Drohender Blackout-Winter: Warum eine große Mehrheit der Ukrainer nicht aufgeben will
StartseitePolitikStand: 01.10.2026, 06:30 UhrKommentareUns auf Google folgenDie meisten Ukrainer wollen laut einer Umfrage auch bei Winterengpässen weiter Widerstand leisten.Kiew – Auch wenn den Ukrainern erneu...
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Stand: 01.10.2026, 06:30 Uhr
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Die meisten Ukrainer wollen laut einer Umfrage auch bei Winterengpässen weiter Widerstand leisten.
Kiew – Auch wenn den Ukrainern erneut ein harter Winter mit Stromausfällen und kalten Wohnungen droht: Eine deutliche Mehrheit möchte den bewaffneten Widerstand gegen Russland selbst bei schweren Versorgungsengpässen fortsetzen. Das zeigt eine Umfrage des Kiewer Internationalen Instituts für Soziologie (KIIS).
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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.
Für die Fortsetzung der militärischen Gegenwehr haben sich 77 Prozent der Befragten ausgesprochen, wie das Kiewer Internationale Institut für Soziologie (KIIS) berichtet. Zwölf Prozent würden dagegen sämtliche russischen Forderungen akzeptieren, um die Versorgung zu sichern. Weitere elf Prozent hätten sich nicht festgelegt.

Die Befragung bezog sich demnach ausdrücklich auf ein mögliches Szenario: Russland versuche im kommenden Winter, durch Angriffe auf den Energiesektor Strom, Heizung und Abwasserentsorgung lahmzulegen.
Gefragt wurde nach der gewünschten Reaktion der Ukraine. Die Ergebnisse beschreiben damit Einstellungen zu möglichen Versorgungsengpässen, keine bereits eingetretene Entwicklung.
Zwei Antworten mit weitreichenden Folgen
Zur Wahl standen nach Angaben des Instituts zwei Positionen. Die erste lautete: „Den bewaffneten Widerstand gegen die russische Aggression in jedem Fall fortsetzen.“ Dabei sollten die Befragten berücksichtigen, dass ein Teil der Bevölkerung zeitweise ohne grundlegende Versorgung auskommen müsste.
Die zweite Option sah vor, „sämtliche Forderungen Russlands zu akzeptieren“ – selbst wenn dies einer Niederlage der Ukraine gleichkäme. Eine gesonderte Antwortmöglichkeit für Verhandlungen ohne die Annahme aller russischen Forderungen enthielt die Frage demnach nicht.
Die vorgelesenen Positionen wurden in wechselnder Reihenfolge angeboten. Die Befragten konnten sich für eine der beiden Positionen entscheiden, unentschlossen bleiben oder eine Antwort verweigern.
Auch Selenskyj-Kritiker mehrheitlich für Gegenwehr
In allen untersuchten Regionen überwog dem Institut zufolge die Zustimmung zur Fortsetzung des Widerstands. Den höchsten Anteil verzeichnete die Stadt Kiew mit 83 Prozent, den niedrigsten der Osten mit 68 Prozent. Die Hauptstadt erreichte diesen Wert trotz der anhaltenden Angriffe mit ballistischen Raketen und Drohnen.
Auch unter Menschen ohne Vertrauen in Präsident Wolodymyr Selenskyj befürworteten demnach 65 Prozent die weitere Gegenwehr. In dieser Gruppe würden 20 Prozent sämtliche Forderungen Moskaus annehmen. Unter Befragten mit Vertrauen in den Präsidenten lag die Zustimmung zum Widerstand bei 89 Prozent. Fünf Prozent entschieden sich für die andere Position.
Wen die Befragung erfasste
Das Institut interviewte im August und September telefonisch 1.003 ukrainische Staatsbürger ab 18 Jahren. Alle lebten zum Befragungszeitpunkt in Gebieten unter Kontrolle der ukrainischen Regierung.
Seit Februar 2022 verteidigt sich die Ukraine gegen den Angriffskrieg, den Russlands Präsident Wladimir Putin angeordnet hat. Dem Land steht demnach der fünfte Kriegswinter bevor. Ministerpräsident Serhij Korezkyj erklärte kürzlich, die Ukraine sei für diesen Winter besser gewappnet als noch vor einem Jahr. Die Energieversorgung sei besser geschützt, zudem stünden mehr Reserven und Ersatzteile bereit. Quellen: KIIS, nif/red.