Ebola-Alarm: Sterblichkeitsrate bei Kleinkindern hoch

Im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo trifft die Ebola-Epidemie Kleinkinder besonders hart: In Nord-Kivu ist fast jeder vierte bestätigte Fall unter fünf Jahre alt. Ärzte ohne Grenzen fordert, Kinder stärker zu priorisieren.

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Ebola-Alarm: Sterblichkeitsrate bei Kleinkindern hoch

Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo

Ebola trifft Kleinkinder besonders heftig

Im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo trifft die Ebola-Epidemie Kleinkinder besonders hart: In Nord-Kivu ist fast jeder vierte bestätigte Fall unter fünf Jahre alt. Ärzte ohne Grenzen fordert, Kinder stärker zu priorisieren.

Publiziert: vor 2 Minuten

  • Im Nordostkongo trifft Ebola Kleinkinder besonders hart.
  • Fast jeder vierte Fall in Nord-Kivu betrifft Unter-5-Jährige.
  • In Butembo starben 80 Prozent der Kinder, MSF fordert Studien.
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Marian NadlerRedaktor News

Kleinkinder sind in besonderem Masse Leidtragende der aktuellen Ebola-Epidemie im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo. Sie stellen einen erheblichen Teil der Infizierten, bei ihnen führt eine Infektion mit dem Bundibugyo-Virus häufiger zum Tod als bei Erwachsenen. Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) sieht die starke Gefährdung von Kindern in der Forschung und bei Eindämmungsmassnahmen jedoch zu wenig berücksichtigt.

Laut Epicentre, dem epidemiologischen Forschungszentrum von Ärzte ohne Grenzen, betrifft fast jeder vierte bestätigte Fall in der Provinz Nord-Kivu ein Kind unter fünf Jahren. In 13 Prozent der bestätigten Fälle ist es ein Säugling. In der Provinz Ituri sind 13 Prozent der bestätigten Infizierten Kinder unter fünf Jahren und sechs Prozent Säuglinge.

Ansteckung in Gesundheitseinrichtungen

Im Ebola-Behandlungszentrum von Ärzte ohne Grenzen in Butembo in Nord-Kivu lag die Sterblichkeitsrate bei Kindern zwischen Juni und September 2026 bei 80 Prozent – die meisten von ihnen waren jünger als fünf Jahre.

Die rasche Ausbreitung der Krankheit in den Gemeinden und der eingeschränkte Zugang zu spezialisierter Versorgung tragen zu dieser alarmierend hohen Sterblichkeitsrate bei.

«In den Basisgesundheitseinrichtungen fehlt es oft an Fachwissen, Ausrüstung und den notwendigen Massnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle, um Verdachtsfälle zu erkennen und sicher zu behandeln», erklärt Stéphanie Hoffmann, Projektkoordinatorin von Ärzte ohne Grenzen in Butembo.

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«Die meisten Kinder, die im Sommer mit Ebolafieber in unser Behandlungszentrum kamen, waren kurz zuvor wegen anderer Erkrankungen in anderen Gesundheitseinrichtungen behandelt worden. Dort haben sie sich sehr wahrscheinlich mit Ebolafieber angesteckt.»

Ärzte ohne Grenzen fordert: Macht Kinder zur Priorität

Während Kinder von der aktuellen Epidemie überproportional betroffen sind, werden sie bei der Entwicklung von medizinischen Hilfsmitteln nicht genügend mitgedacht. «Es fehlen passende Dosierungsempfehlungen und kinderfreundliche Darreichungsformen», sagt Guyguy Manangama, Epidemiologe und stellvertretender Einsatzleiter bei Ärzte ohne Grenzen.

Ärzte ohne Grenzen fordert die nationalen Behörden wie auch die internationalen Forschungseinrichtungen, Arzneimittelentwickler und Geldgeber auf, Kinder zu einer Priorität in allen laufenden und zukünftigen Studien zum Bundibugyo-Virus zu machen, um weitere Ansteckungen und Todesfälle in dieser besonders stark gefährdeten Gruppe zu verhindern.