„Echte Erfrischung“ im unbeheizten Becken – So läuft der Super-Sommer in den Freibädern

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„Echte Erfrischung“ im unbeheizten Becken – So läuft der Super-Sommer in den Freibädern

Stand: 06.08.2026, 06:07 Uhr

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Jeder will ins kühle Nass: Freibäder wie hier die Rigi Rutschn in Peißenberg sind in diesen heißen Tagen im Landkreis sehr gefragt.

Jeder will ins kühle Nass: Freibäder wie hier die Rigi Rutschn in Peißenberg sind in diesen heißen Tagen im Landkreis sehr gefragt. © Veronika Mahnkopf

Seit Wochen erlebt der Landkreis einen Super-Sommer mit ungewöhnlich hohen Temperaturen. Einerseits drastisches Zeichen des Klimawandels, ermöglicht die Trockenheit auf der anderen Seite besonders viele Badetage. In den vier Freibädern des Landkreises herrscht Hochbetrieb.

Landkreis – Letzter Schultag, mittags in der Peißenberger Rigi Rutschn. Unter den zahlreichen Bäumen auf der Liegewiese haben es sich im Schatten schon viele Familien mit Kindern, aber auch Paare und einzelne Badegäste bequem gemacht. Spätestens ab dem frühen Nachmittag sind die fünf Becken im Freibad gerammelt voll, die Schlange an der Rutsche, aber auch am Kiosk wird immer länger. Jetzt beginnen die Sommerferien – und Ferienzeit ist Freibadzeit.

Doch in diesem Jahr haben die vier Freibäder im Landkreis schon Wochen vor den Sommerferien Hochkonjunktur. Wenig Regen und hohe Temperaturen ziehen die meisten ans Wasser – auch in die Rigi Rutschn. Seit der Saisoneröffnung am 14. Mai bis zum 31. Juli waren es schon 45.000 Besucher – rund ein Drittel mehr als im Vorjahr. „Wir sind sehr zufrieden mit dem bisherigen Sommer“, sagt Leiterin Karin Hosse. Bei den Saisonkarten habe man eine Steigerung zu verzeichnen, doch auch die Familientickets und vor allem die Abendtickets, mit denen man bei sehr warmen Temperaturen bis 22 Uhr schwimmen kann, erfreuen sich größter Beliebtheit. Die jüngeren Besucher schätzten besonders die Kletterwand, Rutsche, den Sprungturm und Parcours. Besonders wichtig in diesem Sommer: „Wir sind mit Bäumen gut ausgestattet“, einen Schattenplatz finde man eigentlich immer, so Hosse.

Die Eintrittspreise    (Familientickets)

Rigi Rutschn: 32 Euro, noch geöffnet bis 30. September (Herbstschwimmen mit verkürzten Öffnungszeiten ab 15. September)

Wellenfreibad Peiting: 13 Euro, noch bis 15. September
geöffnet

Freibad Altenstadt: 10,50 Euro, das Bad ist bis Mitte September offen

Plantsch Schongau (Freibad, inklusive Badewelt): 26,50 Euro, Außenbereich bis 13. September geöffnet.

Die sind auch im Wellenfreibad Peiting gefragt, wie eine Mitarbeiterin an der Freibadkasse mitteilt. Ebenso das Wellenbecken, weit und breit inzwischen eine Rarität. Was heuer auffalle: Ist es sehr heiß, habe man bereits unter der Woche so volle Becken wie sonst am Wochenende. Von der diesjährigen Eröffnung am 21. Mai bis zum 31. Juli seien laut Marktkämmererin Dörthe Schneider insgesamt 42.635 Besucher da gewesen – 11.511 mehr als im Vergleichszeitraum im Vorjahr, obwohl die Saison da schon am 11. Mai begonnen hatte. Vielleicht liege das auch an den attraktiven Familienpreisen, so die Mitarbeiterin an der Kasse.

Bezahlbare Preise sind der Schlüssel

Dahinter, und natürlich hinter der Hitze, vermutet auch eine Kassenmitarbeiterin im Altenstädter Freibad den Ansturm heuer. Auch sie will nicht namentlich genannt werden. Aber sie kann Auskunft geben: „Es ist ein sehr guter Sommer.“ Zahlen kann man unter der Saison wegen einer fehlenden Zählkasse keine vorlegen, heißt es im Rathaus. Doch die Mitarbeiterin weiß Bescheid. Die Besucher schätzten den vielen Schatten, die unbeheizten Becken, die mit aktuell 25 Grad eine „echte Erfrischung“ seien. Und eben die „moderaten Preise“. Und wie in Peiting beobachte sie, dass bei „Hitzewellen auch unter der Woche und nicht nur am Wochenende viel los ist“.

Im Schongauer Plantsch macht Vorstand Andreas Kosian in diesem Sommer eine andere Beobachtung. „Wir haben auf sehr hohem Besucherzahlenniveau erstmals seit Jahren einen Rückgang zu verzeichnen“, schreibt er per Mail. Während ab Saisonstart am 1. Mai bis zum 31. Juli im vergangenen Jahr 59.044 Badegäste das Plantsch besuchten, waren es heuer im gleichen Zeitraum 44.733. Gründe seien schwer auszumachen, Preise seien nicht erhöht worden, auch der Wettbewerb im Umland habe sich nicht verändert.

Vermutlich liege der Rückgang an der „Kaufzurückhaltung der Menschen, die ihr Geld angesichts der Krisenlage(n) vermutlich sehr zusammenhalten“. Diejenigen, die kommen, baden vor allem an sehr heißen Tagen und am Wochenende und geben ihr Geld gern für Dauerkarten aus. 826 seien verkauft worden, zehn Prozent mehr als im „Spitzenjahr“ 2025. Und auch für die Gastronomie sitzt der Geldbeutel lockerer. „Offenbar konsumieren diejenigen, die sich den Badeintritt leisten, spürbar mehr als bisher“, so Kosian. Die Lieblingsplätze im Plantsch seien wie eh und je Breitwellenrutsche, Wildwasserkanal, Beachplatz, Soccercourt und Piratenspielplatz. Und, „auch wenn es verrückt klingt: Selbst im Sommer ist das Warmwasserbecken immer am meisten gefüllt.“