Tunnel auf Italien-Route wird ab 1. August zum Nadelöhr – dann kommt‘s bald noch dicker

StartseiteWelt13 Kilometer Blechlawine auf der Italien-Route: Wer jetzt zum Gotthard fährt, braucht starke NervenStand: 31.07.2026, 07:25 UhrKommentareUns auf Google folgenAm Gotthard-Tunnel drohen ab 1. August...

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Tunnel auf Italien-Route wird ab 1. August zum Nadelöhr – dann kommt‘s bald noch dicker

13 Kilometer Blechlawine auf der Italien-Route: Wer jetzt zum Gotthard fährt, braucht starke Nerven

Stand: 31.07.2026, 07:25 Uhr

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Am Gotthard-Tunnel drohen ab 1. August lange Staus mit Wartezeiten von mehreren Stunden. Im Herbst folgen dann weitere Einschränkungen.

Göschenen – Der Gotthard-Tunnel gilt als eine der wichtigsten Verbindungen zwischen der Schweiz und Italien und wird jedes Jahr von Millionen Autofahrern genutzt. Wer in den kommenden Wochen über diese Route in den Süden reisen will, sollte sich auf erhebliche Verzögerungen einstellen.

Stau auf Autobahn in der Schweiz

Der Touring Club Schweiz (TCS) rechnet in der ersten Augustwoche mit massiven Staus im Gotthard-Tunnel. (Archivbild) © Urs Flueeler/picture alliance/dpa

Nach Einschätzung des Touring Club Schweiz (TCS) wird es bereits zu Beginn des nächsten Monats besonders eng – und das nicht nur für wenige Stunden. Betroffen sind sowohl die Hinfahrt Richtung Süden als auch die Rückreise nach Norden, wobei die Wartezeiten je nach Richtung zu unterschiedlichen Zeitpunkten ihren Höhepunkt erreichen. Hinzu kommen im Herbst zusätzliche nächtliche Sperrungen.

Gotthard-Tunnel: Anfang August drohen Wartezeiten von mehr als drei Stunden

Der TCS rechnet für den Zeitraum vom 1. bis 8. August mit der bislang stärksten Reisewelle des Sommers. In Richtung Süden könnten sich die Fahrzeuge dann auf einer Länge von bis zu elf Kilometern vor dem Tunnelportal stauen, die Wartezeit soll dabei mindestens zwei Stunden und 45 Minuten betragen.

Noch schwieriger dürfte die Lage auf der Gegenfahrbahn werden. Für die Rückreise Richtung Norden gilt der 8. August als der voraussichtlich problematischste Tag des Jahres: Der TCS geht von Staulängen bis zu 13 Kilometern und Wartezeiten von mehr als drei Stunden aus. Ein Vorgeschmack darauf zeigte sich laut dem Allgemeinen Deutschen Automobil-Club (ADAC) bereits am Wochenende vom 17. bis 19. Juli: Vor dem Tunnel bildete sich ein Rückstau von über 20 Kilometern; Reisende mussten teils über drei Stunden Geduld aufbringen.

Nach dem ersten Augustwochenende soll sich die Situation spürbar beruhigen. In Richtung Süden lässt der Druck laut TCS ab dem 9. August nach, Richtung Norden verbessert sich die Lage ab dem 18. August. Für die Monate September und Oktober rechnet der Automobilclub tagsüber mit normalem bis regem, aber nicht mehr mit außergewöhnlich starkem Verkehr.

Nächtliche Sperrungen im September und Oktober: Wartungsarbeiten legen den Tunnel stundenweise still

Zusätzlich zur Reisewelle im August stehen im Herbst mehrtägige Nachtsperrungen an, die für die regelmäßige Reinigung und Instandhaltung der Röhre notwendig sind. Die erste Sperrphase beginnt in der Nacht auf Montag, den 7. September, und dauert bis Freitagmorgen, den 11. September, jeweils von 22 bis 5 Uhr. Ab der Woche vom 14. September verlängert sich das Sperrfenster auf 20 bis 5 Uhr; dieses Muster wiederholt sich in den Wochen bis zum 2. Oktober. Eine letzte, verkürzte Sperrphase folgt vom 5. bis 7. Oktober.

Insgesamt sind damit rund 18 Nächte betroffen, an Wochenenden bleibt der Tunnel durchgehend geöffnet. Unabhängig davon wird der Gotthard-Tunnel ganzjährig jeden Mittwoch zwischen 23 und 1 Uhr für ein festes Zeitfenster gesperrt, in dem ausschließlich Sondertransporte passieren dürfen.

Alternativrouten zum Gotthard: San-Bernardino-Strecke, Passstraßen und weitere Ausweichmöglichkeiten

Wer lange Wartezeiten vermeiden möchte, kann auf mehrere Ausweichstrecken zurückgreifen. Als wichtigste Alternative gilt laut dem ADAC die A13 über die San-Bernardino-Route via Chur und Bellinzona. Auch der nahegelegene Gotthard-Pass kommt infrage, allerdings nicht für Fahrzeuge mit Wohnwagen oder Campinganhänger. Die Passstraße ist üblicherweise von November bis Mai wegen winterlicher Bedingungen gesperrt. Für die Nachtsperren im Herbst dürfte sie voraussichtlich noch befahrbar sein.

Weitere Möglichkeiten bieten der Simplonpass, der Grimselpass sowie der Nufenenpass. Diese Strecken sind zwar meist deutlich länger, können bei akutem Stau aber dennoch Zeit sparen. Laut TCS-Angaben dauert die Fahrt von Zürich nach Chiasso über den regulären Weg über die Axenstraße und durch den Gotthard-Tunnel bei normalem Verkehrsaufkommen rund zwei Stunden und 45 Minuten. Über die San-Bernardino-Route via A3 und A13 verlängert sich die Fahrzeit unter normalen Verkehrsbedingungen auf etwa drei Stunden und 15 Minuten. (Quellen: Touring Club Schweiz, Allgemeiner Deutscher Automobil-Club) (jaka)