Sky’s the Limit des LAZ: Ein Meeting von Athleten für Athleten

Heiß war es. Trotzdem war das Stabhochsprung-Meeting „Sky’s the Limit“ des LAZ Zweibrücken wieder ein Erfolg. Und das nicht nur, weil zwei Athleten des Vereins am Samstagabend auf dem Treppchen standen. Sondern auch, weil der Verein einen Spagat bewältigt, der vor allem den Sportlern zugutekommt.

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Sky’s the Limit des LAZ: Ein Meeting von Athleten für Athleten

Sky’s the Limit des LAZ Ein Meeting von Athleten für Athleten

Zweibrücken · Heiß war es. Trotzdem war das Stabhochsprung-Meeting „Sky’s the Limit“ des LAZ Zweibrücken wieder ein Erfolg. Und das nicht nur, weil zwei Athleten des Vereins am Samstagabend auf dem Treppchen standen. Sondern auch, weil der Verein einen Spagat bewältigt, der vor allem den Sportlern zugutekommt.

17.08.2026 , 14:22 Uhr

Das Leichtathletikzentrum Zweibrücken hat den Herzogplatz am Samstag und Sonntag wieder in eine Freiluft-Stabhochsprung-Arena verwandelt.

Foto: Mirko Reuther

Die Zuckerbrause für den zweiten Platz hatte sich Lars Urich redlich verdient. „Ich habe schon vor dem Wettkampf gesehen, dass wir hier diese Spezi in Flaschen haben. So eine hol ich mir jetzt. Und dazu eine Bratwurst“, sagte der 19 Jahre alte Stabhochspringer lachend, nachdem er beim Heim-Meeting „Sky’s the Limit“ seines LAZ Zweibrücken erstmals 5,50 Meter gemeistert hatte.

Nach seinem Höhenflug am Samstagabend auf dem Herzogplatz verspürte Urich neben der Freude über seine „PB“ vor allem Dankbarkeit. „Wir Athleten vom LAZ haben diesmal nur am ersten Tag des Aufbaus helfen müssen. An den anderen Tagen haben das die Trainer und die vielen Helfer im Verein gemacht. Die haben uns den Rücken freigehalten, damit wir uns auf das Springen konzentrieren können und nicht am Tag vor dem Wettkampf in der prallen Sonne Matten schleppen. Deshalb freue ich mich, dass ich den Leuten als kleinen Dank eine gute Leistung zeigen konnte.“

Da ist die neue persönliche Bestleistung! LAZ-Stabhochspringer Lars Urich belegte bei Sky’s the Limit mit der „PB“ von 5,50 Metern Rang zwei.

Foto: Mirko Reuther

Nur einer flog am Samstag noch höher hinaus als Urich. Der gut zwei Jahre ältere Marec Metzger vom TSV Gräfelfing, der vor rund drei Wochen überraschend deutscher Meister geworden war, verbesserte seine persönliche Bestleistung um stolze 15 Zentimeter auf 5,60 Meter – und durfte anschließend die Siegerurkunde aus den Händen von LAZ-Weltmeister Raphael Holzdeppe entgegennehmen.

„Ich liefere mir mit Marec ja häufiger Duelle. Solche freundliche Konkurrenz ist einfach etwas Schönes. Mein innerer Fokus liegt zwar immer erstmal darauf, mich selbst zu übertreffen. Aber wenn man jemanden hat, bei dem man sagt: ‚Den will ich heute schlagen‘, motiviert das nochmal anders. Heute haben wir wohl beide voneinander profitiert“, sagte Urich, der zum Saisonende noch zwei weitere Wettkämpfe in Dessau (27. August) und Wesel (1. September) bestreitet. „Bis jetzt bekommt die Saison von mir die Schulnote 1 minus – aber sie ist ja noch nicht ganz rum“, sagte Urich, der in Zweibrücken höhengleich vor dem Finnen Joonatan Kemppainen Zweiter wurde. LAZ-Teamkollege Jakob Legner belegte mit 5,15 Metern Rang fünf. Ben Silas Kribelbauer, der gerade erst von der U20-Weltmeisterschaft aus den USA nach Zweibrücken zurückgekehrt ist, folgte auf Platz sechs (5,05 Meter).

