Hitzesommer: Warum die Trockenheit bis weit in den Herbst anhält

Publiziert20. August 2026, 08:29Folgen von Hitzesommer«Ein paar Regentage reichen nicht»: Das droht uns im HerbstZu wenig Wasser im Boden, viel Wärme in den Seen: Der Sommer könnte noch Monate nachwirken. Beson...

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Hitzesommer: Warum die Trockenheit bis weit in den Herbst anhält

Publiziert20. August 2026, 08:29

Folgen von Hitzesommer«Ein paar Regentage reichen nicht»: Das droht uns im Herbst

Zu wenig Wasser im Boden, viel Wärme in den Seen: Der Sommer könnte noch Monate nachwirken. Besonders spannend wird es, sobald die ersten Kaltlufteinbrüche kommen.

Jasmin Steiger

Darum gehts

  • Der heisse und trockene Sommer wird laut Meteorologe Peter Wick seine Auswirkungen bis weit in den Herbst hinein spüren lassen.
  • Besonders die Trockenheit bleibt hartnäckig: Grundwasser und Quellen erholen sich nur, wenn Herbst, Winter und Frühling überdurchschnittlich nass ausfallen.
  • Das warme Mittelmeer kann zudem bei Kaltlufteinbrüchen intensive Niederschläge begünstigen – besonders am Alpensüdhang und im Tessin.

Der Sommer war aussergewöhnlich heiss und trocken. «Die Auswirkungen dieses aussergewöhnlich heissen und trockenen Sommers werden wir teilweise bis weit in den Herbst hinein spüren», sagt Meteorologe Peter Wick auf Anfrage von 20 Minuten.

Ein paar Regentage reichen nicht aus

Besonders hartnäckig sei dabei die Trockenheit. Während die oberste Bodenschicht nach einigen Regentagen relativ schnell feuchter werden könne, reagieren tiefere Bodenschichten, Grundwasser, Quellen und teilweise auch Flüsse deutlich langsamer. Ein paar Regentage im September würden deshalb nicht ausreichen, so Wick.

Damit sich Grundwasser- und Seepegel erholen und die Natur wieder Reserven für den nächsten Sommer aufbauen kann, bräuchte es laut Wick über längere Zeit flächendeckende und überdurchschnittliche Niederschläge. «Wichtig wäre, dass der Herbst, Winter und gegebenenfalls auch der Frühling zu nass ausfallen, damit die Natur genügend Reserven für nächsten Sommer hat.»

Nächte rund um Seen können länger mild bleiben

Aber nicht nur die Trockenheit bleibe. Der Sommer habe auch eine enorme Menge an Wärme hinterlassen. «Bei unseren grossen Seen wie dem Boden- und dem Genfersee kann dies beispielsweise dazu führen, dass bei einem ersten markanten Kaltlufteinbruch im Herbst die Temperaturunterschiede zwischen Wasser und Luft sehr gross werden.»

Kommt im Herbst erstmals deutlich kühlere Luft aus dem Norden oder Nordwesten dazu, könnte es spannend werden. Der grosse Temperaturunterschied zwischen Wasser und Luft erhöhe die Labilität der Atmosphäre und könne lokale Schauer oder Gewitter unterstützen. Gleichzeitig können Nächte rund um die Seen länger mild bleiben.

Wie stehst du zu den Prognosen für einen eher unbeständigen Herbst nach dem Hitzesommer?

Ich freue mich auf kühlere Temperaturen und etwas Regen.

Es macht mir Sorgen, wenn das Wetter extrem wird.

Ich nehme es, wie es kommt – das Wetter lässt sich ohnehin nicht planen.

Ich hoffe, dass der goldene Herbst noch lange anhält.

Das Wetter ist mir egal, solange ich drinnen sein kann.

«Können intensive Niederschläge entstehen»

Noch stärker ist dieser Effekt beim Mittelmeer. In vielen Regionen ist das Wasser sehr warm und teilweise wurden rekordhohe Temperaturen gemessen. Trifft also im Herbst kalte Luft auf das warme Meer, steht der Atmosphäre viel Feuchtigkeit zur Verfügung. «Unter der richtigen Wetterkonstellation können daraus intensive Niederschläge entstehen», so Wick.

Solche Wetterlagen seien im Mittelmeerraum im Herbst zwar grundsätzlich typisch, «ein aussergewöhnlich warmes Mittelmehr kann ihnen aber zusätzliche Energie und vor allem Feuchtigkeit liefern».

Blätter verfärben sich früher

Das bedeutet allerdings nicht automatisch mehr Starkregen für die Schweiz. «Entscheidend ist, wo Tiefdruckgebiete entstehen, welche Zugbahn sie nehmen und wie die Höhenströmung aussieht.» Bei einer entsprechenden Süd- oder Südwest- beziehungsweise Südostlage könnten die hohen Mittelmeertemperaturen aber durchaus auch für die Alpensüdseite und teilweise die Alpen relevant werden. «Nicht umsonst ist im Tessin der Herbst die nasseste Saison.»

Der Hitzesommer könnte auch noch auf eine andere Art sichtbar bleiben: Trockenheitsgestresste Bäume können ihre Blätter früher verfärben oder abwerfen. Das sei jedoch eine direkte Folge des Trockenstresses und keine Prognose für einen aussergewöhnlichen Herbst, betont Wick.

Jasmin Steiger

Jasmin Steiger (jst) arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie arbeitet am Newsdesk und schreibt über verschiedenste Themen.

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