„Flughafenparker unwerwünscht“: Anwohner wehren sich gegen Parksünder
StartseiteBayernNürnberg & Franken„Eigentlich keine Ruhephasen mehr“: Anwohner finden wegen Urlaubern keine Parkplätze mehr – und wehren sichStand: 13.09.2026, 13:00 UhrKommentareUns auf Google folgenIn Nür...
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„Eigentlich keine Ruhephasen mehr“: Anwohner finden wegen Urlaubern keine Parkplätze mehr – und wehren sich
Stand: 13.09.2026, 13:00 Uhr
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In Nürnberg kämpfen Anwohner gegen Urlaubsparker, die ihre Autos in Wohngebieten rund um den Flughafen abstellen. Sie fordern eine Lösung von der Stadt.
Nürnberg – „Die Corona-Zeiten waren unser Paradies“, sagt Ralf Hörner. Nicht wegen der Pandemie und ihrer verheerenden Folgen. Sondern, weil in dieser Zeit viele Flüge gestrichen wurden. Für Hörner und seine Nachbarn, die im Nürnberger Norden unweit des Flughafens wohnen, bedeutete die Reiseflaute, endlich wieder einen Parkplatz vor der eigenen Haustür zu finden. Und keine Lärmbelästigung durch Urlauber, die nachts ihre Rollkoffer durch die Wohngebiete zerren und Autotüren zuschlagen.

Flughafen-Dauerparker in Almoshof, Lohe und Ziegelstein belästigen die Anwohner
Es ist eine Praxis, die die Anwohner seit Jahren plagt: Um sich die Gebühren des Flughafenparkhauses zu sparen, stellen viele Urlauber ihre Autos in den nahegelegenen Wohngebieten ab – und machen sich zu Fuß oder mit der U-Bahn auf den Weg zum Flughafen. Meist bleiben die Autos ein bis drei Wochen stehen, sagt Hörner – zum großen Ärger der Anwohner. Sie finden dadurch keine Parkplätze in der Nähe ihrer Wohnhäuser. Das soll sich endlich ändern – dafür kämpft die Initiative „Stopp-Flughafenparker Nürnberg-Nord“. Hörner ist Mitglied, wie viele seiner Nachbarn. Insbesondere Anwohner der Viertel Almoshof, Lohe und Ziegelstein sind von dem Park-Problem betroffen.

Viele Anwohner wohnen in Reihenhäusern, und haben keine eigene Garage oder einen Stellplatz auf ihrem Grundstück zur Verfügung. Sie sind auf die Parkplätze auf der Straße angewiesen. Wenn diese dauerhaft durch Urlaubsparker belegt sind, hat das Konsequenzen für die Anwohner. „Der Handwerker, der kommen muss, oder der Pflegedienst – die finden keine Parkplätze“, schildert Hörner. Auch die Bauern leiden unter der Situation. Ihre Äcker und Felder in Flughafennähe würden ebenfalls zugeparkt, manchmal kämen die Bauern mit ihren Treckern nicht aus der Ausfahrt ihrer Betriebe, sagt Hörner. Auch Müll bleibt liegen.
Online-Petition der Initiative hat bisher knapp 2000 Unterschriften
Den Anwohnern reicht es. „Es werden nicht nur immer mehr Urlaubsparker, auch der Zeitraum dehnt sich immer weiter aus“, schildert Hörner im Namen der Initiative. Früher seien die Parker vor allem in der Urlaubssaison zwischen März und Oktober in den Wohngebieten präsent gewesen. „Jetzt gibt es eigentlich keine Ruhephasen mehr.“ Hörner vermutet, dass sich die Situation auch durch Informationen im Netz und in den sozialen Medien verschlimmert hat. Dort kursieren demnach Tipps, wo man außerhalb des Flughafens kostenlos parken kann.

Die Initiative hat die Online-Petition „Stoppt Flughafenparker im Wohngebiet Nürnberg Nord“ ins Leben gerufen. Bisher haben 1808 Menschen das Anliegen unterzeichnet (Stand 11.09.26). In den Kommentaren zur Petition schreibt eine Unterstützerin: „Die völlig zugeparkten Straßen werden immer gefährlicher für Kleinkinder und ältere Personen. Beim Überqueren der Straßen wird die Sicht sehr stark behindert.“ Ein anderer Unterzeichner kommentiert: „Urlauber sollen am Flughafen parken. Dafür gibt es dort die Parkplätze.“ Weiter heißt es: „Im Alltag bedeutet das für mich eine erhebliche Einschränkung: Ich kann mein eigenes Auto oft nicht nutzen, da ich anschließend keinen Parkplatz mehr finde.“
Anwohner fordern die Stadt Nürnberg auf, das Memminger Modell einzuführen
Mit der Petition kämpft die Initiative dafür, dass die Stadt Nürnberg das „Memminger Modell“ einführt. Die Regelung stützt sich auf eine großflächige Haltverbotszone rund um den Flughafen. Mit einer Parkscheibe sollen Autofahrer tagsüber bis zu 10 Stunden kostenfrei in dem betroffenen Gebiet parken dürfen. So könnten nach Sicht der Initiative Besucher, Kunden lokaler Geschäfte, Pendler, Pflegedienste und Handwerker die Straßen weiterhin uneingeschränkt nutzen – während den Urlaubsparkern ein Riegel vorgeschoben wird. Die Anwohner sollen demnach eine Ausnahmegenehmigung (gegen eine Jahresgebühr) erhalten und von der Parkscheibenpflicht befreit sein.
Politische Unterstützung erhält die Anwohner-Initiative bisher von der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen – Volt. In einem Antrag an die Stadt hat sich die Fraktion für das Memminger Modell ausgesprochen – zur Freude der Initiative. Wie Nordbayern.de berichtet, wird eine Entscheidung im Herbst erwartet. Dann wolle die Stadt dem Verkehrsausschuss des Nürnberger Stadtrats einen Vorschlag für das weitere Vorgehen vorlegen (voraussichtlich im Oktober 2026).