Den womöglich schwersten Stand bei Sky’s the Limit hatten die „Mittags-Springer“ des gemischten Feldes, das aus Aktiven und Nachwuchsathleten bestand. Die griffen bei Temperaturen von gut 35 Grad zum Stab. Die Hitze war so groß, dass mancher Athlet und Zuschauer den Weg zur Sponsorenwand suchte, wo das LAZ vor einem aufblasbaren rosa Flamingo eine Trinkwasserdusche zur Abkühlung installiert hatte. Das Springen gewann Matias Neuzler vom TSV Ansbach, der den Zuschauern den ersten Fünf-Meter-Sprung (5,00) des Tages zeigte. LAZ-Talent David Könsgen (Jahrgang 2010) wurde mit 4,80 Metern Dritter. Damit kam der 16-Jährige bis auf zwei Zentimeter an seine persönliche Bestleistung heran – und war damit nicht ganz zufrieden.

Tamineh Steinmeyer hat auf dem Herzogplatz einen guten Wettkampf abgeliefert. Sie flog über 4,30 Meter – und damit im Hauptfeld der Frauen auf das Treppchen.

Foto: Mirko Reuther

„4,80 sind eine solide Höhe. Aber die bin ich jetzt schon relativ häufig gesprungen. Ich habe einfach das Gefühl, dass schon mehr drin sein müsste. Aber bei den Sprüngen heute über 4,90 war ich wieder zu verkrampft. Dann ändere ich unbewusst meinen Anlauf, was dann auch Einfluss auf den Absprung hat. Mein Trainer sagt, ich will es zu sehr erzwingen“, berichtete Könsgen. Für ihn sollte die Saison mit dem Heim-Meeting in Zweibrücken eigentlich zu Ende sein. Nun wird er noch einen weiteren Wettkampf bestreiten, „weil ich einfach nicht mit 4,82 aus der Saison gehen möchte“.

Spätestens in der nächsten Saison will Könsgen die 5,00 Meter überfliegen. Wäre er damit nicht automatisch ein Kandidat für das Hauptspringen bei Sky’s the Limit? „Ich hoffe, dass es so kommt“, antwortete der 16-Jährige und fand trotz des für ihn nicht ganz zufriedenstellenden Wettkampfs bereits sein Lachen wieder.

Paula Legner, die im Juni erstmals die 4,05 Meter überflogen hatte, gelang bei ihrem Heimspiel in Zweibrücken leider kein gültiger Versuch.

Foto: Mirko Reuther

Die Arbeit war für Könsgen damit noch nicht getan. Als sich ab dem frühen Abend seine älteren LAZ-Teamkollegen in die Lüfte schwangen, fungierte er als „Lattenaufleger“. Und dieser Job war gefährlicher, als er zunächst klingt. Denn die Fiberglasstangen erhitzten sich in der prallen Sonne so stark, dass sie an den Seiten abgeklebt werden mussten, damit sich die Helfer nicht die Hände verbrennen.

Einen tollen Wettkampf lieferte am Samstag auch LAZ-Athletin Tamineh Steinmeyer ab. Die 21-Jährige, die sich Mitte Juni bei einem Meeting in Düsseldorf die Außenbänder im Sprunggelenk gerissen hatte, flog beim Wettkampf der Frauen unter lautstarken „Zieh durch, Tammy“-Rufen von Freunden und Verwandten auf 4,30 Meter – und damit aufs Podium. Dass sie damit noch zehn Zentimeter unter ihrer in diesem Jahr aufgestellten Bestleistung blieb, tat der guten Laune der DM-Achten keinen Abbruch. „Ich kann wieder aus dem langen Anlauf heraus ohne Schmerzen springen. Ich bin total zufrieden. Ich glaube zwar, dass ich die 4,40 jetzt schon wieder drin hätte – aber ich habe jetzt ein konstantes Level und kann mich wirklich nicht beschweren.“ Mit ihrer Verletzung hadert Steinmeyer dagegen durchaus. „Ja, das hat mich schon runtergezogen. Unter normalen Umständen wären diese Saison auch 4,45 Meter drin gewesen – und das ist die B-Norm für die Europameisterschaft in Birmingham. Das ist ein wenig ärgerlich“, erklärte die LAZ-Springerin, die ihr Lachen trotz dieses Rückschlags nicht verloren hat. „Krass schlimm finde ich das nicht. Ich bin ja noch jung. Jetzt steht nächstes Jahr erstmal die U23-EM auf dem Programm.“ Die Europameisterschaft, die im Juli 2027 in Polen ausgetragen wird, ist neben den Welt-Hochschulmeisterschaften „Universiade“ (August 2027 in Südkorea) der zweite große Höhepunkt in Steinmeyers Planungen für das kommende Jahr.

