Drohnenkrieg: Russische Marschflugdrohnen werden zur teuren Gefahr - Golem.de
Die neueste Generation russischer Drohnen entwickelt sich schneller, als viele Experten vorhergesehen haben. Die Nato kann nur mit Geld gegenhalten. Ein kleine, kostengünstige Drohne von Titan Dynamics (m...
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Die neueste Generation russischer Drohnen entwickelt sich schneller, als viele Experten vorhergesehen haben. Die Nato kann nur mit Geld gegenhalten.
Eine Analyse des Wall Street Journals(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) zeigt, dass die russischen Weiterentwicklungen iranischer Drohnen wesentlich wirkungsvoller und günstiger sind, als dies zu erwarten war. Dank der Halbleitertechnik aus China und dem Rückgriff auf eigene, seit Längerem entwickelte Marschflugkörper sei Russland in der Lage gewesen, intelligente, schnelle Drohnen in größerer Stückzahl zu bauen.
Das Hauptproblem dabei ist laut dem Bericht nicht, dass sie der Technik der Nato-Länder überlegen sind. Stattdessen wird davon ausgegangen, dass die Produktionskosten der aktuellen Drohnengeneration von Geran-5 und Banderol-5 im Bereich von 100.000 US-Dollar liegen. Das wäre der Bruchteil der Kosten einer Patriot-Rakete oder beim Einsatz eines Abfangjägers, was den derzeitigen Abwehrmaßnahmen entsprechen würde.
Hinzu kommt aber auch, dass sich die Technik in Richtung eines Marschflugkörpers entwickelt und mit dem ursprünglich aus dem Iran stammenden Design einer Shahed-Drohne fast nichts mehr gemein hat. Neben einer kleineren Zielfläche wird das Abfangen zudem durch die höhere Höchstgeschwindigkeit der Flugkörper schwieriger.
Gegenmaßnahmen benötigen Zeit
Zwar hätten verschiedene Rüstungsunternehmen und Start-ups mittlerweile Abfangdrohnen entwickelt, unter anderem die deutsche Firma Tytan, aber die gestiegene Fluggeschwindigkeit der russischen Drohnen soll eine nur schwer zu überwindende Problematik darstellen.
Insbesondere müsste der Antrieb in vielen Fällen von einem Propeller auf einen Düsenstrahlantrieb umgestellt werden. Das erfordert viel Zeit und verursacht hohe Kosten.
So soll der Düsenstrahlantrieb der Drohne Geran-5 chinesischer Bauart knapp 45.000 US-Dollar kosten. Eine Abfangdrohne müsste deutlich günstiger werden, denn im Normalfall werden mehrere davon zum Abfangen eines eintreffenden Flugkörpers benötigt.
Zudem müsste die Drohnenabwehr innerhalb der Nato regelmäßig trainiert werden, über zahlreiche Szenarien hinweg. Laut dem Oberbefehlshaber der Natotruppen in Europa, Alexus Grynkewich, wurden bereits Investitionen in Höhe von 40 Milliarden US-Dollar über die nächsten 5 Jahre zur Entwicklung der notwendigen Fähigkeiten zugesagt.
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