Einfach durchgefahren – und plötzlich 375 Euro Bußgeld: Diese Frankreich-Falle kennen viele nicht

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Einfach durchgefahren – und plötzlich 375 Euro Bußgeld: Diese Frankreich-Falle kennen viele nicht

Durchgefahren, nicht bezahlt: Wer diese französische Maut vergisst, riskiert 375 Euro

Stand: 06.10.2026, 21:24 Uhr

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Szene an Mautstation

Wer in Frankreich die Maut nicht zahlt, bekommt es mitunter teuer zu stehen. (Symbolbild) © Andia/Imago

Frankreich-Urlaub mit dem Auto? Wer ohne Mautbox durch Free-Flow-Strecken fährt, hat nur 72 Stunden Zeit – sonst drohen bis zu 375 Euro Bußgeld.

Paris – Keine Schranke, kein Kassenhäuschen – trotzdem kostet die Fahrt Geld. Auf französischen Free-Flow-Autobahnen müssen Reisende ohne automatische Abrechnung die Maut nachträglich bezahlen, erklärt das französische Verkehrsministerium. Wer die Frist verpasst und anschließend auch auf den Zahlungsbescheid nicht rechtzeitig reagiert, riskiert eine Geldbuße von 375 Euro, so das Behördenportal Service Public.

Der Mautdienstleister maut1.de weist darauf hin, dass Reisende beim ersten selbst organisierten Roadtrip auch die Mautzahlung vorab planen sollten. Besonders auf der Fahrt in die Normandie sollten Urlauber aufpassen: Auf der Verbindung A13/A14 zwischen Paris und Caen funktioniert die Maut ohne klassische Bezahlstationen, bestätigt das französische Verkehrsministerium. Einfach durchzufahren bedeutet dort also nicht, kostenlos unterwegs zu sein – ein System, das bei einigen für Unsicherheit sorgt.

Frankreich-Maut ohne Schranke: Nach der Fahrt bleiben 72 Stunden

Beim sogenannten Free-Flow-System erfassen Portale die vorbeifahrenden Fahrzeuge anhand ihrer Kennzeichen. Daraus wird die fällige Maut berechnet, erläutert das französische Verkehrsministerium. Erkennen lässt sich eine solche Strecke an einem runden blauen Schild mit der Aufschrift „PÉAGE“ und dem Zusatz „flux libre“, so das Ministerium. Das System gibt es außerdem auf der A79 und an der Anschlussstelle Boulay der A4.

Wer weder eine geeignete Mautbox noch eine automatische Zahlung eingerichtet hat, muss innerhalb von 72 Stunden nach der Durchfahrt bezahlen, so das französische Verkehrsministerium. Möglich ist die Zahlung auf der offiziellen Internetseite des jeweiligen Betreibers: Für A13/A14 ist das Sanef, für die A79 Aliaé. Dafür wird das Kennzeichen benötigt. Alternativ lässt sich die Gebühr in teilnehmenden Geschäften des Nirio-Netzwerks bar oder per Karte begleichen.

Erst zehn Euro extra, später 375 Euro Bußgeld

Verstreichen die 72 Stunden ohne Zahlung, erhält der Fahrzeughalter einen Zahlungsbescheid per Post. Dieser umfasst die offene Maut und einen pauschalen Zuschlag von 90 Euro, so das Behördenportal Service Public. Wer innerhalb von 15 Tagen nach Versand des Zahlungsbescheids bezahle, müsse statt 90 nur zehn Euro zusätzlich zur Maut entrichten. Ab dem 16. Tag entfalle diese Ermäßigung.

Erfolgen laut Service Public innerhalb von zwei Monaten nach Versand des Zahlungsbescheids weder eine Zahlung noch ein Einspruch, wird eine erhöhte pauschale Geldbuße von 375 Euro fällig. Die hohe Summe fällt somit nicht unmittelbar nach Ablauf der 72-Stunden-Frist an. Entscheidend ist, den Zahlungsbescheid nicht liegen zu lassen.

Eine Mautbox ist allerdings nicht zwingend vorgeschrieben: Auch ein kostenloses Betreiberkonto mit aktivierter automatischer Zahlung kann das nachträgliche Bezahlen ersparen, erklärt das französische Verkehrsministerium. Wer manuell zahlt, sollte sich am besten eine Erinnerung setzen.