Die laufende Saison ist für sie aber noch nicht zu Ende. Am 30. August geht sie noch beim stark besetzten Meeting in Beckum an den Start. „Ich habe eben noch mit Sarah über den Wettkampf geredet. Da sind Springerinnen dabei, die konstant 4,70, 4,80 Meter hinlegen. Bei solch einer Konkurrenz wird man selbst leichter zu einer neuen Bestleistung getragen. Und das ist mein Ziel.“ Mit ‚Sarah‘ meinte Tamineh Steinmeyer übrigens Stabhochspringerin Sarah Vogel von Eintracht Frankfurt, die die Frauen-Konkurrenz bei Sky’s the Limit mit 4,40 Metern vor der höhengleichen Friedelinde Petershofen (Werder Bremen) gewann.

Keiner flog am Samstag höher als er: Marec Metzger vom TSV Gräfelfing überquerte bei Sky’s the Limit 5,60 Meter.

Foto: Mirko Reuther

„Schön warm war’s“, flachste LAZ-Vorstand und Meeting-Direktor Alexander Vieweg, als er am Samstag bei untergehender Sonne ein erstes Fazit zur Veranstaltung auf dem Herzogplatz zog. Ernster ergänzte er: „Die große Hitze hat uns sicher ein paar Zuschauer gekostet. Aber ansonsten war alles super. Wir haben den Spagat hinbekommen: Dass morgens die jungen Athleten mit Oma und Opa kommen und mit großen Augen vor der Wettkampfanlage stehen. Mittags kommen die Teilnehmer, die auch schon mal bei einer DM dabei waren und am Abend dann eben die Top-Felder. Und das ist genau das, was wir wollen. So vielen Athletinnen und Athleten das Springen zu ermöglichen. Und morgen geht es hier ja mit den Kleinsten weiter.“

Was Vieweg besonders wichtig ist: Das Feedback der Teilnehmer. „Das Schönste, was ich heute wieder gehört habe, ist, dass man merkt, dass Sky’s the Limit von Athleten für Athleten gemacht wird. Dass das hier nicht nur ein Wettkampf ist, sondern dass Stabhochsprung in Zweibrücken gelebt wird. Die Polin Maja Chamot, die das erste Mal bei uns war, war total baff, dass so etwas in einer Kleinstadt auf die Beine gestellt wird. Das macht uns stolz.“

U20-WM-Teilnehmer Ben Kribelbauer katapultiert sich gleich in die Luft.

Foto: Mirko Reuther

Stabhochspringer und offenbar auch Wolkenfänger Jakob Legner.

Foto: Mirko Reuther

David Könsgen auf dem Weg in die Vertikale – er übersprang am Samstag 4,80 Meter.

Foto: Mirko Reuther

Stolz ist Vieweg aber vor allem auch auf die LAZ-Familie: „Bei uns sind seit Mittwochabend über 100 Leute im Einsatz. Hier wurde ein Anlaufsteg verlegt, der auf 100 Meter kein Prozent abweicht. Wir haben ein tolles Team.“ Das sah auch Lars Urich so, der nach dem Sprung auf seine neue Bestmarke am Abend zufrieden an seiner Spezi-Limonade nippte.