nicht nur wirtschaftliche Auswirkungen, sondern wird unter anderem für die Menschen in Serbien zu einer echten Gefahr. Denn alte Nazischiffe am Grund der Donau werden zur explosiven Todesfalle.

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Donau in Serbien: Deutsche Flotte versenkt Schiffe im Zweiten Weltkrieg bei Prahovo

Unweit der serbischen Hafenstadt Prahovo sind nämlich einige Schiffe des deutschen Flottenverbandes aufgetaucht. Das hat einen militärhistorischen Hintergrund: Die Nazi-Marine hatte unmittelbar vor dem sogenannten Eisernen Tor – einem Durchbruchstal der Donau an der Grenze zwischen Serbien und Rumänien – Teile ihrer Schwarzmeerflotte selbst versenkt. Der deutsche Flottenverband hatte sich auf dem Rückzug befunden und war von der sowjetischen Donaumilitärflottille verfolgt worden. Die rund 200 versenkten Wasserfahrzeuge sollten die Donau für die Verfolger unpassierbar machen. 

Niedrigwasser an der Donau: Menschen stehen neben einem alten Nazi-Kriegsschiff im Wasser.

Schaulustige versammeln sich in der Nähe der Wrackteile eines deutschen Kriegsschiffs aus dem Zweiten Weltkrieg, das aufgrund des niedrigen Wasserstands der Donau bei Prahovo in Serbien freigelegt wurde.© Marko Drobnjakovic/AP/dpa | Marko Drobnjakovic

Die Folgen dieser Maßnahme sind noch heute zu spüren. Denn die Wracks bei Prahovo bilden für die Donauschifffahrt bei niedrigen Wasserständen, wie aktuell, ein nicht unerhebliches und gefährliches Hindernis. Grund dafür ist die explosive Ladung der versunkenen Schiffe. „Da sich dort gefährliche Fracht, Minen und Blindgänger befinden, müssen wir uns um die Sicherheit kümmern, die für uns hier Priorität hat“, erklärte der stellvertretende Minister für Wassertransport und Schifffahrtssicherheit, Vladimir Batalović, gegenüber dem staatlichen Fernsehsender RTS im April dieses Jahres.

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Wehrmachtswracks: Sieben Schiffe sollen bis 2027 aus der Donau verschwinden

Zu jenem Zeitpunkt seien bereits 14 Schiffe von insgesamt 21 in der Region geborgen worden. Trotz aller Schwierigkeiten ohne Zwischenfälle. Bis zum nächsten Jahr sollen dann auch die anderen sieben Wehrmachtsüberreste aus der Donau geholt worden sein. Anschließend soll der Abschnitt wieder renaturiert und sicher für die Schifffahrt sein.

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Einen Vorteil hat die anhaltende Dürre jedoch für die Verantwortlichen: Bei ihren Arbeiten sind sie nicht mehr darauf angewiesen, Taucher und Minenräumer auf tödliche Mission in die Tiefe zu schicken, um nach Blindgängern zu suchen. Stattdessen kann gleich mit der eigentlichen Bergung begonnen werden.

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Bis die letzten Arbeiten abgeschlossen sind, dürften die vom Niedrigwasser freigegebenen Kriegsschiffe aber noch zahlreiche Schaulustige anziehen. Bilder der Nachrichtenagentur AFP aus Serbien zeigen ein reges Interesse der Menschen an den zum Teil auf Sandbänken mitten im Fluss herausragenden Metallskeletten. Von Angst ist auf den Aufnahmen trotz der Gefahren allerdings keine Spur zu sehen.

mit dpa